1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Gebühren für Abwasser steigen

  8. >

Erhöhung um 12 und 27 Prozent – Rat muss neuer Satzung zustimmen

Gebühren für Abwasser steigen

Bad Oeynhausen (WB). Im kommenden Jahr müssen die Bad Oeynhausener Privathaushalte etwas tiefer in die Tasche greifen: Die neue Gebührensatzung der Stadtwerke sieht eine deutliche Erhöhung der Schmutz- und Regenwassergebühren vor. Darüber muss der Rat der Stadt Bad Oeynhausen am Mittwoch entscheiden.

Jaqueline Patzer

Die Gebühr für die Schmutzwasserentsorgung soll steigen: Bezahlte ein Musterhaushalt mit einem Frischwasserverbrauch von 200 Kubikmetern pro Jahr 2014 noch etwa 530 Euro, werden es im kommenden Jahr 66 Euro mehr sein. Das ist eine Steigerung von 12,4 Prozent. Foto: Harald Iding

Bezahlte ein Musterhaushalt – bestehend aus vier Personen, die einen Frischwasserverbrauch von 200 Kubikmetern pro Jahr haben und Schmutzgebühr für 130 Quadratmeter versiegelte Fläche zahlen müssen – 2014 noch etwa 530 Euro für die Entsorgung des Schmutzwasser aus Dusche, Spüle, Toilette oder Waschmaschine, werden es im kommenden Jahr 66 Euro mehr sein, also 596 Euro. Das ist eine Steigerung von 12,4 Prozent.

Für diese Kostensteigerung seien insbesondere Investitionen verantwortlich. »Wir haben in den vergangenen Jahren etwa 20 Millionen Euro investiert, insbesondere in das Kanalnetz. Es gab also einen Investitionsstau«, erklärt Christoph Dörr, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen. Auch die Unterhaltungsaufwendungen, insbesondere für das bestehende Schmutzwasserkanalnetz, etwa für Kanalprüfungen mit Kameras und Reparaturen an beschädigten Rohren werden als Aufwendungen angegeben.

Weiterhin Berücksichtigung finden die gestiegenen Personalkosten, es habe und werde weitere Gehaltserhöhungen durch Tarifabschlüsse geben, wie Dörr berichtet. Auch die Sparsamkeit der Bürger trägt einen kleinen Teil zur Kostensteigerung bei. Denn wenn Wasser als variable Kosten eingespart werden, müssen die Fixkosten wie die Abwasserentsorgung und das Wasserwerk auf weniger verbrauchte Kubikmeter Wasser umgelegt werden. 2,98 Euro pro Kubikmeter Frischwasser seien eine kostendeckende Gebühr. Zur Information: Die Stadtwerke dürfen weder Gewinne noch Verluste einfahren.

Steigerung fällt noch deutlicher aus

Bei den Niederschlagswassergebühren fällt die Steigerung prozentual noch deutlicher aus: Anstatt 0,59 Euro pro versiegeltem Quadratmeter werden ab Januar kommenden Jahres 0,75 Euro fällig, eine Steigerung von 27,1 Prozent. Für den Musterhaushalt, der Schmutzgebühr für 130 Quadratmeter versiegelte Fläche zahlt, werden anstatt 76,70 Euro wie in diesem Jahr, 97,50 Euro fällig – 20,80 Euro mehr. Insgesamt würde die Gebührenerhöhung eine Mehrbelastung von 86,80 Euro für den Musterhaushalt bedeuten.

»2012 haben wir die Gebühren für das Niederschlagswasser auf 0,59 Euro gesenkt«, erklärt Dörr. Diese Gebührensenkung sei möglich gewesen, weil die Stadtwerke aus den Vorjahren 756 000 Euro an Rücklagen gebildet hatten. »Doch das Geld ist weg«, sagt Dörr. »Daher haben wir die Gebühren wieder auf das alte Niveau angehoben.« Weiterhin reduziere sich die versiegelte, abflusswirksame Fläche. Die allgemein zu beobachtende Entwicklung der Entsiegelung von Flächen führe zu einer sich rechnerisch zwangsläufigerweise ergebenden Erhöhung der Niederschlagsgebühren, heißt es in der Vorlage, über die der Rat heute Abend entscheiden wird. Und sollte der Rat die Gebührenerhöhung, die der Aufsichtsrat der Stadtwerke einstimmig beschlossen hat, ablehnen? »Dann haben wir Probleme. Die Kosten wären nicht gedeckt und wir würden Defizite machen. Das hätte massive Einschnitte für den Betrieb zur Folge«, sagt Dörr.

Doch der Vorstand der Stadtwerke hat auch gute Nachrichten für die Bad Oeynhausener: »Wir gehen davon aus, dass die Gebühren die nächsten zwei, drei Jahre stabil bleiben werden.«

Startseite