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Rainer (65) und Sonja Marotzke (55) geben ihren Pflegedienst nach 24 Jahren ab

Bonitas übernimmt Pflegedienst „Die Brücke“ in Eidinghausen

Bad Oeynhausen/He...

„Gehen solange es Spaß macht“, sei stets seine Devise gewesen. Im Dezember hat Rainer Marotzke (65) sein Vorhaben wahr gemacht und seinen Pflegedienst „Die Brücke“ mit Eintritt ins Rentenalter an die Bonitas Holding GmbH mit Sitz in Herford verkauft. Alle Mitarbeiter würden mit ihren Arbeitsverträgen übernommen.

Lydia Böhne

Rainer und Sonja Marotzke stehen vor der Zentrale ihres Pflegedienstes in Eidinghausen. Foto: Lydia Böhne

Die Übergabe des ambulanten Fachpflegedienstes sei bereits seit einem Dreivierteljahr in Vorbereitung gewesen. Im Dezember habe man die Verträge mit dem deutschlandweiten Pflegedienstverbund besiegelt. „Der Übergang fällt mir leichter, weil ich derzeit noch die Erprobung begleite, die voraussichtlich diesen Monat endet“, berichtet er. Danach heißt es für den Inhaber endgültig Abschied nehmen. Trotz der langsamen Abnabelung eine emotionale Zäsur: „Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Ich habe nicht genügend Finger an der Hand, um alles Schöne aufzuzählen“, lautet sein Fazit. Mit einem Lachen stellt Rainer Marotzke rückblickend fest: „Als Chef war ich erträglicher als als Angestellter.“

Aus Ärger über seinen ehemaligen Arbeitgeber sei die Idee eines eigenen Pflegedienstes erwachsen. „Ich dachte mir: ,Das kannst du besser.‘“ 1997 wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete den Pflegedienst „Die Brücke – Zeit für Pflege“ mit der Prämisse, den Druck raus- und sich Zeit für die Kunden zu nehmen. Angefangen mit vier Mitarbeitern, vergrößerte er sein Team über die Jahre auf 25 ausschließlich examinierte Pflegekräfte. „Eine Mitarbeiterin ist seit 2001 dabei. Viele weitere gehören inzwischen seit fast 15 Jahren dazu“, berichtet Marotzke.

Nicht verwunderlich sei es gewesen, dass viele Mitarbeiter aufgeregt auf die Verkaufspläne reagiert hätten. „Bonitas hat bereits Einzelgespräche mit den Mitarbeitern geführt, durch die die anfängliche Unsicherheit gewichen ist“, ergänzt er. Er gebe seinen Pflegedienst, der sich auf die Alten- und Krankenpflege spezialisiert hat, mit gutem Gewissen in die Hände von Bonitas: „Ich bin stolz auf das Vertrauen, das mir Kunden und Mitarbeiter entgegengebracht haben. Als ich in Chef-Teilzeit gegangen bin, haben mir die Mitarbeiter den Rücken freigehalten.“ Etwas, dass der Eidinghausener seinen Nachfolgern und dem Team neben Spaß an der Arbeit ebenfalls wünscht.

Seine Ehefrau Sonja (55) hat den Pflegedienst als ehemalige Organisatorische Leiterin und stellvertretende Inhaberin bereits im Dezember verlassen, um sich mit der Aussicht auf eine selbstständige Tätigkeit ihrem Studium im Bereich „Komplementäre Methoden mit der Vertiefungsrichtung Klang-Resonanz-Methoden“ zu widmen. Der 65-Jährige hat vor, eine Ausbildung zum Focusing-Trainer zu absolvieren und in die Traumdeutung zu gehen.

Der Interessengemeinschaft Eidinghausen bleibt er als im Herbst wiedergewählter Vorsitzender erhalten. Groß sei zudem die Freude über mehr Zeit für seine Enkelkinder im Alter von fünf und acht Jahren.

Gerne hätte der 65-Jährige als Ausstand eine große Abschiedsfeier ausgerichtet: „Mit zwei Betriebsfeiern pro Jahr sind wir eigentlich ein feierfreudiger Pflegedienst. Es ist traurig, dass dies wegen der Pandemie nun nicht möglich ist.“

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