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Experte gibt Tipps zur Christbaum-Pflege – erhöhte Nachfrage durch Corona in Bad Oeynhausen

Damit die Freude lange währt

Bad Oeynhausen (WB)

Üblicherweise findet am Mittag des 24. Dezembers der letzte Weihnachtsbaum der Gärtnerei Kramer seinen Käufer. Inhaber Frank Sielermann (55) empfiehlt jedoch, den Baum schon deutlich früher zu besorgen. Denn der Gärtnermeister verzeichnet in Pandemie-Zeiten eine erhöhte Christbaum-Nachfrage.

Lydia Böhne

Im Wiehengebirge, in Volmerdingsen und in Wulferdingsen hat die Gärtnerei Kramer von Gärtnermeister Frank Sielermann Tannenbaumschonungen. Acht bis zehn Jahre wächst eine Tanne, bis sie als Weihnachtsbaum das Wohnzimmer schmücken kann. Foto: Lydia Böhne

Corona hat die Vorweihnachtszeit fest im Griff und sorgt leider dafür, dass manch liebgewonnene Tradition ausfallen muss. Worauf viele in diesem Jahr aber nicht verzichten möchten, ist ein geschmückter Tannenbaum. 15 Prozent höher ist die Nachfrage laut Frank Sielermann im Vergleich zum Vorjahr: „Die Leute sind viel Zuhause und wollen es sich gemütlich machen. Viele haben ihren Baum daher schon sehr früh gekauft“, ergänzt der Gärtnermeister.

Der Experte empfiehlt, dass zwischen Schlagen und Aufstellen des Baumes etwa eine Woche liegen sollte, damit er sich langsam akklimatisieren kann: „Nichts ist schädlicher, als einen frisch geschlagenen Baum direkt ins Haus zu holen und aufzustellen.“

Die Volmerdingsener Gärtnerei bietet ihren Kunden an, sich den Baum noch eingepflanzt auszusuchen und ihn dann frisch aus der Tannenschonung zu erhalten. Bis zum Aufstellen sollte der Baum im Freien gelagert werden. „Das Transportnetz am besten noch drum lassen, wenn man ihn in den Baumständer stellt, dann geht es einfacher. Wenn er länger im Netz war, den Ästen zwei Tage zum Aushängen geben“, erläutert Frank Sielermann.

Fußbodenheizung und Kaminöfen sind besonders schädlich für den Baum. Der Gärtnermeister empfiehlt eine größtmögliche Distanz zu Wärmequellen und eher kühlere Temperaturen. Regelmäßiges Stoßlüften ist nicht nur coronakonform, es hilft auch dem Baum. „Wichtig ist ein Baumständer mit Wasserversorgung. Am besten noch ein wenig Glycerin aus der Apotheke mit ins Wasser“, empfiehlt Frank Sielermann.

Der 55-Jährige schätzt, dass sich die übliche Lebensdauer des Christbaums von zwei bis drei Wochen mit Berücksichtigung der Pflegetipps um anderthalb bis zwei Wochen verlängert. „Für viele ist es das Ziel, den Baum bis zu den Heiligen drei Königen am 6. Januar stehen zu lassen“, ergänzt der Fachmann.

Auch eine umweltfreundliche Alternative zur einmaligen Baumnutzung bietet die Gärtnerei an: „Wir haben Topftannen, die anschließend wieder eingepflanzt werden können“, erläutert Frank Sielermann. „Der Wurzelballen im Topf darf nicht austrocknen. Mit ein wenig Jute oder Geschenkpapier kann der Eimer verdeckt werden“, fügt der 55-Jährige hinzu.

Besonders beliebt sei nach wie vor die Nordmanntanne. Neben dem klassischen Modell bietet der Familienbetrieb Rotfichten, serbische Fichten, Blaufichten, die zwar pieksig sind, dafür aber nach Mandarine und Zitrone duften, oder Korktannen an. Vor allem letztere, eine schlanke, weiche Tanne, sei viel verkauft worden. „Der größte verkaufte Baum bisher war eine vier Meter Nordmanntanne. Manche suchen sich auch ganz bewusst einen unperfekten Baum aus, um ihm ein Zuhause zu geben“, berichtet Frank Sielermann.

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