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Inhaber des Kostümverleihs verfolgen neue berufliche Pläne

Ausverkauf im »Klimbim«

Bad Oeynhausen (WB). Eine Donald-Trump-Maske oder doch lieber das Elvis-Kostüm? Wer sich dauerhaft etwas für den Karneval oder diverse Mottoparties sichern möchte, hat nun Gelegenheit dazu: Der Kostümverleih und -verkauf »Klimbim«, längst eine Institution über die Grenzen der Region hinaus, schließt. Der Ausverkauf hat begonnen.

Rajkumar Mukherjee

Wehmütig ist Claudia Dreier, Inhaberin von »Klimbim«, nicht wegen des Ausverkaufs. Persönliche Lieblingsstücke will sie deshalb nicht behalten. So können Kunden auch das »Elmo«-Kostüm aus der »Sesamstraße« dauerhaft erwerben. Foto: Rajkumar Mukherjee

Seit 2007 kümmert sich Claudia Dreier hauptberuflich um das Geschäft

Zum einen wollen sich die Inhaber, Claudia Dreier und ihr Ehemann Dirk, beruflich neu orientieren. Zum anderen führt das veränderte Kaufverhalten zur Entscheidung – das Internet ist auch hier mittlerweile großer Konkurrent.

Seit 18 Jahren betreibt das Ehepaar den Kostümverleih und -verkauf. Seit 2007 kümmert sich Claudia Dreier hauptberuflich um das Geschäft, hat Unterstützung durch zwei Mitarbeiterinnen. Ihr Ehemann ist als Maschinenbautechniker tätig, hilft im Geschäft mit, will nun aber kürzer treten. »Und ich bin eigentlich technische Zeichnerin, war bis 2007 in der Stadtplanung Minden tätig. In diesen Bereich möchte ich nun zurückkehren«, sagt Claudia Dreier.

»Mitten in der Nacht dachten wir: Ein Kostümverleih, das wär es!«

Die Idee zu »Klimbim« war den Eheleuten im Jahr 2000 gekommen. »Mitten in der Nacht dachten wir: Ein Kostümverleih, das wär es!«, sagt Claudia Dreier. Sie stammt aus Hagen und war bis zur Vereinsaufgabe Mitglied in der Karnevalsgesellschaft Phoenix, auch wenn sie bereits seit 1980 in Bad Oeynhausen lebt. »Einen Hang zu Kostümen hatte ich also schon sehr früh.« Zudem trat sie mit ihrem zweiten Ehemann Dirk lange in der Band »Beatjockos« auf, bei Schlager- und Mottoparties. Und auch hier waren Kostüme aller Art gefragt.

Ihr erstes Geschäft richtete Claudia Dreier in der früheren Schreinerwerkstatt des Schwiegervaters ein, auf 16 Quadratmetern Fläche. 2007 zog die Firma nach Löhne um, in eine Halle mit 500 Quadratmetern. Doch auch irgendwann reichte dieser Platz nicht mehr. »Dann haben wir 2012 an der Straße Zur Bauernwiese gebaut«, sagt Claudia Dreier.

Auf etwa 1000 Quadratmetern gibt es Dirndl und Lederhosen

Auf etwa 1000 Quadratmetern gibt es Dirndl und Lederhosen für Oktoberfest-Parties oder Kostüme beispielsweise unter den Überschriften »50er Jahre«, »Länder«, »Barock«, »Tiere« oder »70er Jahre/Disko«. Etwa 11.000 Artikel-Sorten gibt es. Da kann eine bestimmte Trachtentasche fünf bis zehn Mal vorkommen. Insgesamt ist die Anzahl der Artikel also sogar deutlich höher.

Beliebt sind auch ungewöhnliche Kostüme wie ein samtroter Überzieher mit »Elmo«-Kopf aus der »Sesamstraße« oder Masken mit Donald-Trump-Konterfei. »Diese hat mir ein Vertreter bereits im April 2016 vorgestellt, also vor der Präsidentenwahl. Er meinte nur: Bestellen Sie, Trump wird für die nächsten Jahre Dauerthema sein«, sagt Claudia Dreier.

Gebäude soll veräußert werden

Der Name »Klimbim« leitet sich übrigens von der gleichnamigen Nonsense-Serie des WDR aus den 1970er Jahren ab. Rechteprobleme habe es nie gegeben, da der Name nicht geschützt sei. Ihre Kunden kommen bislang aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Doch damit ist bald Schluss: Der Ausverkauf hat nun begonnen, danach soll das Gebäude veräußert werden.

Geöffnet ist der Verleih während des Ausverkaufs montags und donnerstags von 17 bis 20 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 05731/8684433.

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