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Das WM-Spiel verfolgen Zuschauer an verschiedenen Orten in Bad Oeynhausen

Erst Hoffnung, dann Enttäuschung

Bad Oeynhausen (WB). Damit hatten wohl die wenigsten Fußballfans vor der Partie gerechnet: Aus nach der Vorrunde. Viele Menschen verfolgten das Spiel der deutschen Elf gestern in Bad Oeynhausen bei sommerlichem Wetter erneut unter freiem Himmel. Aber auch viele Unternehmen ermöglichten ihren Beschäftigen, die Partie zu schauen.

Rajkumar Mukherjee und Claus Brand

Olaf Biebusch, Patient im Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW, hat sich gestern das WM-Spiel im Hörsaal der Klinik mit seiner Frau Meike und Tochter Emma (15) angesehen. Zu Beginn hat er noch auf ein 3:0 für Deutschland gehofft.   Foto:

Im Herz- und Diabeteszentrum an der Georgstraße versammelten sich etwa 35 Patienten und deren Angehörige sowie Mitarbeiter im Hörsaal der Klinik. Die Übertragung war auf der Leinwand zu sehen, daneben hing eine große Fahne in Schwarz-Rot-Gold.

Während der Übertragung des Spiels waren die Straßen der Innenstadt menschenleer. Die sonst beliebte Touristenbahn rollte ohne Fahrgäste auf ihrer Fahrtroute durch das Stadtzentrum.

Hoffnungsvoll war zu Beginn des WM-Spiels in Kasan Olaf Biebusch aus Lübbecke. Er ist derzeit als Patient im Herz- und Diabeteszen­trum (HDZ) NRW. Mit seiner Ehefrau Meike und Tochter Emma (15) schaute er sich im HDZ-Hörsaal das Spiel an. Tochter Emma hatte sich extra schwarz-rot-goldene Schminke auf die Wangen aufgetragen.

»Ich tippe natürlich auf einen Sieg für Deutschland und hoffe auf ein 3:0«, sagte Olaf Biebusch kurz nach dem Anstoß. Doch seine Hoffnung verflog bereits während der ersten Halbzeit zusehends. »Das geht ja schon gut los«, riefen er und weitere Zuschauer, als die Südkoreaner schon wenige Minuten nach dem Anpfiff einen Angriff über deren rechte Flanke starteten. Ein Raunen ging durch den Hörsaal, als in der neunten Minute der Ball über Mesut Özil und Joshua Kimmich in Richtung südkoreanisches Tor flog.

Aufschrei der Zuschauer im HDZ

Einen ersten Aufschrei gab es dann, als Südkoreas Jung Woo-Young einen Freistoß aus etwa 20 Metern wuchtig auf das deutsche Tor schoss – und Torwart Manuel Neuer den Ball nicht festhalten konnte und diesen abprallen ließ.

Enttäuscht nach der ersten Halbzeit zeigte sich Dirk Huckhagel aus Lübeck in Schleswig-Holstein. Bei dem gefährlichen Torschuss der Südkoreaner hatte er erschrocken die Hände gehoben und gebannt auf die Leinwand gestarrt. »Ich habe mir deutlich mehr erwartet«, sagte er nach dem Halbzeit-Pfiff, verließ den Hörsaal kurz und kam nach nur wenigen Minuten wieder. »Mal schauen, wie’s jetzt weitergeht. Es kann ja jetzt nur besser werden«, sagte Dirk Huckhagel.

Gebannt verfolgten auch die Besucher im »Cult« an der Klosterstraße die zweite Halbzeit. Passanten blieben interessiert stehen und gesellten sich spontan dazu.

Entsetzen machte sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit bei den Zuschauern breit, als der Südkoreaner Kim Young-Gwon erst ins deutsche Tor traf – und es dann die Bestätigung durch den Video-Assistenten gab. Sichtlich enttäuscht reagierten die Zuschauer aber, als Heung-Min Son fünf Minuten später keine Mühe hatte, den zweiten Treffer für Südkorea zu markieren.

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