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Ein Jahr nach der Eröffnung zieht die Tagesklinik Bad Oeynhausen eine positive Bilanz

Ein Jahr Tagesklinik: „Wir bereichern den Standort”

Bad Oeynhausen (WB). „Das ganze Team ist zusammen angefangen. Wir haben alles gemeinsam aufgebaut. Jetzt zeigt sich, dass wir damit Erfolg haben“. Das sagt Lars Hoffmeyer, Pflegerischer Leiter der drei Tageskliniken im Verbund Mühlenkreiskliniken (MKK).

Gabriela Peschke

22 Plätze bietet die Tagesklinik Bad Oeynhausen, die seit November 2018 in der Wielandstaße ansässig ist. Das Foto ist vor der Corona-Krise entstanden. Foto:

Ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung im Mai 2019 hat die Einrichtung in Bad Oeynhausen allen Grund zur Zufriedenheit: Die Nachfrage nach teilstationärer Betreuung sei groß, insbesondere der Kurstandort schließe eine Lücke in der dezentralen Versorgung im Kreis Minden-Lübbecke, so der Einrichtungsleiter. 22 Plätze bietet die Tagesklinik Bad Oeynhausen, die seit November 2018 in der Wielandstraße ansässig ist.

„Wir konnten durchweg eine konstante Belegung halten“, blickt Lars Hoffmeyer zurück. Damit habe die jüngste der drei Tageskliniken im MKK-Verbund auch von Anfang an einen „guten Teil“ zur Wirtschaftlichkeit beigetragen. „Die Rückmeldungen der Patienten sind durchweg positiv“, fügt er hinzu.

Derzeit nur 12 Patienen zulässig

Ein spürbarer Stabilitätszuwachs und mehr Selbstvertrauen seien die Boni, mit denen die Frauen und Männer nach einem in der Regel sechs- bis achtwöchigen Aufenthalt wieder in ihren Alltag entlassen würden. Allerdings: Die aktuellen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verändern auch den Alltag in der Bad Oeynhausener Tagesklinik. „Wir müssen derzeit auf 12 Patienten reduzieren“, sagt Lars Hoffmeyer.

Das bedeute auch, dass Bewerber bis zu sechs Wochen auf ein erstes Vorstellungsgespräch warten müssten. Weitere ein bis zwei Monate könne es dauern, bis man einen Platz zugewiesen bekomme. „Doch die meisten reagieren verständnisvoll“, räumt er ein. Schließlich sei bis zum Beginn der teilstationären Behandlung die Begleitung durch den betreuenden Psychologen oder Psychotherapeuten gesichert.

„Aktuell haben wir sogar das Plus, dass wir mit guter personeller Kapazität die Hälfte der Patienten betreuen können“, fügt er hinzu. Will heißen: Ein Team von mehr als zehn psychologisch und sozialtherapeutisch ausgebildeten Fachkräften betreut die Menschen, die aufgrund von Depressionen, Angsterkrankungen oder als bedrohlich empfundener Lebenskrisen in der Tagesklinik Unterstützung suchen.

„Wir haben hier ein vielseitig ausgerichtetes Angebot“

Das Angebot ist komplex und gliedert sich in mehrere „Säulen“. Zunächst schaffen Einzel- oder Gruppengespräche Gelegenheit, die Problemlagen zu thematisieren. Auch die sogenannte „Psycho-Edukation“ gehört dazu. „Hier klären wir die Patienten gezielt auf, was es mit ihren Erkrankungen und deren Erscheinungsbildern auf sich hat“, erläutert Lars Hoffmeyer.

Daneben geht es konkret um das Tun: In der Ergotherapie wird gegen eine häufig anzutreffende Antriebsschwäche angearbeitet, auch durch Achtsamkeits- und Entspannungsübungen oder durch künstlerisches Schaffen und Musik.

Hinzu kommt auch ein täglich verbindliches Bewegungsprogramm. „Von Yoga bis Walken sind wir sehr breit aufgestellt“, wirbt Lars Hoffmeyer. Wichtig ist ihm der Grundsatz, dass Bewegung des Körpers auch Bewegung des Geistes nach sich zieht. „Ganzheitliches Gesunden“ nennt er das.

Lars Hoffmeyer ist zufrieden mit den bisherigen Erfolgen und fühlt sich mit dem Konzept der Bad Oeynhausener Tagesklinik bestätigt. „Wir haben hier ein vielseitig ausgerichtetes Angebot geschaffen, das nicht nur den Standort bereichert, sondern auch für die Träger, also die Krankenkassen, ist es eine attraktive Alternative zur kostenaufwändigeren Behandlung im vollstationären Bereich“, bilanziert er selbstbewusst.

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