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Corona und die Folgen: Fünf Bad Oeynhausener Schützenvereine nehmen zur aktuellen Lage Stellung

Das zweite Jahr ohne Schützenfeste?

Bad Oeynhausen

Der zweite große Lockdown bringt das Vereinsleben erneut zum Erliegen. Auch diesmal trifft es die Schützenvereine der Kurstadt. Vereinsabende, Trainingsstunden oder Feste sind für die fünf Bad Oeynhausener Schützenvereine derzeit noch in weiter Ferne.

Kristin Wennemacher

Noch hat nicht jeder Schützenverein in Bad Oeynhausen sein Fest abgesagt. Doch die Tendenz ist eindeutig. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Wie das Jahr 2021 für die Schützen aussehen wird, ist unklar. Im Gespräch mit dieser Zeitung haben die Vereinsvorsitzenden ihre Sicht der derzeitigen Lage berichtet.

„Wir hoffen auf bessere Zeiten“, erklärt Ute Kraft, Vorsitzende der Werster Bürgerschützen. Bereits seit Oktober haben die Mitglieder nicht geschossen, und die Wettbewerbe mussten abgesagt werden. Auch die Jahreshauptversammlung, die in diesen Tagen angestanden hätte, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Doch auf die Mitglieder kann sie zählen: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass sie uns treu bleiben“, freut sich die Vorsitzende.

Die Mitglieder schauten beispielsweise häufiger am Schützenhaus vorbei und auch ohne Treffen versuche man, in Kontakt zu bleiben. Wie es mit den Veranstaltungen im Sommer aussieht, ist noch offen. Erst nach dem Lockdown wolle der Verein die Planungen für möglicherweise stattfindende Veranstaltungen wieder aufnehmen.

Beim Schützenverein Rehme ist ein Entschluss bereits gefasst. Auch 2021 wird es kein Schützenfest im Sommer geben. Grund dafür ist, dass diese Veranstaltung nur durch Sponsoren aus der Gastronomie ermöglicht wird. Jedoch hätten diese derzeit andere Probleme, berichtet der Vorsitzende Rolf Althoff.

Noch mehr belaste ihn, neben dem „absoluten Trainingsverbot“, die Frage um den Erhalt der Sportstätte. Derzeit ist diese das Bürgerhaus, das jedoch häufig zu anderen Zwecken ausgebucht ist. „Ich hoffe auf gute Gespräche mit dem neuen Rat und dem neuen Bürgermeister“, fügt er hinzu.

Freude bereite ihm die Treue der Mitglieder des Rehmer Schützenvereins: „Uns allen fehlt das gesellige Miteinander.“ Neben dem gemeinsamen Schießen hätten sie auch andere Freizeitaktivitäten unternommen, unter anderem Radtouren und Ausflüge.

Ob der Schützenverein aus Babbenhausen-Ober­beck­sen in diesem Jahr ein Schützenfest austragen wird, ist noch fraglich: „Ich bezweifele, dass es dieses Jahr stattfindet“, sagt Vorsitzender Stefan Saß. Höchstwahrscheinlich werde es nicht wie sonst im Mai veranstaltet werden, sondern möglicherweise erst im August. Die Einnahmen würden gebraucht. Denn für die Modernisierung des Schützenhauses müssen mehrere tausend Euro auch vom Verein bereitgestellt werden (diese Zeitung berichtete). So sehe es das Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ vor. Ohne Eigenleistung gebe es keine Förderung. Ein weiteres Problem stellt laut Saß der Erhalt der Jugend im Schützenverein dar. Seit März habe es für die Einsteiger kein Training gegeben: „Ich hoffe, dass sie das Interesse nicht verloren haben.“

Alle Vereinsaktivitäten liegen auch beim Schützenverein Bad Oeynhausen 05 auf Eis. Seit Oktober stehe das Vereinsleben still, berichtet Vereinsvorsitzender Udo Kaschner. Die Jahreshauptversammlung sei bereits verschoben worden. „Wenn wir uns wieder treffen dürfen, dann holen wir sie nach“, betont er. Eine voreilige Absage für das Schützenfest in diesem Jahr möchte der Vorsitzende nicht tätigen. Die Planungen für die Festlichkeiten seien gestartet. Der Termin stehe.

Bislang bleiben laut Kaschner die Mitglieder dem Verein treu. Jedoch sieht er ein anderes Problem: Es gibt kaum junge Schützen. „Wir finden keine neuen Mitgliedern mehr“, erklärt der Vorsitzende. Daran sei aber nicht Corona Schuld. Der Verein habe derzeit keinen eigenen Schießstand, was potenzielle Neumitglieder abschrecke.

Auch die Neustädter Schützen sind von den Maßnahmen betroffen. Die Chancen dafür, dass das Schützenfest ausgetragen wird, schätzt Vereinsvorsitzender Jürgen Eikmeier als schlecht ein. Die Jahreshauptversammlung werde der Verein nachholen, wenn diese wieder möglich sei.

Stark betroffen von der Pandemie ist der Spielmannszug des Schützenvereins. Seit knapp einem Jahr konnte nicht mehr geprobt werden. „Wir wollten im Sommer proben“, erklärt Heinz-Udo Bredemeier, Leiter des Spielmannszuges, „aber wir hatten kein richtiges Hygienekonzept.“ Wann wieder geprobt werde, sei noch nicht absehbar. „Ich hoffe, dass wir möglichst bald etwas machen können.“

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