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Fährweg in Bad Oeynhausen: Fachausschuss stellt Weichen für Neubau

„Grüne“ Logistikhallen statt Holzfabrik

Bad Oeynhausen (WB). Seit Jahren stehen die Hallen der ehemaligen Holzhandlung Landré und Bartels an der Weser leer. Nun soll auf dem Gelände, das durch den Fährweg geteilt wird, etwas Neues entstehen. Logistikunternehmer Lars Hölkemeier hat das Grundstück in diesem Sommer von der Familie Borchers erworben. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung (ASE) am Donnerstagabend haben die Mitglieder mit der Abänderung des Flächennutzungs- sowie Bebauungsplanes den Weg für einen Neubau frei gemacht. Der Unternehmer aus Vlotho plant mit einer Investition im unteren zweistelligen Millionenbereich zwei neue Lagerhallen für sogenannte Kontraktlogistik.

Louis Ruthe

Die Jahre des Leerstandes sind den ehemaligen Hallen des Holzhandels nahe des Rehmer Weserufers anzusehen. Foto: Louis Ruthe

Neben der Schaffung von etwa 120 Arbeitsplätzen soll auch das gesamte Gelände – etwa 4,3 Hektar groß – neu gestaltet werden, hauptsächlich mit zwei neuen Lagerhallen sowie Räumen für die Verwaltung. „Eine Halle soll die Größe von 9000 Quadratmetern haben, die andere 2000 bis 4000 Quadratmeter groß sein“, berichtet der Unternehmer im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Fährweg werde dabei in öffentlicher Hand bleiben, sodass die Zufahrt zur Gastronomie „Altes Fährhaus“ sowie dem künftig neu gestalteten Weserradweg gesichert bleibe.

Zweigeschossiger Bau geplant

Durch die Abänderung des Bebauungsplanes ist der vorhandene, bereits gewerblich genutzte Standort beidseitig des Fährwegs bauplanungsrechtlich gesichert und die städtebauliche Entwicklung sichergestellt. Es ist festgehalten, dass die maximale Gebäudehöhe 14 Meter nicht überschreitet. Durch die Abänderung ist es dem Bauherren freigestellt, seine Logistikhallen länger oder breiter als 50 Meter zu planen, sofern es die Grundstückgröße zulässt. „Die maximale Gebäudehöhe werden wir mit dem Neubau nicht erreichen. Geplant ist ein zweigeschossiger Bau“, sagt Lars Hölkemeier.

In einem ersten Entwurf zur Veranschaulichung, wie eine künftige Lagerhalle am Fährweg aussehen kann, sind den Ausschussmitgliedern Lagerhallen mit teilweise begrünten Fassaden vorgestellt worden. Laut Beschluss müssen die Außenwände zu mindestens 30 Prozent mit kletternden oder rankenden Pflanzen (gemäß Vorschlags-Pflanzliste) begrünt werden, soweit nicht nachweislich hygienische und gesundheitliche Aspekte entgegenstehen. „Für mich ist Nachhaltigkeit nicht einfach nur ein Schlagwort, sondern ich stehe dazu“, sagt Lars Hölkemeier. Gerne „experimentiere“ der Vlothoer mit neuen Ökotechnologien.

In Wesernähe

Eine Besonderheit des Gebietes ist die räumliche Nähe zur Weser sowie dem dort verlaufenden Weserradweg. Im Zuge des Grundstückserwerbs durch den Investor ist es laut Verwaltung der Stadt Bad Oeynhausen geglückt, die für den Ausbau des Weserradwegs benötigten Flächen einschließlich der beiden denkmalgeschützten Krananlagen zu erwerben. „So kann zukünftig in einem eigenständigen Planverfahren der Weserradweg als Regionale-Projekt leistungstechnisch durch die Trennung vom Fußverkehr optimiert und gestalterisch aufgewertet werden“, heißt es im Beschlussvorschlag.

Einstimmig

Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses die Abänderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplans beschlossen. Nun muss der Rat noch endgültig in der Sitzung am 4. November den Abänderungen zustimmen, damit Unternehmer Lars Hölkemeier in die intensivere Planung der Neubauten einsteigen kann.

„Wir warten nun auf den Beschluss, und dann kann weiter geplant werden“, sagt Lars Hölkemeier. Wenn alles glatt laufe, hoffe er noch fürs kommende Jahr mit dem Baubeginn.

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