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Jan Hoberg schließt Ausbildung zum Zootierpfleger ab – Fahrzeug zur Tierrettung

Ein Retter mit Herz für Tiere

Bad Oeynhausen (WB). Von Jan Hobergs Tierliebe profitieren viele: Der hauptamtliche Feuerwehrmann, der auf der Wache in Bad Oeynhausen arbeitet, schließt gerade eine nebenberufliche Ausbildung zum Zootierpfleger ab. Schon bisher war er in der Tierrettung in der Region tätig, mit einem neuen Fahrzeug kann er das jetzt noch viel besser.

Andrea Berning

Eine Spezialentwicklung für Zoos ist der große Kescher, und auch die Tiertransportkiste im neuen Gerätewagen ist maßgeschneidert: Viele eigene Ideen konnte Jan Hoberg, angehender Zootierpfleger, bei der Ausrüstung des Wagens umsetzen. Foto: Andrea Berning

Der Dehmer ist gerade 31 Jahre alt und hat bald schon vier Berufsausbildungen: Mit einer Ausnahmegenehmigung der IHK hat der gelernte Tischler, der als hauptamtlicher Feuerwehrmann und Rettungssanitäter arbeitet, in dieser Woche die theoretische Prüfung zum Zootierpfleger abgelegt. Der Praxistest folgt Anfang Juni im Zoo Osnabrück, der für die Ausbildung in diesem Teil Niedersachsens zuständig ist. »Osnabrück war günstig für mich wegen der kurzen Entfernung«, sagt Hoberg, der verschiedene Langzeit-Praktika in seiner Freizeit absolviert hat. Dabei kennt er keine Angst vor großen Tieren, Raubkatzen und Affen sind seine Lieblinge – zum Beispiel »Buschmann«, ein großer Orang-Utan im Zoo. Hoberg: »Der hat eine tolle Persönlichkeit.«

Buchstäblich »vom Affen gebissen«

Natürlich gibt es auch mal Missverständnisse: Buchstäblich »vom Affen gebissen« wurde der Dehmer schon einmal von einem Lemuren im Tierpark Hannoversch Ströhen, wo er schon viele Jahre ehrenamtlich tätig ist. Einsätze mit Schlangen oder Nandus hat Hoberg schon erlebt, sich zusammen mit der Polizei um entlaufene Rinder, Hunde oder verletzte Greifvögel gekümmert. Einen Ziegenbock, der den Verkehr zwischen Volmerdingsen und Bergkirchen aufhielt, konnte er betäuben, denn Hoberg besitzt die dafür notwendige »Immobilisationserlaubnis« vom Kreis-Veterinäramt und hat auch verschiedene Sachkundenachweise vorzulegen. Inzwischen ist es so, dass sich seine Kenntnisse in der Region herumsprechen – bei der Beschlagnahmung von vernachlässigten Affen aus Privatbesitz war er sogar schon im Raum Celle tätig.

Dozent am Institut der Feuerwehr in Münster

Auch am Institut der Feuerwehr in Münster wird sein Wissen genutzt: 2016 war er dort zweimal als Dozent und hat Kollegen in der Tierrettung geschult, und auch für 2017 ist er wieder gebucht: »Ein Ritterschlag für mich«, sagt Hoberg stolz, der nach der praktischen Prüfung im Juni schon ein neues Projekt hat: den Sachkundenachweis für Giftschlangen.

Viele Ideen konnte er in die Ausrüstung des neuen Gerätewagens Logistik der Feuerwehr Bad Oeynhausen einbringen, der von einer Spezialfirma aus Pr. Oldendorf für die Bedürfnisse der Tierrettung hergerichtet wurde. »Mit einer mobilen Tiertransportkiste, Keschern, Blasrohr und Narkosegewehr sowie einem Gerät, das ein vier mal vier Meter großes Netz bis zu 20 Meter weit werfen kann«, sagt Jan Hoberg. Ein mobiles Lesegerät identifiziert gechippte Fundtiere. Für Großeinsätze wie Brände kann das Logistikfahrzeug auch schnell umgerüstet werden.

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