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Multimediales Konzert von Clemens Bittlinger und Gästen entführt in ferne Galaxien

Bad Oeynhausen: Astrophysik in der Auferstehungskirche

Bad Oeynhausen

Blau gedimmtes Licht durchzieht den Altarraum der Auferstehungskirche am Kurpark. Auf einer großen Projektionswand ordnen sich farbige Nebel zu unbekannten, schillernden Formen, Lichtbändern und schließlich zu Sternbildern. Dazu lässt der Musiker Matthias Dörsam Improvisationen auf seinem Saxophon durch den Raum schweben; feine luzide Tonreihen, die sich zu einer vorsichtigen Melodie ordnen.

Freuen sich über die gelungene Veranstaltung (von links): die Musiker Matthias Dörsam und David Plüss, Liedermacher Clemens Bittlinger sowie der Astrophysiker Professor Dr. Andreas Burkert. Foto: Ev. Kirchenkreis Vlotho

Nach dieser Einstimmung braucht es nicht mehr viele Worte um zu verstehen, was das Anliegen des Multimedia-Konzerts ist, das der Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger und seine Gäste in die voll besetzte Kirche mitgebracht haben.

Wenn Glaube auf Wissenschaft trifft

„Naturwissenschaft verifiziert und erklärt das Wie. Der Glaube setzt die Kraft des Vertrauens gegen die Komplexität der Welt – und versucht eine Antwort auf das Warum“, sagte Bittlinger. Gemeinsam mit dem Astrophysiker Professor Dr. Andreas Burkert und den Musikern Matthias Dörsam und David Plüss hatte er einen eindrucksvollen Liederabend gestaltet. „Wir sind nicht allein... Leben im Weltall“, so der Titel der Veranstaltung, die auf Initiative des Kulturreferats „KuK!“ im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho zwei unterschiedliche Weltanschauungs-Pole miteinander verwoben hat.

Voll besetzt: In der Auferstehungskirche am Kurpark verfolgen zahlreiche Besucher das Multimedia-Konzert von Clemens Bittlinger und seinen Gästen. Foto: Ev. Kirchenkreis Vlotho

Und schon ging es mitten hinein in stimmungsvolle Lieder, nachdenkliche Verse und großartige visuelle Anmutungen des Universums. „Wo wir mit allen Sinnen versuchen zu verstehen, da werden wir beginnen, die Welt ganz neu zu sehen“, sangen die Zuschauer gemeinsam mit Clemens Bittlinger und ließen sich dazu von dem Wunder einer sich entfaltenden Blüte inspirieren.

Staunen über die Schöpfung

Wie „wichtig“ ist der Mensch im grenzenlosen Universum? Welche Schönheiten gibt es „da draußen“ zu bestaunen, gibt es vielleicht noch andere Lebensformen? Dieser Frage ging Dr. Andreas Burkert nach. Anschaulich führte der Wissenschaftler die Zuschauer über unser Sonnensystem hinaus zu den fernsten interstellaren Welten und bildete kosmische Dimensionen in kaum vorstellbaren Zahlen ab: „Die Sonne wandert mit einer Geschwindigkeit von 800 Stundenkilometern um das Zentrum unserer Milchstraße, aber sie braucht dennoch 200 Millionen Jahre, um sie einmal zu umrunden“.

Der Astrophysiker Professor Dr. Andreas Burkert hat die Zuhörer mit seinen Ausführungen zur Entstehungsgeschichte des Universums in den Bann gezogen. Foto: Ev. Kirchenkreis Vlotho

Eine simulierte High-Speed-Reise durch 100 Milliarden Galaxien, eindrucksvoll grafisch aufbereitet, faszinierte genauso wie Burkerts Schilderung des kosmischen Urknalls. Dabei war die Freude deutlich zu spüren, mit der es dem Wissenschaftler gelang, komplexe physikalische Phänomene greifbar zu machen. Staunen war das große Stichwort des Abends, das auch Clemens Bittlinger in seinen Balladen immer wieder bediente. „Leih mir Deine Flügel“, sang er, eine Hommage an Engel und geistige Schutzwesen.

„Das Universum ist ein einziges Wunder - und wir sind mittendrin. Kleine Wesen auf einem kleinen Stern - und doch so reich beschenkt“, fasste Andreas Burkert schließlich seine Ausführungen zusammen. Und Clemens Bittlinger parierte mit einem Song zur Ukulele, in den das Publikum alsbald einstimmte: „Aus Sternenstaub sind wir gemacht, aus Liebe wurden wir erdacht“.

Aufruf zu mehr Naturschutz

„Der Mensch besteht aus Trillionen Wasserstoff-Atomen. Und dieser intelligente Urstoff des Lebens ist über 13 Milliarden Jahre alt“, hatte Andreas Burkert vorgerechnet. „Wir hinterlassen Spuren“, konterte Clemens Bittlinger musikalisch: ein Aufruf an alle zum achtsamen Umgang mit dem „kleinen blauen Planeten“.

Nach diesen Eindrücken ging zum Ende der Veranstaltung noch musikalisch der Mond auf: Mit dem gemeinsam gesungenen Abendlied von Mattias Claudius kamen die Besucher ganz langsam wieder zurück auf die Erde.

Mit einfühlsamen Improvisationen begleitet der Musiker Matthias Dörsam die Einblendungen zur Entstehungsgeschichte des Universums. Foto: Ev. Kirchenkreis Vlotho

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