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Mala, Baby und Yumba stapfen täglich unter Aufsicht in den verschneiten Ströher Tierparkwald

Auch Elefanten mögen mal Schnee

Ströhen

Es sind schwere Zeiten für den Naturtierpark Ströhen, nördlich von Rahden. Das Corona-Virus führt dazu, dass auch mit dem Beginn des zweiten Lockdowns geschlossen werden musste und somit Eintrittsgelder fehlen

Dieter Wehbrink

Die indischen Elefanten des Tierparks Ströhen genießen unter Aufsicht ihrer Pfleger den Spaziergang im verschneiten Wald Foto:

. Gleichzeitig laufen Kosten weiter. Immerhin: Zumindest den Tieren der Parkbetreiber, der Familie Ismer, geht es gut, was ihre Fans unter anderem in den Sozialen Netzwerken (öffentlicher Facebook-Account des Parks) beobachten können.

„So genießen unsere Elefanten Mala, Baby und Yumba täglich Ausflüge, derzeit in den verschneiten Tierparkwald“, sagt Yvonne Habermann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Ismers. „Die drei Damen möchten gerne beschäftigt werden und auch ohne Besucher kümmern wir uns selbstverständlich um die Unterhaltung aller Tiere.“ Besorgt fügt die Mitarbeiterin hinzu: „Wir hoffen, dass wir bald auch wieder Gäste begrüßen dürfen.“

Obwohl sich der Lebensraum der indischen Elefanten bis in den Vor-Himalaya erstreckt, dürfen sie besser nicht allzu lange in der derzeitigen deutschen Kälte bleiben. Bei den herrschenden eisigen Temperaturen werden Mala, Baby und Yumba schon nach einem 15-minütigen Ausflug von ihren Betreuern wieder ins Warme geführt. Die Geschichte der drei asiatischen Elefanten – sie sind unbestritten die Stars des Tierparks – ist eine ganz besondere. Seit 2018 haben sie eine Heimat in Ströhen gefunden. Die schwergewichtigen Damen werden rund um die Uhr von ihrem Trainer Elvis Errani und seiner Familie begleitet.

„Bronzener Clown“

Elvis ist für seine besondere Beziehung zu seinen drei Elefanten bekannt und hat unter anderem zweimal den beim weltbekannten Zirkusfestival in Monte Carlo bekommen. Wie viele Kunststücke die drei vierbeinigen Artisten können, haben Besucher unter anderem vor dem Lockdown beim Showprogramm der „Spanischen Nacht“ in Ströhen bewundern können.

„Elefanten sind ganz besondere Tiere, die viel Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Liebe brauchen, um sich in unseren Breiten wohl zu fühlen“, sagt der gebürtige Italiener Elvis, der für seine Tiere nicht nur Lehrer und Chef, sondern auch „bester Freund“ ist.

Da wird der Rüssel lang gemacht. Foto: Tierpark

„Elefanten ziehen jeden in ihren Bann. Sie sind so intelligent und mächtig und doch so sanft“, sagt Tierparkleiter Dr. Nils Ismer. Er betont, dass besonders die gute Ausbildung und das liebe Wesen der drei Elefanten in das Konzept des Tierparks passen. „Bei uns stehen die Nähe zu den Tieren und der artgerechte Umgang immer im Vordergrund. Wenn wir nicht im Lockdown sind, können wir den Besuchern nicht nur bei den Pferden und auf der Streichelwiese einmalige Erlebnisse mit den Tieren bieten. Aufgrund der guten Schule der drei Elefanten können diese jeden Tag durch den Tierpark geführt werden und dabei den Besuchern ganz nah kommen.“ Bevor sich jetzt allerdings Leser auf den Weg in den Tierpark machen, um Mala, Baby und Yumba live bei deren Schneevergnügen zu erleben: Wegen der coronabedingten Tierparkschließung können die Elefanten auch bei ihrer täglichen Winterwald-Spaziergänge nicht beobachtet werden.

Die täglichen Führungen der Dickhäuter durch den Park gehören zum Beschäftigungsprogramm der intelligenten Tiere. „Elefanten brauchen nicht nur die Bewegung, sondern auch die geistige Beschäftigung“ weiß der Tierpark-Chef. Hierbei gehe es laut Ismer eher um das Wohl der Tiere denn um die Unterhaltung der Besucher. „Unsere Elefanten kennen den Umgang mit Menschen und sind Beschäftigung gewohnt, daher wäre ein Leben ohne diese Elemente langfristig gesehen nicht gut und würde den Tieren eher schaden“, sagte Elvis Errani. Der 30-Jährige hat übrigens schon sein ganzes Leben mit den Tieren verbracht.

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