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Mindener und Dehmer Straße: Instandsetzung laut Kreis nicht geplant

Blitzer werden nicht repariert

Bad Oeynhausen (WB). Die stationären Blitzeranlagen an der Mindener und Dehmer Straße sind außer Betrieb. Und das, obwohl man dort nach der Freigabe der Nordumgehung überhaupt erst schnell fahren kann. Eine Instandsetzung ist laut dem Kreis derzeit nicht vorgesehen.

Renée Trippler

Die Blitzer-Anlage an der Mindener Straße am Werre-Park ist defekt. 16000 Euro Bußgeld im Monat hat sie in den vergangenen Jahren durchschnittlich eingebracht. Foto: Renée Trippler

Sowohl die Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an der Mindener Straße (B61) als auch die an der Dehmer Straße, haben unter der Verkehrssituation der vergangenen Jahre stark gelitten. Kreissprecherin Sabine Ohnesorge teilte auf Anfrage mit, die Anlagen hätten im vergangenen Jahr »aus straßenbautechnischen Gründen nicht betrieben werden können«. Konkret heißt das, die Blitzer sind defekt und eine Reparatur ist mit hohem Aufwand verbunden. »Durch den Fahrbahnverschleiß durch den vielen Lkw-Verkehr sind die Blitzerschleifen im Untergrund gebrochen«, erläutert Sabine Ohnesorge. »Weil diese in der Fahrbahn liegen, bedeutet eine Instandsetzung einen extrem hohen Aufwand«, sagt sie. Das gelte für beide Anlagen.

Unfalllage rechtfertigt Instandsetzung nicht

Ob die Blitzer repariert würden, hänge von vielen verschiedenen Kriterien ab. Wo Anlagen überhaupt installiert werden dürfen, sei gesetzlich vorgeschrieben. Entscheidend sei dabei vor allem die Unfalllage. Und die rechtfertige derzeit in beiden Fällen keine Instandsetzung, sagt Sabine Ohnesorge: »Die momentane Unfalllage würde nicht rechtfertigen, dass man die Straßen aufreißt.« Sowohl an der Mindener als auch an der Dehmer Straße sei die Zahl der Unfälle erheblich zurück gegangen.

In den vergangenen Jahren nahm die stationäre Anlage an der Mindener Straße monatlich im Durchschnitt 16.000 Euro an Bußgeldern ein, wie Sabine Ohnesorge mitteilt. Momentan werde die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung mit mobilen Geräten überprüft, sagt sie. Für die Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an der Dehmer Straße könne man keine konkreten Zahlen zu Bußgeldeinnahmen nennen, weil durch die Abnutzung des Straßenbelages die Kontakte beschädigt worden seien.

Kreis will Entwicklung des Verkehrs abwarten

An beiden Straßen gebe es derzeit »keine Handlungsgrundlage, um die Anlage wieder komplett instand zu setzen«, sagt Sabine Ohnesorge. Einerseits weil die Unfalllage solch aufwendige Maßnahmen derzeit nicht rechtfertige. Zum anderen, weil noch unklar sei, wie die Mindener Straße in Zukunft gestaltet werden soll. »Es gibt Gespräche, wie es straßenbaulich weitergehen soll«, sagt die Kreissprecherin. Ob eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung nach möglichen städtebaulichen Veränderungen noch erforderlich sei, sei abhängig von dem künftigen Verkehrsfluss und der Unfalllage. »Wir müssen abwarten, wie sich die Gesamtverkehrslage entwickelt«, sagt Sabine Ohnesorge.

Polizei erwischt viele Raser auf Dehmer Straße

Auch wenn die Dehmer Straße derzeit laut dem Kreis Minden-Lübbecke kein Unfallschwerpunkt ist – Autofahrer sind dort offenbar häufig zu schnell unterwegs. Das hat eine vierstündige Geschwindigkeitskontrolle der Kreispolizei am vergangenen Freitagabend gezeigt. 54 der insgesamt 437 an der Dehmer Straße gemessenen Fahrzeuge waren nach Polizeiangaben zu schnell. Sechs der kontrollierten Autofahrer fuhren so schnell, dass sie nun eine Anzeige erwartet. Ein 22-jähriger Bad Oeynhausener fiel besonders auf, weil er innerorts mit 113 Stundenkilometern unterwegs war. Ihm droht nun ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Geldbuße von 400 Euro. Gegenüber den Polizisten habe der junge Mann zudem angegeben, dass er seinen Führerschein erst vor einer Woche wieder bekommen hatte, da er zuvor wegen einer ähnlichen Geschwindigkeitsüberschreitung bereits ein einmonatiges Fahrverbot hinter sich hatte.

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