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Nach der Corona-Pause:

Wieder Osterräderlauf in Lügde

Lügde

Mit einem blau-gelben Feuerwerk am Berghang stand der Osterräderlauf im lippischen Lügde am Sonntag im Zeichen des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Von dpa

Zuschauer beobachten, wie ein brennendes Osterrad aus Holz einen Hügel herabrollt. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Erstmals seit 2019 rollten in Lügde nach Einbruch der Dunkelheit sechs mit Stroh gefüllte Holzräder wieder brennend einen Berghang ins Tal der Emmer hinunter. Das Osterritual zur Begrüßung des Frühlings pausierte wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre lang. Am Ostersonntag schauten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 18.000 Besucher das Spektakel an der Landesgrenze zu Niedersachsen an. Ein Feuerwerk schloss den Abend ab. Der Jahrhunderte alte Brauch ist seit 2018 von der Unesco als Immaterielles Kulturerbe gelistet.

Die 400 Kilogramm schweren Holzräder werden zuvor in der Emmer gewässert. Am Sonntag, Stunden vor dem Lauf, flechten Mitglieder des Dechenvereins Lügde Roggenstroh zwischen die Speichen. Die Holzräder rollen dann, vermeintlich brennend, ins Tal.

Wie der Rheinische Karneval zählt der Osterräderlauf von Lügde zum Immateriellen Kulturerbe der Unesco in Deutschland. Der Brauch soll auf Karl den Großen zurückgehen. Der Frankenkönig hat demnach im Jahr 784 in Lügde den Lauf als Brauch zur Feier der Auferstehung Christi angeordnet.

Vor der Corona-Pandemie kamen bis zu 20.000 Besucher zur Begrüßung des Frühlings auf den Osterberg an die Landesgrenze zu Niedersachsen. Veranstalter ist der Dechenverein Lügde.

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