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Ovelgönner Tage: Erster »Tweed Ride« lässt Stil der 1920er-Jahre aufleben

Der Weg ist das Ziel

Bad Oeynhausen (WB). Mit dem Rad aus dem frühen 20. Jahrhundert durch die Stadt: Beim Tweed Ride war das möglich. 40 Radfreunde fuhren vom Wasserschloss Ovelgönne aus zehn britische Meilen durch Bad Oeynhausen. Anschließend endeten die Ovelgönner Tage mit einem Vintage-Picknick.

Jenny Karpe

Start am Wasserschloss Ovelgönne: 40 Teilnehmer in Knickerbockern, Tweed und Westen radeln zehn britische Meilen durch Bad Oeynhausen. Beim ersten »Tweed Ride« kommt es nicht auf die beste Zeit oder die längste Strecke an, sondern auf Entschleunigung und das Genießen der Landschaft. Foto: Jenny Karpe

»Britisch – bis auf das Wetter«

»Der Weg ist heute eindeutig das Ziel«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier in seinem Grußwort vor dem Start. »Dieser erste Bad Oeynhausener Tweed Ride ist durch und durch britisch – bis auf das Wetter.«

Erfunden wurde der Tweed Ride 2009 in London. Stilvolle Kleidung und historische Räder der »Goldenen Zwanziger« stehen dabei im Mittelpunkt.

Nach einer Einweisung durch Mitglieder des Freundeskreises Wasserschloss schwangen sich die Teilnehmer auf ihre Räder. Die Gruppe fuhr zehn britische Meilen – also sechzehn Kilometer – durch Dehme, zum Lohbusch, über die Kussbrücke und anschließend an der Weser entlang zur Saline. Dort hielt Stadtführer Christian Barnbeck einen Vortrag über die Geschichte der Stadt, bevor es zurück zum Wasserschloss ging. Trotz des warmen Wetters gerieten die Radfahrer kaum ins Schwitzen, denn beim Tweed Ride geht es nicht um die beste Zeit oder die längste Strecke.

Mit 81 Jahren steigt Karl Schormann gerne auf das Rennrad

»Das war sehr entschleunigend und angenehm«, sagte Caroline Obermeyer, die aus Dresden angereist ist. Sie fuhr in einem Tweed-Zweiteiler und einem Damenhut im Stil der 1920er-Jahre. Bei den Herren dominierten Knickerbocker, Hosenträger und Tweed-Westen. So auch beim Löhner Karl Schormann: Mit seinen 81 Jahren steigt er immer noch leidenschaftlich gern aufs Rennrad. Für den Tweed Ride hat er ein Exem­plar von 1954 aus der Garage geholt, mit dem er damals den vierten Platz bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften belegte. »Es ist einfach eine große Gaudi, vor allem mit so vielen Interessenten«, sagte Karl Schormann.

Hochrad aus dem Jahr 1882

Noch ältere Fahrräder besitzt Dirk Rabenort aus Rahden. Er sammelt seit 13 Jahren und besitzt unter anderem ein Hochrad von 1882 und ein Tretkurbelrad von 1869. Mit einem »Adler« von 1926 ist er die Runde durch Bad Oeynhausen mitgefahren. »Das ist nicht mein erster Tweed Ride. Auch in Oldenburg, Rheine oder Gütersloh gibt es tolle, lange etablierte Veranstaltungen. Hier am Wasserschloss ist das Ambiente wirklich großartig. Dafür lasse ich auch die anderen Tweet Rides sausen«, sagte Dirk Rabenort. »Ich bin überzeugt, dass viele Leute noch alte Räder auf dem Dachboden stehen haben. Es lohnt sich, sie für so eine Aktion zu entstauben!«

Vor allem, da der Freundeskreis Wasserschloss schon über den zweiten Tweed Ride nachdenkt. »Das wäre 2019, wieder zu den Ovelgönner Tagen«, sagte Dieter Obermeyer, Vorsitzender des Freundeskreises. Die Ovelgönner Tage endeten gestern mit einem Picknick am Schloss. Typisch britisch: Es wurden Scones, bittere Marmelade und Tee gereicht.

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