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Dr. Klaus-Peter Herm aus Bad Oeynhausen spricht über seine Reiseerlebnisse

Es lebe der indische Sport

Bad Oeynhausen (WB). Indien ist ein aufstrebendes Land. Die Großstädte investieren in moderne Infrastruktur. Das Coronavirus bringt auch dort das öffentliche Leben zum erliegen. Der Sportanthropologe Dr. Klaus-Peter Herm war dort vor der Krise mit seiner Tochter Dr. Bettina Herm zu Besuch und ist rechtzeitig vor der Schließung der Landesgrenzen zurückgekehrt.

Frank Dominik Lemke

Dr. Klaus-Peter Herm (links) und seine Tochter Dr. Bettina Herm treffen den Gründer des „Athletic Coaching Camp“, Dr. Kuntal Roy. Foto:

„Wir hatten Sorgen, dass wir es nicht schaffen“, sagt der 71-Jährige. Gemeinsam sind sie unter anderem in den Städten Delhi, Kalkutta und Panaji gewesen, um sich dort für den Jugendsport einzusetzen. Das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern blickt auf eine Geschichte von fünftausend Jahren zurück. Die bekanntesten indischen Sportarten sind das sogenannte Kabaddi, Kho Kho, Tennis, Hockey und Cricket. International hat das Land jedoch kaum Erfolge vorzuweisen. Sport wurde lange kaum gefördert.

Gezielte Suche nach Talenten

„Das Land investiert und bewirbt sich dafür, die Olympischen Spiele in den nächsten 15 Jahren auszutragen“, sagt Dr. Klaus-Peter Herm. Viele Inder hätten Zweifel an diesem Ziel, weil die Erfahrungen fehlen. Doch sie stellen internationale Tagungen auf die Beine, laden zu Konferenzen im eigenen Land ein, wie die in Panaji im westindischen Bundesstaat Goa.

Dr. Klaus-Peter Herm war Gastredner bei der „Scientific International Conference on Physical Education and Allied Sciences“, unter der Leitung der „National Association of Physical Education and Sports Science“ (NAPESS). Sein Thema: „Kinder- und Jugendsport in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus der speziellen Sicht der Sportanthropologie“. Dr. Klaus-Peter Herm will vor allem zu der Entwicklung des Nachwuchssportes beitragen.

„In Indien sucht niemand gezielt nach Talenten. Ich möchte die Inder mit dem Wissen des Westens unterstützen, um Jugendliche zu fördern“, sagt der Sportwissenschaftler. Zu seinen Partnern vor Ort zählt vor allem sein ehemaliger Doktorand Dr. Kuntal Roy, der 1969 den Leichtathletikklub „Athletic Coaching Camp“ in Kolkata gegründet hat. Aus den Reihen seiner Sportler sind bereits drei Olympiateilnehmer hervor gegangen. Derzeitige Hoffnungsträgerin des Klubs ist die 17-jährige Ananya Rajbanshi, die aus einfachen Verhältnissen kommt.

Vieles schon erreicht

Der Wille des Landes die Jugendlichen zu fördern sei da. Da die indische Bevölkerung körperlich anders als die westliche strukturiert sei, müsste für den Nachwuchs ein entsprechendes Training entwickelt werden. Das Land habe viele Vorteile. „Mich begeistert das indische Essen. Das ist vielfältig und gesund, überwiegend vegetarisch“, sagt Dr. Klaus-Peter Herm. Außerdem könnten die Inder mit ihrem traditionellen Wissen des Yoga ihre sportliche Leistungsfähigkeit verbessern. Vieles sei schon erreicht. Indien habe sich vorbereitet und könnte in Zukunft eine bedeutende Rolle im internationalen Sport einnehmen.

Nach dem Corona-Lockdown wurde unter Hilfe von Dr. Klaus-Peter Herm übrigens eine internationale Arbeitsgruppe von Sportwissenschaftlern gebildet, deren Ergebnis die erste „Virtuelle Internationale Konferenz zur Schaffung von Sportkultur an Universitäten“ vom 9. bis 11. Mai 2020 war. Geleitet wurde sie von der Fakultät für Physiotherapie der SGT Universität unter Führung von Professor G. Khanna in Gurugram, Indien. Es nahmen 18 international bekannte Gastredner teil.

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