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Alexander Zein führt Betrieb der Gründer Gerda und Günther Oeser auf der Lohe fort

Café Sonnenschein wird 60

Bad Oeynhausen-Lohe (WB). „Das Café Sonnenschein gehört einfach auf die Lohe“, sagt Alexander Zein. Seit drei Jahren betreibt er das Café, das Gerda und Günther Oeser vor 60 Jahren gegründet haben. Nun feiert das Café seinen runden Geburtstag.

Freya Schlottmann

Seit 60 Jahren besteht das Café Sonnenschein am ersten Weihnachtsfeiertag. Gerda Oeser hatte es damals zusammen mit ihrem Mann betrieben. Seit April 2016 ist Alexander Zein der Betreiber, der die Oesers schon aus Kindertagen kennt. Foto: Freya Schlottmann

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1959 öffnete das Café an der Gartenstraße erstmals seine Türen. „Wir haben es damals als Wohnhaus gebaut und wollten eigentlich nur eine kleine Kaffeestube betreiben, um das Haus abzubezahlen“, erinnert sich Gerda Oeser. Ein paar Tische hatten sie deshalb im Erdgeschoss aufgestellt, selbst Torten gebacken und extra eine neue Kaffemaschine bestellt, um die Gäste bewirten zu können.

Nach zwei Jahren musste bereits angebaut werden

Am Eröffnungstag habe es dann allerdings gestürmt und geregnet, „mein Mann dachte, es würde niemand kommen“, sagt die 91-Jährige. Doch das Gegenteil trat ein: „Es war brechend voll bei der Eröffnung. Wir sind kaum noch durch die ganzen Menschen hindurchgekommen, um zu bedienen“, sagt Gerda Oeser. Und der Ansturm auf das Café mit seinem beeindruckenden Ausblick ins Grüne blieb bestehen. „Wir haben 1962 schon anbauen müssen, weil viele Gäste keinen Platz mehr bekommen haben“, sagt sie. Einige Jahre später sei dann noch der Saal, in dem reihenweise Hochzeiten und Geburtstage gefeiert wurden, aufgestockt und darüber fünf Gästezimmer gebaut worden. „In den Kur-Hochzeiten standen die Leute mit ihren Koffern bei uns vor der Tür und wollten eines der Zimmer haben“, blickt Gerda Oeser zurück.

Bis 1987 haben die Oesers das Café Sonnenschein betrieben und es zu einer festen Lokalität auf der Lohe etabliert. Aus gesundheitlichen Gründen musste das Ehepaar seine Gastronomie dann jedoch aufgeben. Ein Familie aus Soest habe das Haus daraufhin gekauft, sagt Alexander Zein. Danach seien immer mal wieder wechselnde Betriebe im Café Sonnenschein eingezogen, bis es 2011 schließlich komplett geschlossen wurde.

Bei einem Spaziergang mit seiner Frau Anja ist Alexander Zein, der bis dahin mehr als 25 Jahre als Lkw- und Reisebusfahrer gearbeitet hatte, 2015 auf das Gebäude aufmerksam geworden. „Ich war früher als kleiner Junge schon mit meinem Vater hier zum Frühschoppen und mein Großvater hat den Oesers früher Torten aus seiner Bäckerei geliefert“, erzählt der 51-Jährige.

Gebäude musste kernsaniert werden

Nach einem Gespräch mit den Besitzern aus Soest einigte sich Alexander Zein dann darauf, dass der Lebensgefährte seiner Mutter das Haus kaufen, er als Pächter einen neuen Betrieb aufmachen und beruflich noch einmal bei Null starten würde. „Bis dahin hatte das Haus aber schon fünf Jahre leer gestanden. Wir mussten es deshalb ein halbes Jahr lang kernsanieren“, berichtet der Vater von drei Söhnen.

Obwohl Zein fast alles in dem Gebäude erneuern musste, ist eines doch geblieben: der Name. „Das Café gehört einfach hier hin. Deswegen habe ich den Namen auch nicht geändert“, sagt Zein.

Die Gäste, die auch bei Oesers schon regelmäßig auf einen Kaffee vorbeigekommen seien, hätten sich über die Wiedereröffnung und den alten Namen ebenfalls gefreut, erzählt Alexander Zein. „Wir haben sogar Gäste, die vor 60 Jahren hier geheiratet haben und nun auch ihre diamantene Hochzeit bei uns feiern“, sagt er.

Geburstag wird am 28. Dezember gefeiert

Alexander Zein öffnet das Café Sonnenschein zwar nicht mehr ganz so lange am Tag wie die Oesers damals, bietet seinen Gästen mit Sitzplätzen im Haus und auf der Terrasse sowie einem Pensionsbetrieb dennoch den traditionellen Service. Auch selbst gebackene Torten und ein Frühstücksbuffet am Sonntag gibt es. „Zudem können auch Gruppen den Saal mieten“, sagt er.

Den Geburtstag des Café Sonnenschein will Zein am Samstag, 28. Dezember, von 14 bis 18 Uhr feiern und damit dem Ortsteil etwas zurückgeben. „Wir werden eine Tasse Filterkaffee mit einem Stück Butterkuchen für 1,50 Euro anbieten. Den gesamten Erlös spenden wir für die Sanierung des Loher Freibades. Damit bleibt das Geld auch auf der Lohe“, sagt Zein.

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