1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. „Der Jordansprudel könnte versiegen“

  8. >

ICE-Trasse: Die Linke Vlotho weist auf besondere geologische Formation hin

„Der Jordansprudel könnte versiegen“

Vlotho (WB)

Die Linke unterstützt die Bürgerinitiative WiduLand. Bei einer ICE-Neubautrasse durch Vlothoer Gebiet müssten Anwohner mit Enteignung rechnen. Außerdem seien wegen geologischer Besonderheiten Auswirkungen auf die Quellen möglich. Das könnte sogar Folgen für den Jordansprudel in Bad Oeynhausen habe.

wn

Der Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse könnte Auswirkungen auf unterirdische Quellverläufe haben. In der Folge könnte der Jordansprudel in Bad Oeynhausen versiegen. Das befürchtet die Vlothoer Partei Die Linke.

Die Linke teile die Ziele der Bürgerinitiative gegen eine mögliche ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse nicht nur aus ökologischen Gründen. Es drohe auch ein Demokratieverlust, das stellt Linken-Sprecher Peter Kleint fest: „Anwohner werden wohl nicht lange darauf setzen können, dass ihre Grundstücke vor Baggerschaufeln verschont bleiben werden. Solche und ähnliche Vorhaben haben immer schon Enteignungsverfahren zur Folge gehabt.“

Die Linke habe sich inzwischen intensiv mit technischen Fragen sowie dem Deutschlandtakt beschäftigt. Heiko König, Mitglied der Gesamtfraktion: „Die Trassenvariante durch Vlotho ist die teuerste. Der Aufwand für Tunnel und Brücken ist immens, der Schaden in der Natur unbeschreiblich, Vlotho würde in vielen Bereichen zerstört.“ Als Rechtfertigung werde oft eine nur so mögliche Umsetzung des Deutschlandtaktes nach Schweizer Vorbild genannt. Dort komme man jedoch ohne Hochgeschwindigkeitszüge aus.

Die Bahn stehe in Deutschland für vergleichsweise energieeffizientes und umweltschonendes Reisen und sei ein Pfeiler der Verkehrswende. Das gelte allerdings nur für Züge, die mit bis zu 200 km/h unterwegs sind. Ein Takt in Kombination mit 300 km/h schnellen Zügen und Neubauten durchkreuze das Konzept wegen der fehlenden Flexibilität. So lasse der Deutschlandtakt aus Gründen der Synchronisierung auch leere Züge zwischen Knotenpunkten fahren.

Ratsherr Hans Schemel macht auf ein weiteres Gefahrenpotenzial aufmerksam: „In Valdorf existieren fünf große Erdfälle. Beim letzten Erdfall in Bad Seebruch ist ein großes Badehaus im Erdboden versunken. Die besondere geologische Formation ist für den Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse nicht geeignet. Durch eine Erdkrusten-Verschiebung liegt in Valdorf vom Bonstapel bis zur Stadt Vlotho das Horstgestein teilweise bis fast an der Oberfläche, darunter beziehungsweise dadurch fließt eine salzhaltige Quelle.“ Sollte die ICE-Trasse über dieses Gebiet gebaut werden, müsse man mit größere Gebäudeschäden rechnen. Eine Verfestigung des Untergrundes in größerer Tiefe würde bedeuten, dass der unterirdische Quellenverlauf völlig verändert würde und auch der Jordansprudel in Bad Oeynhausen versiegen könnte.

Aufgrund der mit einem Trassenneubau durch Exter und Wehrendorf verbundenen Umweltzerstörung, der Beeinträchtigungen für Mensch und Natur und der volkswirtschaftlichen Nachteilen werde man mit WiduLand zivilen Widerstand leisten. Linken-Sprecher Nikolai Kinder: „Statt ihren Systemvorteil auszuhöhlen, sollte die Bahn in vorhandene Netze, in Klima- Lärm- und Umweltschutz und in die Gestaltung von bedarfsangemessenen Verbindungen investieren.“

Startseite
ANZEIGE