1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. GOP-Varietés fordern mehr Unterstützung vom Staat

  8. >

Umsatz des Entertainment-Unternehmens bricht wegen Corona um 90 Prozent ein – Auch der Standort in Bad Oeynhausen ist betroffen

GOP-Varietés fordern mehr Unterstützung vom Staat

Bad Oeynhausen

Die GOP Entertainment Group mit ihren aktuell sieben Theaterspielorten in Bad Oeynhausen, Essen, Hannover, Münster, München, Bremen und Bonn fordert mehr Unterstützung vom Staat.

wn

Die winterliche Idylle im Kurpark von Bad Oeynhausen täuscht: Seit fast einem Jahr hat der Betrieb des GOP-Varietés im Kaiserpalais unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv zu leiden. Foto: Louis Ruthe

Vor Beginn der Corona-Pandemie war das Unternehmen nach eigenen Angaben kerngesund. In den vergangenen 20 Jahren seien stets positive Ergebnisse erzielt und jährlich Steuern in sechs- und siebenstelligen Beträgen abgeführt worden.

Die Unternehmensgruppe beschäftigte nach eigenen Angaben Ende 2019 etwa 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen jährlichen Gruppenumsatz von etwa 47 Millionen Euro. Das Wachstum sei stets aus Eigenmitteln erzielt worden. Bankdarlehen hätten nicht bestanden. „Wir waren stolz, als Unternehmen der Kulturbranche keine Subventionen zu erhalten“, sagt Olaf Stegmann, Geschäftsführer der GOP Entertainment Group.

Ende Januar, knapp ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie, habe sich die Situation geändert. Der Gesamtjahresumsatz in diesem Zeitraum sei im Vorjahresvergleich um knapp 90 Prozent von 47 Millionen Euro auf etwa fünf Millionen Euro eingebrochen. Nur für einen Zeitraum von drei Monaten im Sommer durften die Theater laut Olaf Stegmann mit staatlicher Erlaubnis geöffnet werden, allerdings auch nur mit 60 bis 70 Prozent der normalen Platzkapazität.

Diese Monate müssten saisonbedingt auch in normalen Zeiten durch das starke Wintergeschäft quersubventioniert werden. Die meisten Mitarbeiter sind nach Angaben des Geschäftsführers zwar in Kurzarbeit gegangen, aber laufende Kosten wie etwa Pacht für Spiel- und Verkaufsstätten, Versicherungen und weitere Kosten blieben bestehen.

Deshalb fordert Olaf Stegmann, dass auch größere Gastronomie- und private Kulturunternehmen wie die GOP Entertainment Group entsprechend der Verluste entschädigt werden. Dies müsse sich am erlittenen Schaden des Unternehmens bemessen und nicht an starren Obergrenzen eines EU-Beihilferechts.

„Es kann nicht sein, dass hier der Besitzer eines Restaurants mit einer Unternehmensgruppe mit 1000 Mitarbeitern gleichgesetzt wird“, betont Olaf Stegmann.

Von den angekündigten Novemberhilfen sei für alle sieben GOP-Theater ein Betrag von 50.000 Euro eingegangen. „Viel zu wenig“, meint Olaf Stegmann. Außerdem müsse eine weitreichende Ausweitung der Förderhöchstgrenzen nach EU-Beihilferecht erfolgen, da auch kleinere Unternehmen wegen der Dauer der Schließungen an Förderhöchstgrenzen stießen.

Weitere Kritikpunkte an den bisherigen Förderungen sind laut Olaf Stegmann, dass saisonale Besonderheiten nicht berücksichtigt worden seien. Dazu zähle auch, dass man seitens der Politik beziehungsweise der Behörden bei der Wiederöffnung branchenrelevante Zeitschienen berücksichtige.

„Die Theater benötigen einen Vorlauf von etwa vier bis sechs Wochen, um beispielsweise Karten für die Vorstellungen zu verkaufen. Dies ist sicher für die Behörden nicht einfach, aber das ist die gesamte Situation für die betroffenen Unternehmen auch nicht“, betont Olaf Stegmann.

„Für einen etwaigen Neustart ist das GOP – wie bereits nach dem ersten Lockdown – gut gerüstet. Durch ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept in Verbindung mit an allen Standorten bestehenden Lüftungsanlagen, die eine Frischluftzufuhr und Luftwechsel von mehr als 300 Prozent der behördlich Vorgaben erfüllen, können wir Gästen einen sicheren Aufenthalt gewährleisten“, sagt Christoph Meyer, Direktor vom GOP Kaiserpalais in Bad Oeynhausen.

Wünschenswert wäre es seiner Ansicht nach, dass die zuständigen Behörden und Verordnungen nach nahezu einjähriger Zeit der Pandemie dabei auch differenziert vorgehen und nicht verschiedene Branchen über einen Kamm scheren. Christoph Meyer: „Das darf man als Betrieb wohl verlangen, wenn einem das Grundrecht auf freie Berufswahl beziehungsweise dessen Ausübung nun seit fast einem Jahr verwehrt wird“.

Startseite