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38-Jährige randaliert betrunken in Diskothek »Adiamo« – Amtsgericht verhängt Strafe über 1800 Euro

Frau tritt mit Stöckelschuh um sich

Bad Oeynhausen (WB). 1800 Euro Geldstrafe muss eine 38-jährige Frau aus Bad Oeynhausen bezahlen, wenn das Gerichtsurteil rechtskräftig wird. Die Frau hatte in der Diskothek »Adiamo« im Kurpark unter starkem Alkoholeinfluss randaliert und zwei Personen verletzt.

Wilhelm Adam

Mit einem Stöckelschuh soll eine 38-Jährige im »Adiamo« heftig gegen den Fuß eines Polizisten getreten haben. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Gemeinsam mit ihrem Mann und Freunden hatte die Beschuldigte im September 2018 nach einer Feier zuhause noch die Diskothek besucht. Dort hatte sie mehrere Gäste mehrfach belästigt und war dabei mit ihnen in Streit geraten. Wie die Polizei noch in der Nacht feststellte, hatte die Frau dabei einen Alkoholgehalt von 2,4 Promille im Blut. Gegen ihren Mann war das Verfahren abgetrennt und gegen Geldauflage eingestellt worden, weil die Randale maßgeblich von der Frau ausgegangen sei, wie Amtsrichter Dr. David Cornelius noch während der Verhandlung feststellte.

Erst in den RIngfinger gebissen, dann das Blut ins Gesicht gespuckt

In der Diskothek hatten sich die Gäste von der Frau belästigt gefühlt und daraufhin Sicherheitsleute der Diskothek alarmiert. Einem von ihnen biss die Frau dabei in den Ringfinger, wobei sich der Mann eine stark blutende Wunde zuzog. Dem zweiten Mann spukte die Frau Reste des Blutes ins Gesicht.

Nachdem Polizisten eingetroffen waren, wehrte sich die Frau weiter und trat einem von ihnen mit ihren Stöckelschuhen so heftig gegen den Fuß, dass sich der Beamte Prellungen und eine Fußverletzung zugezogen hatte.

Nur an ihre Nacht in der Ausnüchterungszelle bei der Polizei könne sie sich noch erinnern, sagte die Frau vor Gericht aus. »Das war krass.« Auch die Tatvorwürfe räume seine Mandantin vollumfänglich ein, sagte der Verteidiger, »nachdem sie sie aus den Akten rekonstruieren konnte.«

»Es tut mir Leid, was passiert ist«, sagte die Angeklagte. Ein Alkoholproblem wies die Frau aber von sich. Dies schrieb ihr der Staatsanwalt zu, da die Polizei einen Blutalkoholwert in der Tatnacht festgestellt habe, »den man nicht als Durchschnittskonsument erreicht.«

Srafe: 120 Tagessätzen zu je 15 Euro

Strafmildernd wertete der Staatsanwalt neben dem Geständnis der Frau auch ihre Aussage, seit dem Vorfall kaum noch etwas getrunken zu haben. Mit der Nacht im Polizeigewahrsam habe die Frau die Folgen ihrer Tat realisiert und somit bereits »eine Bestrafung im Vorfeld stattgefunden.«

Seinem Plädoyer auf eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro folgte auch Amtsrichter Dr. David Cornelius – entgegen der Einlassung des Verteidigers, dass eine Geldstrafe in dieser Höhe nicht gerechtfertigt sei, weil sie in das Bundeszentralregister eingetragen werde. Seine Mandantin habe sich nie vorher etwas zuschulden kommen lassen.

»Hätten Sie sich nicht zu den Vorwürfen eingelassen, hätte ich heute eine Haftstrafe auf Bewährung verhängt«, machte David Cornelius der 38-Jährigen die Konsequenzen ihrer Tat deutlich. Zudem sei die Attacke mit dem Schuh im nüchternen Zustand eine vorsätzliche gefährliche Körperverletzung, »weil der Absatz genutzt wird, um den Tritt zu verstärken.«

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