1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Erste Anlage an der Portastraße

  8. >

Fußgängerzone in Bad Oeynhausen: Nach Neupflasterung sollen vier versenkbare Poller unbefugtes Befahren und Parken verhindern

Erste Anlage an der Portastraße

Bad Oeynhausen

Mehr als zwei Millionen Euro, mit hohem Förderanteil, hat die Stadt Bad Oeynhausen in den vergangenen zweieinhalb Jahren in die neue Pflasterung der Fußgängerzone investiert. Fortsetzung von 2023 an. Die Aufwertung ändert aber nichts an unerwünschtem Autoverkehr in der Fußgängerzone, vor allem während der Geschäftszeiten. Der soll nun durch versenkbare Poller an vier Orten eingeschränkt werden. Die erste Anlage soll noch 2021 an der Portastraße installiert werden.

Claus Brand

Noch in diesem Jahr soll die erste Anlage mit versenkbaren Pollern an der Portastraße entstehen. Weitere sind an diesen Standorten geplant: Königshof (2023), Herforder Straße am Lenné-Karree und am Augustaplatz (jeweils 2024/2025). Foto: Finn Heitland

Details zu diesem Vorschlag an die Politik erläutert die Stadt in einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 23. Februar, 18 Uhr, im Bürgerhaus Rehme. Zum Sachverhalt heißt es mit Blick auf die Fußgängerzone unter anderem: „Bürger, Gäste und Besucher sollten außerhalb der Lieferverkehrszeiten darauf vertrauen können, sich dort ungefährdet und ungestört von Kfz bewegen zu können. Trotz eindeutiger Beschilderung ist zahlreiches unbefugtes Befahren und Parken in der Fußgängerzone über die erlaubten Anlieferungszeiten hinaus durch Pkw und Lkw zu beobachten.“ Das lasse sich nachhaltig nur unterbinden, „indem neben den Maßnahmen des Ordnungsamtes die Zufahrtssituationen temporär, das heißt in den Geschäftszeiten, beschränkt werden. Hierzu eignen sich versenkbare Polleranlagen wie im Bereich Schützenstraße seit Jahren vorhanden.“

Eine weitere Polleranlage soll dem Plan zufolge 2023 am Königshof entstehen. Foto: Finn Heitland

Neben der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone soll laut Stadt durch die Installation von Polleranlagen auch die Sicherheit dort bei Veranstaltungen erhöht werden. Vor diesem Hintergrund seien die Städte bereits seit Jahren gefordert, „entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bisher wurden hierzu unter anderem versetzt aufgestellte Betonblöcke verwendet. Derartige Maßnahmen verursachen einen erheblichen Aufwand und bergen den Nachteil, dass für Einsatzfahrzeuge eine unerwünschte Verlangsamung der Zufahrt entsteht“, erläutert die Stadt. Gleiches gelte für Polleranlagen zur Verhinderung von Amokfahrten mit Lkw. Diese bedürften umfangreicher Tiefbauarbeiten, seien teuer und für den täglichen Einsatz nicht geeignet. Auf Grund des Gewichts und der Größe hätten diese Poller eine lange Hebe- und Senkzeit. Anfragen bei Kommunen, so in Münster, hätten ergeben, dass sie nur bei selten frequentierten Zugängen zum Einsatz kommen.

Bereits eine Kombination von starren und versenkbaren Pollern an entsprechenden Örtlichkeiten, an denen bei Veranstaltungen oder auch im Rahmen der täglichen Frequentierung Menschenansammlungen entstehen, würden gewissen Schutz bieten und erhöhten durch die Abschreckung die Sicherheit in der Innenstadt. Dabei kämen versenkbare Poller zum Einsatz, „die für den täglichen Einsatz ausgelegt sind“. Vor diesem Hintergrund habe die Stadt Innenstadt, Kurgebiet und Fußgängerzone und seine Straßen/Zuwegungen untersucht. Dabei wurde festgehalten, dass in der zentralen Innenstadt eine größere Anzahl von Bürgern wohnt sowie eine Vielzahl von Garagen oder Stellplätzen dort existieren.

Auch auf der Herforder Straße am Lenné-Karree soll dem Plan zufolge 2024/2025 eine Polleranlage gebaut werden. Foto: Finn Heitland

Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, habe die Analyse ergeben, dass versenkbare Polleranlagen an vier Standorten zur nachhaltigen Beruhigung der Innenstadt beitragen können. Diese sollen von 2021 bis 2025 unter Berücksichtigung anderer geplanter Baumaßnahmen errichtet werden, um eine Lenkung des motorisierten Individualverkehrs zu erreichen und um die Attraktivität für Geschäftsleute und Anlieger zu erhöhen.

Um den Zugang für Berechtigte zu ermöglichen, gebe es verschiedene Systeme (Sender, Tastaturen, Chipkarten), durch die ein dauerhafter für die Anwohner oder auch zeitlich begrenzter Zugang (Handwerker) gewährleistet werden könne. Berechtigte Kaufleute, Gewerbetreibende und Einwohner, Stadtwerke, ÖPNV sowie Feuerwehr- und Rettungsdienste sollen mit Sendern ausgestattet werden. Das System für den temporären Zugang (Beispiel Handwerker) soll mit dem Hersteller festgelegt werden.

Um die Verkehrslenkung zu ermöglichen, sei geplant, Lieferanten (Apotheke) nur begrenzt und in begründeten Ausnahmen das Befahren außerhalb vorgeschriebener Zeiten zu gewähren. Durch die Polleranlage an der Portastraße, Leerrohre liegen, könne auch auch das Befahren, Wenden und Zuparken des Platzes vor der Deutschen Bank unterbunden werden. Die Belieferung anliegender Geschäfte wäre über die Paul-Baehr-Straße ganztägig (Apotheke) und die obere Klosterstraße weiterhin während der Lieferzeiten uneingeschränkt möglich. Ein Hersteller hat die Kosten für eine solche Polleranlage auf 49.000 Euro geschätzt.

Bereits seit 2019 ist die Kurparkzufahrt durch Polleranlagen eingeschränkt.

Startseite