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120 Gäste nehmen am Jahresempfang im McDonald-Elternhaus in Bad Oeynhausen teil

»Glück kommt durch einander«

Bad Oeynhausen (WB). Glück und Trauer liegen im Ronald-McDonald-Elternhaus ganz nah beieinander. Mit 120 Sponsoren, Freunden und Unterstützern hat die Einrichtung beim Jahresempfang kleine Glücksmomente geteilt.

Lydia Böhne

Den Jahresempfang im Ronald-McDonald-Elternhaus in Bad Oeynhausen haben (von links) Dr. Micha Wirtz, Vorstand der McDonalds-Kinderhilfe-Stiftung, Hausleiterin Stefanie Kruse, Schirmherr Ludger Burmann und Prof. Dr. Deniz Kececioglu, Direktor des Zentrums für angeborene Herzfehler im Herz- und Diabeteszentrum, begleitet. Foto: Lydia Böhne

Als treffendes Motto für den Jahresempfang hatte Stefanie Kruse sich für das Zitat »Glück kommt durch einander« von Peter T. Schulz entschieden. »Im Jahr 2000 gestaltete Peter T. Schulz oder auch der Olle Hansen genannt, die Stationen der Kinderklinik des Herz- und Diabeteszentrums«, erläutert die Hausleiterin. »Seine Gedanken inspirieren zu Einsicht, Mut und Selbstvertrauen«, meint Stefanie Kruse. Poetische Zitate des Künstlers zum Thema Glück begleiten die Gäste an diesem Abend als Dekoration an den Tischen oder den Wänden.

Liebevolles Zuhause auf Zeit

Aber wie kommt man denn am besten zu Glück? »Indem man anderen Glück schenkt«, ist sich Prof. Dr. Deniz Kececioglu sicher. Der Direktor des Zentrums für angeborene Herzfehler im Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) weiß genau, wie wichtig für Eltern die räumliche Nähe zu ihrem kranken Kind ist und wie sehr das Ronald-McDonald-Elternhaus die Familien dabei entlastet. Seit 2001 schenkt die Einrichtung Familien schwerkranker Kinder ein liebevolles Zuhause auf Zeit. Dass dabei aber auch mal ein Tränchen fließt, weiß Sabine Dawabi. »Die Eltern trinken gerne eine Tasse Kaffee in der Küche oder auf der Terrasse. Dabei werden auch viele Gespräche geführt«, ergänzt die Projektmitarbeiterin. Das Elternhaus hat einen Kaffeeverbrauch von etwa fünf Kilogramm pro Woche.

Am Glücksrad konnten die Gäste selbst zu kleinen Glücksbringern werden. »Wir haben uns überlegt: Wer ein großes Herz dreht, kann unseren Familien bei Gelegenheit sehr gerne ein Kilo Kaffee vorbeibringen«, erläutert Sabine Dawabi. Wer ein kleines Her dreht, erhält ein Tütchen Kleeblätter aus Schokolade.

Eltern können sich austauschen

Einige Wünsche erfüllen können wird sicherlich die Spende in Höhe von 5000 Euro, die Bernhard Silaschi und Prof. Dr. Otto Foit vom Vorstand des HDZ-Fördervereins überreichen. »Wir haben aber auch einen Wunschbaum, an dem Zettel mit kleinen Wünschen befestigt sind«, bemerkt Stefanie Kruse. Interessierte können jederzeit im Haus vorbeischauen, sich einen Zettel aussuchen und zum Wünsch-Erfüller werden.

Dass Glück im Elternhaus aber nicht unbedingt einen materiellen Wert hat, zeigt die Aussage von Stefanie Kruse: »Für mich ist der schönste Glücksmoment ein Kinderlachen«, sagt die Hausleiterin. »Wir freuen uns aber auch, wenn eine Operation gut verlaufen ist oder Familien uns mit einem gesunden Kind verlassen dürfen«, ergänzt Mareike Hohmeyer, Assistentin der Hausleitung. Darauf, bald auch so einen Glücksmoment erleben zu dürfen, hofft Ulrike Zimmermann aus Bielefeld. Vor zwei Tagen ist sie mit ihrem Mann im Elternhaus eingezogen. Ihre neun Monate alte Tochter wird im HDZ wegen einer angeborenen Herzmuskelerkrankung behandelt, liegt derzeit im künstlichen Koma. »Die Gedanken sind ununterbrochen bei unserer Tochter, es hilft aber schon, sich mit anderen Eltern auszutauschen«, ergänzt Ulrike Zimmermann.

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