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Das Immanuel-Kant-Gymnasium ruft ein neues Hilfsprojekt im Dorf Rutonde ins Leben

„Ein Ruanda-Besuch erdet einen selbst“

Bad Oeynhausen (WB). Am Immanuel-Kant-Gymnasium (IKG) gibt es ein neues Ruanda-Projekt. Die Lehrer Nicole Wellenbüscher und Heiner Kühr haben das Projekt 2018 ins Leben gerufen. Im Dorf Rutonde, zwölf Kilometer von der Hauptstadt Ruandas entfernt, möchte das Gymnasium langfristig die Bildungsarbeit fördern. Die ersten Erfolge gibt es schon. Ein Besuch in Rutonde soll noch in diesem Sommer erfolgen.

Lydia Böhne

Am Immanuel-Kant-Gymnasium (IKG) gibt es ein neues Ruanda-Projekt. Die Lehrer Nicole Wellenbüscher und Heiner Kühr haben das Projekt 2018 ins Leben gerufen.

Die Schulpartnerschaft mit dem Dorf Ruli, die das IKG gemeinsam mit der Realschule Süd als gemeinschaftliches Schulzentrum Süd seit 1995 geführt hatte, ist abgeschlossen. „Wir haben uns aus Ruli zurückgezogen, weil man dort inzwischen einen guten Stand erreicht hat und es genügend andere Unterstützer gibt“, erläutert Nicole Wellenbüscher.

Letzte, auf dem Konto befindliche Gelder, wurden an Ruli ausgezahlt, um einen sauberen finanziellen Schnitt zu machen. Weil man trotzdem in Afrika Hilfe leisten wolle, haben sich Nicole Wellenbüscher und Heiner Kühr nach einem anderen Ort umgesehen, um ein neues Projekt zu starten – und sind auf Rutonde gestoßen. In dem etwa zwölf Kilometer von der Landeshauptstadt Kigali entfernten Dorf leben etwa 18.000 Einwohner. 2017 wurde in Rutonde die katholische Kirchengemeinde Saint Joseph de Rutonde eröffnet.

„Wir möchten die Grundschule Saint Charles Lwanga unterstützen“

In den Osterferien 2018 sind die Lehrer nach Rutonde gefahren, um sich einen Eindruck vor Ort zu machen und den Bedarf zu ermitteln. „Wir sind sehr offen, dankbar und ohne eine Erwartungshaltung von den Menschen empfangen worden“, sagt Heiner Kühr. Die Entscheidung, wo und wie Hilfe geleistet werden soll, haben die Lehrer nach ihrer Rückkehr getroffen: „Wir möchten die Grundschule Saint Charles Lwanga unterstützen, weil wir dort einen Ansatz für gemeinschaftliche Hilfe sehen“, berichtet Nicole Wellenbüscher.

Träger ist die katholische Kirche. 1315 Schüler gehen dort zur Schule. Es gibt 14 Klassenräume und 19 Lehrer, die die Schüler in Schichten unterrichten. Das Gebäude ist bereits 1962 errichtet worden. An die Grundschule ist eine Vorschule angegliedert, in die 200 Kinder gehen. „Die Zuwegung ist schwierig, das Gebäude ist baufällig, das Fundament ist rissig, der Boden ist in so desolatem Zustand, dass die Tische nur noch an bestimmten Stellen stehen können, und das Dach ist kaputt“, beschreibt Nicole Wellenbüscher.

Über private Spender, kleinere Aktionen und den Förderkreis des IKGs konnten bereits 3000 Euro gesammelt werden. Von dem Geld wurden gegen die Hitzeentwicklung und für bessere Luftzirkulation in den Klassenräumen der Grundschule Dachfenster eingebaut. In der Vorschule wurden Fußboden und Fundament ausgebessert und Tische und Sitzgelegenheiten angeschafft.

Sponsorenlauf soll bei der Suche nach Geldgebern helfen

Es stehen als größerer Posten noch die Ausbesserung des Daches der Grundschule sowie der Einbau von Fenstern aus. Nach der ersten Sanierung steht das Konto aber wieder auf Null. „Wir suchen daher dringend Spender und würden auch gerne mit Firmen kooperieren. Dabei wollen wir nicht nur nehmen, wir sind auch bereit, etwas zurückzugeben“, sagt Nicole Wellenbüscher.

„Wir haben uns dem Hilfswerk Misereor angeschlossen. Es lässt uns alle Freiheiten, regelt nur das Finanzielle und sorgt dafür, dass wir Spendenquittungen ausstellen können“, sagt Nicole Wellenbüscher. Im Mai plant das Gymnasium einen Sponsorenlauf. Auch dafür werden Sponsoren gesucht.

Zudem sind Verkaufsaktionen denkbar. Neue Ware könnten von einer für Sommer geplanten Reise mitgebracht werden. Vom 18. Juni bis zum 5. Juli werden die Lehrer gemeinsam mit zwölf Schülern der Jahrgangsstufen Q1 und 10 EF nach Rutonde fahren. Eine AG, die die Fahrt vorbereitet, läuft seit dem Beginn dieses Schuljahres.

Nicole Wellenbüscher und Heiner Kühr waren schon mehrfach in Ruanda. „Die Lebensbedingungen in Rutonde sind rudimentärer als in Ruli. Man merkt, dass die Hilfe über die Jahre viel bewirkt hat“, sagt Heiner Kühr. „Ein Besuch in Ruanda erdet einen selbst – auch für Schüler ein interessanter Aspekt“, ergänzt der Lehrer.

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