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Bürgermeister fordert Erläuterung im Rat Bad Oeynhausens: Einladung an Vorstand

Entsetzen über die Klinik-Pläne

Bad Oeynhausen (WB/cb). Die Pläne für die Umstrukturierung des Verbundes der Mühlenkreiskliniken (MKK) beschäftigen die Menschen. Bürgermeister Achim Wilmsmeier hat gestern erklärt, dass sich dies auch in vielen besorgten Anfragen im Rathaus ausdrückt. Im Mittelpunkt stehe dabei die mögliche Aufgabe der Geburtshilfe am Krankenhaus in Bad Oeynhausen.

Das Krankenhaus Bad Oeynhausen (Foto) steht in unmittelbarer Nachbarschaft des Herz- und Diabeteszentrums. Auch der Bürgermeister sorgt sich um die Zukunft der jahrelangen und bewährten Zusammenarbeit der beiden Häuser. Foto: Mühlenkreiskliniken

Wie mehrfach berichtet soll sie, ebenso wie die Frauenklinik am Standort Lübbecke, an das Mindener Johannes-Wesling-Klinikum verlagert werden. Der Bürgermeister stellte gestern klar, dass das aktuelle medizinische Angebot im Krankenhaus Bad Oeynhausen nach wie vor uneingeschränkt nutzbar sei.

»Das Medizinkonzept der Mühlenkreiskliniken sorgt für viele besorgte Anfragen in der Stadtverwaltung. Ich werde auf vielen Terminen oder beim Gang durch die Stadt von besorgten Bürgerinnen und Bürgern angesprochen«, führt Achim Wilmsmeier weiter aus. Der Verwaltungschef: »Ganz oben auf der Sorgenliste steht da eindeutig die Aufgabe der Geburtsklinik in unserem Krankenhaus an der Wielandstraße mit mehr als 600 Geburten jährlich.«

Junge Familien sorgen sich um Ort für Geburt

Junge Familien würden sich jetzt schon darum sorgen, »ob sie sich für die Geburt im Mindener Klinikum anmelden müssen. Diese Sorgen sind aus meiner Sicht völlig unbegründet. Das Bad Oeynhausener Krankenhaus verfügt über eine gute medizinische Versorgung. Gerade in der Geburtshilfe sind die jungen Mütter überglücklich und zufrieden«, erklärt der Bürgermeister.

Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die zwei Mal im Jahr stattfindende Neugeborenenbegrüßung im Rathaus: »Da kommen die Eltern mit ihren Sprösslingen zu uns ins Rathaus, um sich über die Angebote für Familien zu informieren und regelmäßig ist auch der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe dabei. Und der Umgang zwischen Chefarzt und den Eltern ist immer sehr herzlich.«

Für Achim Wilmsmeier ist das ein deutlicher Beweis für die gute Arbeit, die dort in der Klinik geleistet wird. Wilmsmeier begrüßt auch Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Krankenhausmitarbeitern, die für den Erhalt des Bad Oeynhausener Krankenhauses in seiner jetzigen Form Unterschriften sammeln: »Dieses Engagement zeigt, dass den Menschen ihre Heimatstadt Bad Oeynhausen und die Lebensqualität, die unser Gesundheitsstandort mit sich bringt, nicht gleichgültig ist.« Man werde im Stadtrat und in der Verwaltung die weiteren Schritte bei der Umsetzung des Medizinkonzepts sehr genau verfolgen. Wilmsmeier: »Da ist aus meiner Sicht das letzte Wort noch nicht gesprochen.«

Etabliertes Sicherheitsnetz gerät in Gefahr

Gerade mit Blick auf die Nähe von Geburtsklinik und Herz- und Diabeteszentrum sei man entsetzt, dass die Pläne als alternativlos dargestellt würden und man sich von einer nachweislich hervorragenden medizinischen Versorgung im Bereich der Geburtshilfe mit langjährig etabliertem Sicherheitsnetz durch die Kinderintensivmedizin des HDZ verabschieden wolle. Wilmsmeier: »Die Verantwortlichen sollten ihre Pläne dem Rat in Bad Oeynhausen erklären. Deshalb habe ich Frau Doktor Drechsler und Herrn Doktor Bornemeier zur nächsten Ratssitzung eingeladen«, stellt Wilmsmeier klar.

Die Antwort dazu stehe noch aus. Selbstverständlich werte die Verwaltung die Beschlüsse und Vereinbarungen zum Übergang des städtischen Krankenhauses in die Mühlenkreiskliniken genau aus. »Es kann nicht sein, dass der Vorstand der Kliniken hier mit seinem jetzigen Vorgehen Beschlüsse verletzt, die damals getroffen wurden.« Die Denkpause, die sich der Kreistag am Montag in Sachen Medizinkonzept verordnet hat ist aus Sicht des Bürgermeisters sicher erst mal ein guter Schritt.

Aber: »Wir dürfen uns da nicht in Sicherheit wiegen. Als Bürgermeister bin ich den Menschen in Bad Oeynhausen verpflichtet. Und wenn es da um wesentliche Veränderungen in der Qualität der medizinischen Versorgung in unserem Gesundheitsstandort geht, werden wir alles unternehmen, den hohen Standard vor Ort nach Möglichkeit zu halten.« Dies gelte nicht nur für die Geburtshilfe, sondern auch für die anderen Fachbereiche, die die Mühlenkreiskliniken aus Bad Oeynhausen abziehen wollen. Achim Wilmsmeier ist zuversichtlich, dass Stadtrat und Verwaltung in dieser Angelegenheit mit einer Stimme sprechen werden.

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