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Kreishandwerkerschaft Wittekindsland überreicht Helmut Schildmeyer in Bad Oeynhausen Eisernen Meisterbrief

Eine seltene Ehre

Bad Oeynhausen

Als Helmut Schildmeyer seine Lehre im Tischlerhandwerk machte, war die Hobelbank noch ein wesentliches Arbeitsmittel. Und Möbelteile wurden seinerzeit noch mit Schwalbenschwänzen verzapft zusammengefügt. Es kostete zwar Zeit, diese Form ins Holz einzuarbeiten – aber dafür hielt die Verbindung jahrzehntelang.

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Zwar mit Abstand – aber dennoch begleitet von besten Wünschen – nahmTischlermeister Helmut Schildmeyer (Zweiter von rechts) den Eisernen Meisterbrief von Thomas Brinkmann (Zweiter von links), Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, entgegen. Zu den ersten Gratulanten gehörten die Söhne des Jubilars, Frank Schildmeyer (links) und Matthias Schildmeyer (Mitte), sowie Enkel Kai Schildmeyer (nicht im Bild). Foto: Christian Weber

Genauso beständig zeigt sich Helmut Schildmeyer als Tischlermeister: Noch heute ist der 90-Jährige im Familienunternehmen Karl Schildmeyer Möbelproduktion GmbH in Bad Oeynhausen präsent. Hier nahm er jüngst auch seinen Eisernen Meisterbrief entgegen.

Überreicht wurde die Jubiläumsurkunde von Thomas Brinkmann. Er ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland. Wie er betonte, ist es eine seltene Ehre, einen Handwerksmeister 65 Jahre nach seiner Meisterprüfung zu seinem Jubiläum beglückwünschen zu können.

Bevor Helmut Schildmeyer allerdings seine Prüfungen zum Tischlermeister im November 1955 vor der Handwerkskammer in Bielefeld ablegte, hatte er von 1945 bis 1948 seine Tischler-Lehre sozusagen zu Hause im vom Großvater im Jahr 1928 gegründeten Familienbetrieb absolviert. Es folgten Jahre als Geselle in den Firmen Schäffer und Heidbrink.

Im Familienunternehmen selbst das Ruder in die Hand nehmen musste Helmut Schildmeyer im Jahr 1968 nach dem frühen Ableben seines Vaters. Weitergegeben hat es der Jubilar im Jahr 2013 an seine Söhne Frank Schildmeyer und Martin Schildmeyer – beide ebenfalls Tischlermeister. Sie haben die Möbelproduktion weiter ausgebaut.

Während einst Küchenmöbel und später Wohnzimmer- und Anbauwände die Produktionsschwerpunkte bildeten, stehen heute Objektmöbel für Seniorenheime und Hotels im Mittelpunkt der handwerklichen Tätigkeit des heimischen Betriebes.

Gefertigt wird zwar mit modernster Computertechnik, beim Kunden vor Ort montiert wird allerdings in der althergebrachten handwerklichen Genauigkeit. Mit ihr groß geworden ist auch Kai Schildmeyer als fünfte Generation im Handwerksunternehmen. Als Enkel des Jubilars weiß er natürlich auch, wie aus vollem Holz Möbelteile entstehen. Und dass solche Möbel ein Leben lang halten – wie ein Schrank, der vor 80 Jahren bei Schildmeyers hergestellt worden ist und dessen heutiger Besitzer im norddeutschen Raum vor ein paar Wochen im Bad Oeynhausener Familienunternehmen angerufen hat, weil ihn die dauerhafte Qualität dieses Möbelstücks begeisterte.

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