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Prozess um mutmaßlichen Doppelmord in Espelkamp hat begonnen

Anwalt kündigt Geständnis an

Espelkamp/Bielefeld

Mit der Verlesung der Anklage hat am Landgericht Bielefeld am Freitag der Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord in Espelkamp begonnen.

Von dpa

In Bielefeld ist der Prozess gegen Ercan K. eröffnet worden. Foto: Thomas F. Starke

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Mann aus dem niedersächsischen Diepenau vor, im Juni zuerst den Bruder (48) seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau erschossen zu haben. Dann soll er vor dem Haus und auf der Straße auf die flüchtende Frau (51) geschossen haben. Insgesamt gab er nach der Schilderung der Anklage acht Schüsse ab. Das Motiv soll Habgier sein. Die Ermittler gehen von Streit ums Geld vor der anstehenden Scheidung aus.

Ercan K. soll seine Frau Sati in Espelkamp erschossen haben. Foto: privat

Carsten Ernst, Verteidiger des Angeklagten, kündigte zum Auftakt für den nächsten Prozesstag am 6. Januar eine ausführliche Erklärung für seinen Mandanten an. Darin werde auch eingeräumt, dass der 53 Jahre alte Türke die Schüsse abgegeben habe.

Der Vorsitzende Richter Georg Zimmermann merkte an, dass für die Tat auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld infrage komme. Damit wäre nach einer Verurteilung wegen Mordes eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis ist dies aber so gut wie ausgeschlossen. Ein Urteil will das Landgericht im Februar sprechen.

Carsten Ernst kündigt als Verteidiger des Angeklagten für den 6. Januar eine ausführliche Erklärung seines Mandanten an. Foto: Thomas F. Starke

Der Angeklagte selber äußerte sich mit fester Stimme zu persönlichen Angaben. Der Maurer mit schmächtiger Statur will aber nach Angaben seines Anwalts ansonsten keine Fragen des Gerichts beantworten.

Beamte der Spurensicherung betreten in Schutzanzügen Mitte Juni 2021 den Tatort in Espelkamp – ein Reihenhaus, in dem die Ehefrau gemeldet war und in dem ihr Bruder erschossen wurde Foto: Christian Althoff

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Ein großes Polizeiaufgebot und Spezialkräfte hatten den damals 52-Jährigen im Kreis Minden-Lübbecke gesucht. Der Tatort in Ostwestfalen war großräumig abgesperrt. Nach Stunden war der Mann damals rund zehn Kilometer entfernt in seinem Heimatort in Niedersachsen gefasst worden.

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