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Atze Schröder spielt in Bad Oeynhausen Preview seines Programms »Echte Gefühle«

Ein Prolet mit Tiefgang

Bad Oeynhausen (WB). »Überall werden wir nur noch belogen«, meint Atze Schröder. Dem setzt der Comedian sein neues Soloprogramm »Echte Gefühle« entgegen. Die Tour startet im Januar. Einen Vorgeschmack darauf hat das Essener Urgestein 500 Besuchern bei einer Preview in Bad Oeynhausen gegeben.

Lydia Böhne

Ein Essener Urgestein: Atze Schröder begeisterte die Zuschauer im Theater im Park in Bad Oeynhausen. Foto: Lydia Böhne

Frenetischer Jubel schlägt dem Comedian bei seinem Auftritt am Samstagabend entgegen. Atze Schröder kontert den Vorschussapplaus mit übertriebenen Schmeicheleien. »Hier sehen alle so gut aus! Letztens war ich in Stuttgart, die ganze Stadt sah aus wie ›Schwiegertochter gesucht‹«, sagt Schröder. Fest entschlossen verspricht er dem Publikum, dass es heute bekommt, was es will.

»Den Porsche Turbo hinter dem Theater im Park fahre ich für euch. Ich würde ja auch lieber Suzuki Swift fahren«, schiebt der Comedian mit einem frechen Grinsen hinterher.

Etwas prollig, etwas derb – so kennen die Fans den Essener, und so lieben sie ihn. Der unverblümte Humor zählt ebenso wie die proletenhafte Optik zum Markenzeichen des 54-Jährigen. Dicke Gürtelschnalle, Cowboystiefel, getönte Brille, und selbstverständlich sitzen auch die Locken. Nach einigen Exkursen in die Welt der Prominenz (»Der Wendler? – Mit seinem T-Shirt aus reinem Strass denkt man doch auch, der Zirkus ist in der Stadt«) und des weihnachtlichen Raclette-Essens (»Man nimmt einfach, was der Hund im Napf gelassen hat, Scheibe Käse drauf – lecker«), kommt Atze Schröder zum Kern seines neuen Bühnenprogramms.

»Ganz ehrlich, ich würd’ so’n Scheiß nicht essen«

Ein Dorn im Auge sind ihm bei aller Unechtheit in der Welt vor allem Promis, die für Produkte werben. Dabei war der 54-Jährige selbst lange Zeit das Gesicht der Marke »Bruzzler«. Als er einmal gefragt wurde, wie so eine Bratwurst denn schmecke, habe er passen müssen: »Ganz ehrlich, ich würd’ so’n Scheiß nicht essen«, gesteht Schröder unter Lachen. »Ja, es ist die Wahrheit, wir sind doch unter uns«, fügt der Comedian hinterher. Die Bruzzler-Nummer werde er auf jeden Fall im Programm lassen, ist sich Atze Schröder nach dem lauten Applaus sicher. In Bad Oeynhausen testet der Comedian neue Gags auf ihre Tauglichkeit, bevor es im Januar offiziell mit der Tournee losgeht.

Neben all dem Spott über Künstlichkeit, der auch vor Jürgen Klopp nicht Halt macht (»Wenn der den Mund aufmacht, brauchst du ’ne Schneebrille«), widmet sich Atze Schröder schließlich den echten Gefühlen. Der Bühnenprofi spricht über Peinlichkeit und vom gemeinsamen Durchhalten in langen Beziehungen: »Ist doch toll, wenn man einen Weg gefunden hat. Das Echte und Authentische ist einfach wichtig.«

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