1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bad Oeynhausen
  6. >
  7. Die Trinkwasserampel steht erneut auf Rot

  8. >

In Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille wird das Wasser knapp

Die Trinkwasserampel steht erneut auf Rot

Bad Oeynhausen/Löhne/Hüllhorst

Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen stellt die Trinkwasserampel mit sofortiger Wirkung auf Rot. Die hohen Verbräuche an den zurückliegenden Hitzetagen haben den Füllstand im Hochbehälter Bergkirchen besonders rasch absinken lassen.

Die hohen Verbräuche an den zurückliegenden Hitzetagen haben den Füllstand im Hochbehälter Bergkirchen besonders rasch absinken lassen. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Andere Faktoren befinden sich ebenfalls im kritischen Bereich. Hierzu gehören insbesondere die weiter sinkenden Flusspegel in Else, Werra, Eder und Weser. Außerdem ist auch für die kommenden Tage nicht mit ausreichendem Niederschlag zu rechnen, der die derzeitige Dürre beenden würde.

Dies alles wirkt sich nachhaltig negativ auf die Grundwasserleiter in der Region aus. Damit sinken ebenfalls die Trinkwasserfördermengen. Verbandsvorsteher Bernd Poggemöller erklärt: „Wir können momentan nicht genug Wasser bereitstellen, um die Spitzenverbräuche an diesen heißen Tagen decken zu können. Weder reicht das Volumen des neuen Hochbehälters in Bergkirchen, noch können wir so viel Wasser aus den Trinkwasserbrunnen fördern.“ Die Defizite können auch nicht mehr dauerhaft durch Mehrlieferungen der Verbandspartner ausgeglichen werden.

Verbraucher sollen dringen Trinkwasser einsparen

Insbesondere das Befüllen von Gartenpools, Hofreinigungen, Gartenbewässerungen und andere verzichtbare Wasserverbräuche seien ab sofort dringend zu unterlassen, teilt der WBV mit. Das gilt für die Orte Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und für die Ortschaften Hartum, Hille, Holzhausen II, Nord- und Südhemmern in der Gemeinde Hille sowie für die Mindener Stadtteile Hahlen und Minderheide.

Von der Ausrufung des Trinkwassernotstandes sei man nicht mehr weit entfernt, sagt Poggemöller. Dies ist in vielen anderen Teilen Deutschlands schon geschehen. Die Verhängung des Notstandes würde auch ordnungsamtliche Kontrollen und gegebenenfalls Bußgelder bedeuten. Poggemöller appelliert noch einmal an die Bürgerinnen und Bürger, die Vorgaben der roten Trinkwasserampel zu beachten: „Nur gemeinsam können wir das schaffen. Jeder und jede Einzelne muss mithelfen!“ Er betonte noch einmal, dass ein Ausfall in der Wasserversorgung weitreichende Konsequenzen hätte, die sich über Wochen ziehen könnten.

Weitere Engpass-Situationen befürchtet

Wie lange die Trinkwasserampel auf Rot stehen wird, hängt vor allem vom Wetter und den Verbräuchen ab. Erforderlich sei jetzt allerdings nicht etwa bloß ein „warmer Landregen“, sondern eine grundlegende, tagelange Erholung der Böden und der Grundwasserleiter. Mit Sorge blickt der WBV bereits auf das kommende Jahr. „Wenn sich da nichts tut, kommen wir 2023 eventuell noch viel früher in Engpass-Situationen“, sagt Poggemöller.

Die Trinkwasserampel kann abgerufen werden über die Internetseiten der Stadtwerke Bad Oeynhausen und Löhne sowie der Gemeinden Hille und Hüllhorst. Der WBV empfiehlt, regelmäßig auf die Trinkwasserampel zu schauen. Die Solidarität aller Wassernutzer sei gerade in den Sommermonaten gefragt, damit das Versorgungssystem nicht überlastet wird.

Sollte dauerhaft mehr Trinkwasser aus dem Leitungsnetz entnommen werden als nachts in die Hochbehälter gepumpt werden kann, droht eine massive Störung der regionalen Trinkwasserversorgung. Der WBV möchte daher frühzeitig Vorsorge treffen, dass dieser Fall nicht eintritt.

Startseite
ANZEIGE