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Gemeinde erschließt und vermarktet Bauland in Oppenwehe, Dielingen und Levern in Eigenregie – Losentscheid bei hoher Nachfrage

Attraktive Bauplätze: Stemwede hat sie

Stemwede

Wer in der Region nach attraktivem – und bezahlbarem – Bauland sucht, könnte in der Gemeinde Stemwede fündig werden.

Von Dieter Wehbrink

Bauausschussvorsitzender Michael Baude (links) und Bürgermeister Kai Abruszat mit dem Spaten auf historischem Oppenweher Grund. Dort, wo mehr als 250 Jahre der Bünselmarkt gefeiert wurde, erschließt die Gemeinde Stemwede insgesamt neun Baugrundstücke. Die Lindenallee (rechts) bleibt erhalten, ebenso die kleine Marktstraße, die künftig für Radfahrer und Fußgänger zur Verfügung stehen soll.Am Linnebach in Dielingen, hier ein Bild von Pfingstsonntag, entsteht ein Baugebiet mit 14 erschlossenen Plätzen. Vermarkter ist auch hier die Gemeinde StemwedeGemischte Wohneinheiten und in der Mitte ein großer Spielplatz: So sieht ein vielversprechender Entwurf eines Architektenwettbewerbs für das geplante „Wohnquartier im historischen Ortskern Levern“ aus. Foto: Gemeinde StemwedeDieter WehbrinkGemeinde Stemwede

Die Kommune setzt gezielt darauf, dass sie in Absprache mit der Kommunalpolitik Flächen aufkauft und formal rechtlich in Bauland umwandelt.

Die Gemeinde übernimmt die Erschließung und die anschließende Vermarktung dieser Baugrundstücke. So kann sie die Bebauung in Stemwede gezielter steuern und Bauplätze mehr oder weniger zum „Selbstkostenpreis“ anbieten. Ziel ist es, jungen Familien in den zentralen Orten der Gemeinde die Möglichkeit zum Bauen anzubieten.

Am Linnebach in Dielingen, hier ein Bild von Pfingstsonntag, entsteht ein Baugebiet mit 14 erschlossenen Plätzen. Vermarkter ist auch hier die Gemeinde Stemwede Foto: Dieter Wehbrink

Diese Zeitung fragte bei der Gemeindeverwaltung nach, wo in Stemwede aktuell oder demnächst Wohnhäuser entstehen können. Unter anderem dort, wo mehr als 250 Jahre lang der Oppenweher Bünselmarkt gefeiert wurde, stehen neun Bauplätze zur Verfügung. Die Erschließungsmaßnahmen auf dem ehemaligen Marktplatz laufen.

Zusammen mit dem Bauausschussvorsitzenden Michael Baude aus Oppenwehe hat Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat jetzt symbolisch den Spaten angesetzt. Denn die Vermarktung für die neuen Grundstücke wird in Kürze in Angriff genommen.

„Zunächst sind aber noch Abstimmungs- und Vorbereitungsarbeiten zu erledigen“, sagt Jan-Philip Ehlers, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde. Das ehemalige Marktgelände wurde in insgesamt neun Baugrundstücke unterteilt. Der Quadratmeterpreis wurde auf 55 Euro festgelegt und auch der Name der Anliegerstraße steht bereits fest: „Zum Alten Bünselmarkt“. Darauf hatte sich der zuständige Fachausschuss Ende 2020 verständigt. „So bleibt auch die Verbindung zur Jahrhunderte alten Markttradition in Oppenwehe erhalten“, freut sich Bürgermeister Abruszat. Er betont im gleichen Atemzug, dass ein wichtiger Bestandteil des ehemaligen Marktgeländes bleiben wird: „Die bisherige Marktstraße mitsamt der Lindenallee soll auch weiterhin das Ortsbild prägen. Sie wird für den Autoverkehr gesperrt, aber für Fußgänger und Radfahrer passierbar bleiben.“

Interessenten für die Wohnbauplätze auf dem ehemaligen Marktgelände können sich schon jetzt bei der Gemeinde Stemwede melden (Reiner Wittenbrink, Telefon 05745/78899-948, E-Mail r.wittenbrink@stemwede.de).

Kai Abruszat bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung die hohe Nachfrage nach Stemweder Baugrundstücken für Wohnhäuser. „Das neue Baugebiet in Haldem „Auf dem Abendberge“ am neu benannten Heinz-Becker-Weg ist durch eine hinreichende Anzahl von neun seriösen Interessenten so gut wie belegt. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen die entsprechenden Notarverträge geschlossen werden können“, erläuterte Abruszat. Sofern es im Einzelfall nicht zu einem Vertragsabschluss komme, bestehe die Möglichkeit, dass Interessenten aus der „Reserveliste“ noch Berücksichtigung finden könnten.

Ähnlich beurteilt der Bürgermeister die Situation im Bereich Linnebach in Dielingen (14 Bauplätze). „Ich gehe fest davon aus, dass die Grundstücke bis zur Sommerpause komplett vertraglich gebunden und vergeben sind“.

Gemischte Wohneinheiten und in der Mitte ein großer Spielplatz: So sieht ein vielversprechender Entwurf eines Architektenwettbewerbs für das geplante „Wohnquartier im historischen Ortskern Levern“ aus. Foto: Gemeinde Stemwede

Im Bereich Levern plant die Gemeinde bekanntlich ein ganz besonderes Baugebiet. Unter dem Arbeitstitel „Wohnquartier am historischen Ortskern“ hatten Rat und Verwaltung einen europaweiten Architektenwettbewerb durchgeführt. „Der Entwurf wurde im Bauausschuss präsentiert und ist für uns eine Grundlage für die Erstellung eines Bebauungsplanes“, erläuterte Abruszat. Unterschiedliche Wohnformen, Ideen zur baulichen Gestaltung und Attraktivierung der Aufenthaltsqualität seien jetzt im Fokus der Detailplanungen. „Hierzu zählten auch Gesichtspunkte moderner Energieversorgung und umsetzbare Bausteine des Klimaschutzes“, sagte der Bürgermeister. „Deshalb benötigt die Erarbeitung eines Planentwurfs besondere Sorgfalt und die erforderliche Zeit nehmen wir uns auch dafür.“

Bürgermeister Kai Abruszat

Es sei damit zu rechnen, dass in 2022 das konkrete Planverfahren in den Gremien diskutiert und zur Beschlussfassung vorbereitet werde. „Da die Nachfrage in Levern besonders hoch ist, haben sich Rat und Verwaltung zudem entschlossen, insgesamt sechs Grundstücke im Bereich des Kalberkamps quasi vorzuziehen und schon zu vermarkten. Die Resonanz ist bislang enorm“, sagte Abruszat.

Wie bei allen Grundstücken, die die Gemeinde verkauft, zählt nicht, wer am meisten bietet. Abruszat: „Über die Vergabe an die Interessenten ist auch hier das Los entscheidend, da es derzeit in Levern dreimal so viel verbindliche Reservierungen gibt wie verfügbare Plätze.“ Mit einer Entscheidung über die Vergabe rechnet der Bürgermeister noch im Sommer dieses Jahres.

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