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Verein räumt Anbau im Nordbahnhof Bad Oeynhausen aus – Einigung mit Stadt über Abrisskosten

Bürgerschützen bereiten Auszug vor

Bad Oeynhausen (WB). Die meisten Tische im Vereinslokal der Bürgerschützen 05 sind schon im Lager, die Pokale und die Traditionsfahne verpackt. Die Schützen bereiten alles für den Auszug am 15. Januar vor. Das Bürgerhaus in Rehme soll aber nicht für lange das Ausweichquartier bleiben.

Rajkumar Mukherjee

Udo Kaschner, Vorsitzender der Bürgerschützen 05, schaut sich traurig in den Räumen des Vereinslokals im Anbau am Nordbahnhof um. Eine erste Lkw-Ladung für den Auszug zum 15. Januar haben die Mitglieder schon vollgepackt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Etwas verloren wirkt Vereinsvorsitzender Udo Kaschner (68) im leeren Raum. Die Wände sind kahl. Noch steht aber die Theke. Die soll am 12. Januar abgebaut und am Folgetag eingelagert werden. »Wir haben unsere Dinge in einer nahen Firmenhalle gegen eine Miete untergebracht«, sagt Udo Kaschner.

Wie berichtet, hatten sich die Stadt und der Schützenverein auf den Auszugstermin verständigt. Vorausgegangen war eine Vereinbarung darüber, wer die Kosten für den Abriss des Anbaus trägt. Hinzugekommen sei ein weiterer Vertrag: »Darin steht, dass wir nach dem 1. Januar keine Forderungen gegenseitig erheben. Ansonsten hätten wir mit dem Lokal laut Kündigung der Stadt noch bis 1. August hier bleiben können«, sagt Udo Kaschner.

Die jüngste Vereinbarung bestätigt die Stadt auf Anfrage. Wann der Anbau abgerissen werden soll, steht noch nicht fest. »Klar ist aber, dass dieser nicht zu erhalten ist«, sagt Kerstin Vornheder. Die angrenzende Schießbahn auf dem Gelände der Deutschen Bahn dürfen die Bürgerschützen dagegen noch »bis Jahresmitte« nutzen, teilt ein Sprecher der Deutsche Bahn AG in Düsseldorf mit. Anschließend soll dieser Bereich verfüllt werden. Der Termin dafür stehe aber noch nicht fest. Gerüchten, wonach es einen Zusammenhang mit bevorstehenden Brückenarbeiten gebe, widersprach die DB indes. Kurios: Der abschließbare Waffenraum befindet sich neben dem Lokal – auf Stadtgrund – und muss damit ebenso ausgeräumt werden.

Anbau ist in Eigenregie entstanden

Wie mehrfach berichtet, hatte die Stadt den Bahnhof Ende 2015 von der DB erworben und damit auch das Teilgrundstück, auf dem sich das Vereinslokal der Bürgerschützen befindet. Das Lokal, das direkt an die Mauer zur Schießbahn anschließt, hatten die Schützen im Jahr 2000 gebaut, mit Kosten von etwa 200.000 Mark und viel Eigenleistung. Bereits 1985/86 war die etwa zehn Meter lange Schießbahn für Luftgewehre und -pistolen entstanden. Der Mietvertrag für das Lokal habe eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren gehabt, also von 2000 bis 2010, sagte Udo Kaschner im Juli. Seitdem sei der Vertrag »stillschweigend« fortgeführt worden. Im Lokal befindet sich noch die einzig am Bahnhof verbliebene Toilette.

Unterdessen geht die Suche nach einem neuen Vereinslokal weiter. »Für uns ist wichtig, dass wir wieder Einnahmen bekommen. Derzeit bewegen wir uns am Rande des Ruins«, sagt Udo Kaschner. Es gebe zwar Gespräche mit dem Besitzer einer Immobilie unweit des Bahnhofs, aber noch keine konkrete Vereinbarung.

Deshalb setzen die Bürgerschützen – auf Vermittlung durch die Stadt – zunächst auf das Gebäude des früheren Bürgerhauses Rehme, wo es eine Schießanlage für Kleinkaliber-Waffen gibt. Zudem können die Schützen das dortige Lokal nutzen: »Dreimal in der Woche von jeweils 17 bis 24 Uhr, in Absprache mit der SPD«, sagt Udo Kaschner. Der Zugang zum Lokal sowie zur Schießbahn sei – nach Absprache mit den Rehmer Schützen – unmittelbar möglich, teilt die Stadt mit. Das Luftgewehrschießen soll zunächst am Bahnhof bis zum Auszug verbleiben, zudem wollen die Bürgerschützen eine Großkaliber-Anlage in Barkhausen nutzen.

Schützenfest nicht gefährdet

Der Unterschied zwischen dem Bahnhof und dem Bürgerhaus in Rehme bleibe aber, »weil es nicht unser Eigentum ist. Zudem haben wir am Bahnhof bislang jeden Tag geöffnet«, sagt Udo Kaschner. Mitsamt etwa der Mitgliedergebühren seien die Einnahmen bislang ausreichend gewesen, um laufende Kosten und Anschaffungen bedienen zu können. Insgesamt 800 Euro Miete, für Lokal und Schießstand, hätten die Schützen bisher monatlich an die Stadt gezahlt. Diese habe wiederum die separate Miete für das Schießbahngrundstück mit der Bahn abgerechnet.

Auswirkungen auf das Schützenfest der Bürgerschützen soll der Umzug vorerst nicht haben: Es sei weiter für Sonntag, 21. Juli 2019, auf dem Festgelände im Sültebusch vorgesehen.

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