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Gruppe junger Leute geht trotz roter Flagge ins Wasser - Opfer sind 23 und 25 Jahre alt

Zwei Urlauberinnen aus Lippe nachts vor Mallorca ertrunken

Palma/Schwalenberg

Zwei junge Urlauberinnen vermutlich aus Schwalenberg (Kreis Lippe) sind im Meer vor Mallorca ertrunken. Die Tragödie habe sich in der Nacht auf Donnerstag vor der Küste von Cala Mandia im Osten der spanischen Mittelmeer-Insel ereignet, teilte die mallorquinische Polizei mit.

Von Christian Althoff und dpa

Schweres Gewitter über Mallorca. Foto: imago

Zwei junge Urlauberinnen sind im Meer vor Mallorca ertrunken. Die Tragödie habe sich in der Nacht auf Donnerstag vor der Küste von Cala Mandia im Osten der spanischen Mittelmeer-Insel ereignet, teilte die mallorquinische Polizei mit. 

Die Toten sind Schwestern, Hannah (23) und Vanessa (25). Sie sollen nach Angaben spanischer Behörden aus dem Raum Schieder-Schwalenberg stammen. Die Kreispolizei Lippe, die in einem solchen Fall für die Benachrichtigung der Angehörigen zuständig wäre, wurde bis Donnerstagnachmittag allerdings nicht über den Unfall informiert. Ursprünglich war in spanischen Medienberichten Lemgo als Herkunftsort genannt worden.

Die beiden jungen Frauen seien nach ersten Erkenntnissen gegen 2.30 Uhr zusammen mit vier weiteren jungen Touristinnen und einem 30 Jahre alten Urlauber, die alle aus Deutschland stammten, trotz roter Flagge ins Meer gegangen, hieß es. Das Meer sei zu dem Zeitpunkt von einem Sturm und starken Wellengang sehr aufgewühlt gewesen.

Nach Ermittlungen der Behörden auf Mallorca sollen die Schwestern am Donnerstag auf der Insel gelandet sein. Sie bezogen kein Hotel, sondern hatten ein Ferienhaus in Cala Mandia an der Ostküste gemietet. Sie trafen dort auf vier Freundinnen, die vor ihnen angekommen waren. Wie die sechs den Abend verbrachten und wann sie zum Baden in die Bucht von Mandia gingen, war bisher nicht zu erfahren. Die Bucht ist tagsüber gut besucht. „Aber nachts ist da nichts los. Da sieht man auch kaum etwas, weil es keine Beleuchtung gibt“, sagt Johannes Krayer von der „Mallorca-Zeitung“.

Nach Angaben der Nationalpolizei ging am Donnerstagmorgen gegen 2.30 Uhr der Notruf eines 30-Jährigen Deutschen ein, der sich vom Strand der Bucht meldete und die Frauen in ihrer hilflosen Lage gesehen hatte. Vier entkräfteten Urlauberinnen soll er aus dem aufgewühlten Wasser geholfen haben, die anderen beiden Frauen trieben da möglicherweise bereits bewusstlos im Meer.

Ortspolizisten holten die 25-Jährige an Land und reanimierten sie, ihre Schwester konnten sie zunächst nicht entdecken. Dann trafen Beamte der Nationalpolizei ein, die schließlich auch die jüngere Frau im Wasser ausmachten und an Land zogen.

Alle Versuche, sie zurück ins Leben zu holen, schlugen fehl. Ihre Schwester wurde ins etwa 70 Kilometer entfernte Krankenhaus Son Espases nach Palma gebracht. Dort wurde sie am Morgen für tot erklärt. Wegen Corona sind die Strände zwischen 22 und sechs Uhr gesperrt. Vielleicht wussten die Frauen das nicht. Hotelgästen wird das zwar gesagt, aber wenn man eine Ferienwohnung hat...

Die Nationalpolizei hat Ermittlungen eingeleitet, um die Todesumstände zu klären. Ob die Opfer obduziert werden, war am Donnerstag noch unklar. Die toten Schwestern sollen möglichst schnell nach Deutschland überführt werden, das Konsulat ist eingeschaltet.

Immer wieder kommt es auf Mallorca zu tödlichen Unfällen, weil Urlauber es bei schlechter Witterung nicht mehr aus dem Wasser schaffen. Erst 2019 ertranken zwei Ungarn in Cala d‘Or.

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