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Klimaschutzmanager Andreas Witt spricht über Elektromobilität in Bad Oeynhausen

Die Sonne im Tank

Bad Oeynhausen (WB).  Das erste Elektroauto des Erfinders Robert Anderson fuhr zwischen 1832 und 1839. In den 1900er bis 1920er Jahren war es öfter auf europäischen Straßen zu sehen. Dann verdrängte der günstige Verbrennungsmotor den leisen Antrieb.

Frank Dominik Lemke

Klimaschutzmanager Andreas Witt (links) wirbt für die Kombination von Elektroauto und Solaranlage auf dem eigenen Dach. Bei einem Vortrag in der Volkshochschule Bad Oeynhausen hat er über die vielfältigen Vorteile gesprochen. Foto: Frank Dominik Lemke

Doch er kehrt zurück. Die Bundesregierung fördert E-Mobilität mit Prämien. Über die Technik und Möglichkeiten in Kombination mit Solarenergie hat An­dreas Witt von der Koordinierungsstelle für Klimaschutz der Stadt Bad Oeynhausen in der Volkshochschule (VHS) referiert.

„Im Grunde genommen sind das hier die echten Sonnenflitzer“, sagt Andreas Witt und drückt auf eine Taste seines Laptops. Auf der Leinwand im Seminarraum 12 der VHS Bad Oeynhausen erscheint ein futuristisch anmutendes Gefährt: stromlinienförmig, zwei Kufen auf Rädern, ein Cockpit mit Glaskuppel, davor eine Fläche mit Solarmodulen.

„Diese Fahrzeuge werden bei Rennen eingesetzt. Sie fahren allein mit Sonnenenergie“, sagt Andreas Witt und wechselt auf die nächste Folie. Der Beamer wirft die Bilder alter Oldtimer an die Wand, die ein wenig klobig wirken. „Die Elektromobilität ist ziemlich alt“, sagt der Referent und führt aus, wie Anfang des vergangenen Jahrhunderts das billige Öl das Elektroauto vom Markt verdrängt hat. „Heute stehen wir wieder vor einer Wende.“

Technologie macht Fortschritte

Die Batterietechnologie habe in den vergangenen 100 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Insbesondere „Seltene Erden“ wie Lan­thanum, Cerium oder Lutetium ermöglichten heute Akkus mit deutlich mehr Kapazität als damals. Die nächste Generation an Elektroautos habe Kapazitäten bis zu 560 Kilometer und mehr mit nur einer Ladung Strom. Derzeit arbeite die Bundesregierung an einer Verbesserung des Tanksystems. Bald werde es möglich sein, an den Ladestationen mit EC-Karte zu bezahlen.

In Bad Oeynhausen gibt es laut Andreas Witt inzwischen mehrere Tankstellen für Elektrofahrzeuge: am Parkhaus Sültebusch, an der Auferstehungskirche am Kurpark, auf dem Parkplatz des Krankenhauses, am Rathaus I und an der Weserstraße bei den Stadtwerken. Supermärkte würden kostenlose E-Tankstellen anbieten. Je nach Fahrzeug könne ein Akku innerhalb von 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen sein.

„Wir sind in der Entwicklung. Derzeit tut sich enorm viel“, sagt Andreas Will und rechnet die Vorteile vor. Dank Förderung der Bundesregierung lohne sich inzwischen der Kauf eines E-Autos finanziell und vor allem klimatechnisch. Dabei gehe es vor allem um CO

, welches eingespart werde. Wer sein Auto mit Solarstrom vom eigenen Dach tanke, könne auf lange Sicht noch mehr für Umwelt und Sparbüchse tun.

Förderung für Solaranlagen

Die Bundesregierung fördert auch Solaranlagen. Derzeit vergütet sie die Einspeisung von Solarstrom mit 9,04 Cent pro Kilowattstunde. Mit einer Speicherbatterie und digitaler Steuerung der Haushaltsgeräte könnten die Ausgaben des eigenen Stromverbrauchs weiter minimiert werden. Eine Solaranlage halte bis zu 30 Jahre. Die Entsorgung der Materialien wie Aluminium, Glas, Silizium und Schwermetalle sei inzwischen geregelt. Ausgediente Solarmodule würden kostenlos zurückgenommen und recycelt.

Wer den Vortrag „Sonnenflitzer statt Benzinschleuder – E-Mobilität und Photovoltaik“ verpasst hat, kann sich individuell beraten lassen .

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