1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Hand in Hand gelingt die Rettung

  8. >

Freiwillige Feuerwehr und Johanniter-Unfall-Hilfe absolvieren gemeinsame Großübung

Hand in Hand gelingt die Rettung

Bad Oeynhausen (WB). Eine nicht alltägliche Übung haben die Löschgruppen Eidinghausen-Wöhren und Rehme gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) absolviert. Die Personenrettung und -versorgung haben dabei im Vordergrund gestanden.

Lydia Böhne

Nur über eine Leiter gelangen die Einsatzkräfte ins erste Obergeschoss. Auf dem Balkon finden sie bereits erste Verletzte, die noch vor Ort erstversorgt werden. Einige Personen muss ein Angriffstrupp erst im verqualmten Innern ausfindig machen. Foto: Lydia Böhne

Übung sieht Unfall bei Grillparty vor

Für die Übung in einem leer stehenden, ehemaligen Firmengebäude an der Erfurter Straße hat sich Brandoberinspektor Volker Eickhoff folgendes Szenario überlegt: Bei einer privaten Grillparty auf dem Balkon fällt plötzlich die Spiritusflasche in den Grill, was für eine Explosion sorgt. Zehn der zwölf anwesenden Gäste sind verletzt und müssen aus dem verqualmten Gebäude befreit und anschließend versorgt werden. Weil das Treppenhaus wegen der starken Rauchentwicklung nicht begehbar ist, müssen die Einsatzkräfte sich mit Leitern einen Weg über den Balkon in vier Metern Höhe ins erste Obergeschoss des Hauses bahnen. Dort faden sie bereits erste Verletzte, die aufgelöst nach Hilfe rufen.

»Wir müssen erst auf die Freigabe der Feuerwehr warten, bevor wir mit der Versorgung beginnen können«, bemerkt Sanitäter Guido Schanz von der JUH. Erst nachdem der Angriffstrupp sich ein Bild der Lage gemacht und die Verletzten lokalisiert hat, können die Sanitäter mit der Sichtung der Verletzten und dem Verteilen von Verletztenanhängungskarten beginnen. Sie kategorisieren nach den Farben Rot, Gelb und Grün den Schweregrad der Verwundung. Den besonderen Anspruch der Übung macht auch die Arbeit der Realistischen Unfall-Darstellung (RUD) der JUH aus. Gerhard Meyfeld und sein Team haben den zwölf Statisten mit Theaterschminke und Kunstblut täuschend echte Wunden auf Arme und Beine gemalt.

Nachbarn im Vorfeld über Großübung informiert

Während die Erstversorgung beginnt, werden einige Personen bereits über die Leiter gerettet und an die JUH übergeben, die im Garten des Hauses eine Patientenablage in einem mobilen Gebläsezelt eingerichtet hat. Unter den neugierigen Blicken einiger Anwohner, die im Vorfeld postalisch über die Großübung in Kenntnis gesetzt wurden, müssen die Einsatzkräfte die Situation Hand in Hand bewältigen. In den Augen von Volker Eickhoff hat das bereits gut geklappt. »Eine 100-prozentige Verbesserung im Vergleich zu unserer ersten gemeinsamen Übung 2017«, lobt der Brandoberinspektor. Auch Guido Schanz bezeichnet die Übung als »prima Erfolg«. Stefan Meier, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, berichtet, dass man die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und JUH in Zukunft weiter ausbauen wolle. Die eigentliche Brandbekämpfung und die Wasserversorgung über den angrenzenden Bach habe man absichtlich klein gehalten. »Es ging uns um das Zusammenspiel«, sagt Volker Eickhoff.

Startseite
ANZEIGE