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Insolvenzmasse reicht nicht für weiteren Betrieb des Clubs – 30 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Ego hat geschlossen

Bad Oeynhausen (WB). Ein Eintrag auf Facebook bestätigt, was bislang nur ein Gerücht zu sein schien: Der Ego-Club am Werre-Park hat seine Türen geschlossen. Die letzte Party fand am vergangenen Wochenende statt. Am Montag hat ein Gericht die Insolvenz eröffnet.

Jaqueline Patzer

Die Eingangstür des Ego-Clubs bleibt seit dieser Woche geschlossen. Die Insolvenz ist eröffnet. Foto:

»Liebe Gäste, Freunde und ›EGOisten/innen‹, leider müssen wir euch mitteilen, dass wir gezwungen sind, den Ego-Club vorerst zu schließen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen Gästen bedanken, die uns in den letzten Wochen und Monaten unterstützt haben. Sobald neue Informationen vorliegen, werden wir sie euch mitteilen. Freundliche Grüße, Euer EGO-Team.« So lautet die Nachricht an die 21 470 Facebook-Fans der offiziellen Seite des Clubs, die gestern Nachmittag geteilt wurde. Geschäftsführer Sergej Dubs wollte sich gestern zu dieser Angelegenheit nicht äußern.

Sinkende Besucherzahlen

Insolvenzverwalter Frank Schorisch aus Herford bestätigte allerdings im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, dass das Ego seit Anfang dieser Woche geschlossen hat. Wie bereits Mitte August berichtet, hatte die Diskothek mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen, zahlreiche Großveranstaltungen und das gute Wetter im Sommer hätten dem Ego-Club zu schaffen gemacht. Daraufhin wurde Insolvenz beantragt. »Eine kurzfristige Sache«, wie Geschäftsführer Sergej Dubs zu diesem Zeitpunkt erklärte. Die Disko werde nicht geschlossen.

Knapp vier Monate später wurde nun doch die letzte Party gefeiert. »Die Insolvenzmasse reicht nicht aus, um das Geschäft weiterzuführen«, erklärte Schorisch im Gespräch. Etwa 30 Mitarbeiter seien für den Club, entweder als Vollzeitkraft oder Aushilfe, tätig gewesen. »Ihre Arbeitsverhältnisse sind zu beenden«, sagte Schorisch. Zu welchem Zeitpunkt die Angestellten ihre Jobs verlieren oder vielleicht schon verloren haben, wollte der Insolvenzverwalter nicht kommentieren. Was er aber mitteilte, ist, dass es Interessenten gebe, die den Club weiterbetreiben wollen. Derzeit würden Gespräche geführt.

Auch kritische Stimmen

Fans auf Facebook zeigen sich derweil enttäuscht: »Das Ego hat meine Jugend geprägt! Danke für die besten Partys meines Lebens« und »Schade, schade« lauten einige der Kommentare versehen mit weinenden Smileys. Doch es gibt auch zahlreiche kritische Stimmen, die den Umgang mit Gästen bemängeln. Zuletzt war der Club Ende September in die Schlagzeilen geraten, als 15 Mitglieder der Rockerbande »United Tribuns« den Ego-Club aufsuchten und sich Zutritt verschafften. Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort und ermittelte wegen Hausfriedensbruchs (diese Zeitung berichtete exklusiv).

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