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Festgottesdienst in Bad Oeynhausen zur Partnerschaft der Kirchenkreise Vlotho und Tambarare muss ausfallen

Freundschaft in schwieriger Zeit

Bad Oeynhausen

Eigentlich hätte der Kirchenkreis Vlotho an diesem Wochenende seine seit 1984 andauernde Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Tambarare gefeiert. Coronabedingt musste der Festgottesdienst der Nachbargemeinden Altstadt, Wichern, Rehme und Lohe jedoch abgesagt werden.

Lydia Böhne

Pfarrer Markus Freitag freut sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Ansprechpartnern. Der Loher Pfarrer präsentiert ein Antependium aus Tansania mit dem Partnerschaftssymbol. Foto: Lydia Böhne

Auch wenn der Partnerschaftssonntag nicht gefeiert werden kann, stehen die Kirchenkreise in engem Austausch. Seit Anfang des Jahres befindet sich der tansanische Kirchenkreis in einer spannenden Umbruchphase.

Nicht nur der Festgottesdienst, auch ein für dieses Jahr angedachter Besuch in Tansania musste vorerst auf Eis gelegt werden. Eine Delegation aus dem Partnerkirchenkreis war zuletzt 2019 anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Deutschland.

Über WhatsApp und E-Mails steht Pfarrer Markus Freitag in engem Kontakt mit dem Kirchenkreis: „Die Corona-Lage vor Ort ist schwer einzuschätzen.“ Im Juni vergangenen Jahres habe der Präsident John Magufuli das Land offiziell für coronafrei erklärt. Dass dies der Wirklichkeit entspricht, hält Markus Freitag für äußerst fraglich: „Es werden kaum Tests durchgeführt. Es gibt aber auch nur ein einziges Testlabor in Dar es Salam, das zudem unter staatlicher Kontrolle steht.“

Die Regierung weigere sich, Zahlen an die Weltgesundheitsorganisation zu melden. „Es wird mit Sicherheit Corona-Erkrankungen geben. Aber ohne Tests sind diese nicht darauf zurückzuführen“, fügt der Beauftragte für Mission hinzu.

Der Tourismus in Tansania ist um nahezu 80 Prozent eingebrochen – eine Tatsache, die eins der ärmsten Länder der Welt ins Mark trifft: „Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen“, weiß Pfarrer Markus Freitag. Im alltäglichen Leben sei die Pandemie kaum spürbar. Dennoch habe es sich die Kirche zur Aufgabe gemacht, etwas zur Eindämmung beizutragen. Markus Freitag berichtet von Informationsveranstaltungen, genähten Mund-Nasen-Bedeckungen sowie Desinfektionsspendern auf öffentlichen Plätzen.

Ende des Jahres hat die Nord-Ost-Diözese, zu der Tambarare gehört, die neuen Verantwortlichen ihrer Kirche gewählt und damit große Veränderungen eingeleitet. Bischof Dr. Msafiri Mbilu ist für Markus Freitag kein Unbekannter: „Ich habe damals Kontakt zu ihm aufgenommen, als er in Heidelberg über ein Stipendienprogramm promoviert hat“, berichtet der Pfarrer. Über diesen Kontakt war Mbilu auch 2012 bei der Einweihung des Tambarare-Platzes am Kreiskirchenamt in der Innenstadt dabei.

„Während einer Tansania-Reise 2015 habe ich ihn mit unserem damaligen Superintendenten Andreas Huneke am Makumira University College in Arusha besucht. Vier Jahre später noch einmal mit meiner Familie, als er eine Gastprofessur an der Silliman Universität in Dumaguete auf den Philippinen innehatte“, berichtet Markus Freitag.

Der Pfarrer ist sich sicher: „Dr. Mbilu tut der Gemeinde und der Partnerschaft gut. Er ist ein zugewandter, empathischer und kluger Mann.“ Den neuen von der Landessynode gewählten Superintendenten Dean Frank Mntangi hat Markus Freitag noch nicht kennengelernt. „Ich bin schon gespannt darauf, er wird unser neuer Hauptansprechpartner sein“, fügt der Pfarrer hinzu.

Trotz der Pandemie werden die unterstützenden Projekte des Kirchenkreises Vlotho, beispielsweise Schulstipendien, fortgeführt. „Da es derzeit keine Kollekte gibt, freuen wir uns besonders über Spenden“, sagt Markus Freitag. Die Bankverbindung ist auf der Internetseite des Kirchenkreises über den Reiter Arbeitsfelder unter dem Stichwort Tambarare-Partnerschaft zu finden: www.kirchenkreis-vlotho.de.

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