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Bad Oeynhausen, Löhne und Hille erlassen dennoch ordnungsbehördliche Verordnungen

Appelle gegen Wasservergeudung wirken

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Wenn an diesem Freitag in Bad Oeynhausen, Löhne und Hille entsprechende ordnungsbehördliche Verordnungen in Kraft treten, kann es teuer werden, den eigenen Garten mit Trinkwasser zu sprengen: Geldbußen von bis zu 1000 Euro sind möglich.

Malte Samtenschnieder

Behalten die Trinkwasserversorgung im Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen auch weiterhin genau im Blick (von links): Matthias Kreft (Wirtschaftsbetriebe Löhne), Klaus Wilmsmeier (Wirtschaftsbetriebe Löhne), WBV-Vorsteher Bernd Poggemöller, Stefan Wiese (WBV Am Wiehen) und Andreas Schwarze (Stadtwerke Bad Oeynhausen). Foto: Malte Samtenschnieder

Warum die Bürgermeister von drei der vier im Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen organisierten Kommunen am Erlass der ordnungsbehördlichen Verordnungen festhalten, obwohl der Trinkwasserverbrauch am Mittwoch nach Lautsprecherdurchsagen in Bad Oeynhausen und Löhne signifikant gesunken war, verdeutlichte Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller am Donnerstag in seiner Rolle als Vorsteher des WBV Am Wiehen bei einem Pressegespräch.

»Zunächst einmal möchten wir uns aber bei den Helfern von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk für die Unterstützung bei dieser Aktion bedanken«, sagte Bernd Poggemöller. Hauptanliegen der Durchsagen sei es gewesen, die Bürger vom Bewässern ihrer Gärten mit Trinkwasser abzubringen.

Mit Erfolg: »Am Montag und Dienstag lag die tägliche Abgabemenge jeweils bei mehr als 18.000 Kubikmetern. Am Mittwoch waren es nur 16.756 Kubikmeter.« Das sei zwar ein deutlicher Rückgang, liege aber immer noch über dem Normalwert von 13.500 bis 15.000 Kubikmetern pro Tag.

Hochbehälter ist »wunde Stelle«

»Unsere wunde Stelle ist der Hochbehälter in Bergkirchen«, sagte Bernd Poggemöller. Dieser fasse 7000 Kubikmeter. Für ein Versorgungsgebiet der Größe des WBV Am Wiehen, das die Kommunen Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille umfasse, sollten aber Kapazitäten von 16.000 bis 17.000 Kubikmetern vorgehalten werden.

Bernd Poggemöller: »So viel Wasser können wir aber erst speichern, wenn der zusätzliche zweite Hochbehälter in Bergkirchen fertig ist.« Der Grundstückskauf, die Finanzierung und die Planung für den 10.000-Kubikmeter-Tank seien fertig. »Jetzt müssen wir nur noch eine Baufirma finden«, sagte der WBV-Leiter.

Die durchgängige Versorgung innerhalb des WBV Am Wiehen aufrecht zu erhalten, sei nicht das Problem. Schwierig werde es aber, wenn Verbrauchsspitzen abgepuffert werden müssten. Zu einer derartigen sei es am Montagabend gekommen. »Die Abnahmemenge schnellte so unerwartet und deutlich nach oben, dass uns das sehr überrascht hat«, sagte Bernd Poggemöller.

»Um die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten, mussten wir uns Maßnahmen überlegen«, ergänzte Andreas Schwarze, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen. Herausgekommen sei der Appell, auf das Sprengen von Gärten und das Befüllen von Pools zu verzichten.

Brief an alle Haushalte geplant

Über die ordnungsbehördlichen Verordnungen, die von diesem Freitag an wirksam sind, wollen die im WBV zusammengeschlossenen Kommunen die Bürger in den nächsten Tagen in einem inhaltlich abgestimmten Brief an alle Haushalte informieren.

Für Fragen stehen auch Mitarbeiter der städtischen Ordnungsämter zur Verfügung, die die Einhaltung der Bestimmungen im Auge behalten sollen. Die Laufzeit der ordnungsbehördlichen Verfügungen beträgt drei Monate. Sie können vorzeitig aufgehoben werden.

Doch die Verantwortlichen setzten nicht nur auf Einsparungen. Befristet für zwei Monate können täglich bis zu 1000 Kubikmeter Wasser aus dem WBV Herford-West zugekauft werden. 360 Kubikmeter Wasser strömen seit Dienstag durch eine neue Druckerhöhungsstation in Hille, die eine Anbindung an das Netz des WBV Wiehengebirge ermöglicht.

Weitere 960 Kubikmeter pro Tag sollen Ende Juli hinzukommen. Sie fließen durch eine Leitung zwischen Porta Westfalica und Bad Oeynhausen. Derzeit erfolgt der Lückenschluss unter der Weser.

»Wir hoffen, dass sich die Situation auch mit Beginn der Schulferien normalisiert«, sagte Bernd Poggemöller. Das sei zumindest in den Vorjahren so gewesen.

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