1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Harte Fakten zu weichem Wasser

  8. >

Stadtwerke informieren über geplante Trinkwasserenthärtung in Bad Oeynhausen

Harte Fakten zu weichem Wasser

Bad Oeynhausen (WB). Wenige Tage vor dem Ratsbürgerentscheid zur Errichtung einer zentralen Trinkwasserenthärtung in Bad Oeynhausen verzeichnen die Stadtwerke ein hohes Informationsbedürfnis vieler Kunden. »Bei den meisten Anfragen geht es um mögliche Auswirkungen auf den Wasserpreis. Aber auch Folgen für die Umwelt sind ein Thema«, sagte Markus Schramm (Geschäftsbereichsleiter Wasser) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Malte Samtenschnieder

Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze (von links) und Markus Schramm (Geschäftsbereichsleiter Wasser) haben Fragen zur zentralen Trinkwasserenthärtung beantwortet. Sie ist Gegenstand eines Ratsbürgerentscheides an diesem Sonntag. Foto:

Die Aussage, dass sich der Wasserpreis durch den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung der insgesamt zwei geplanten Enthärtungsanlagen um voraussichtlich 0,30 Euro pro Kubikmeter erhöhen würde, ist laut Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze belastbar. Dieser Berechnung liege eine Schätzung der Investitionskosten von etwa fünf Millionen Euro aus den Jahren 2015/2016 zugrunde. Das entspreche aber nicht der tatsächlichen Bausumme.

Trinkwasserenthärtung für gesamten WBV Am Wiehen nicht vom Tisch

»Sollten die Bürger am Sonntag für den Bau der zentralen Trinkwasserenthärtung stimmen, gäbe es eine Ausschreibung. Würden deren Ergebnisse deutlich über den vorab geschätzten Baukosten liegen, würden wir die Ausschreibung aufheben«, sagte Andreas Schwarze. Parallel dazu zöge ein Ja der Bad Oeynhausener zur zentralen Trinkwasserenthärtung auch erneute Gespräche innerhalb des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen nach sich. »Wir würden erneut versuchen, andere beteiligte Kommunen wie die Stadt Löhne mit ins Boot zu holen«, sagte Andreas Schwarze.

Erste Gespräche über eine zen­trale Trinkwasserenthärtung für den gesamten WBV Am Wiehen seien 2014 wenig fruchtbar verlaufen. Im Bemühen um einen möglichst niedrigen Wasserpreis sehe er aber eine moralische Verpflichtung der Stadtwerke, sie unter den genannten Voraussetzungen wieder aufzunehmen, sagte der Vorstand. »Sollten die anderen Kommunen sich beteiligen wollen, würde sich für die erste Anlage in Rehme nichts ändern. Die zweite Anlage würde aber nicht in Bergkirchen, sondern direkt am Hochbehälter in Hille installiert«, erklärte Andreas Schwarze.

Vermutlich müsste einerseits die Schnellenthärtung aufgrund eines größeren Volumenstroms neu dimensioniert werden. Andererseits gäbe es in Hille bereits ein geeignetes Gebäude für die Anlage. Der Wasserpreis würde bei diesem Szenario laut Andreas Schwarze wohl nicht so stark ansteigen wie bei einer »reinen« Bad Oeynhausener Lösung. Angst vor willkürlichen Wasserpreiserhöhungen müsse niemand haben. Andreas Schwarze: »Jegliche Preisgestaltung unsererseits muss von den Landeskartellbehörden genehmigt werden.«

Einsparungen durch weicheres Wasser hängen vom Verbraucher ab

Inwieweit sich durch weicheres Wasser Einsparungen für den Verbraucher – etwa durch einen geringeren Verschleiß von Haushaltsgeräten oder eine Reduzierung von Reinigungs- und Waschmitteln – realisieren ließen, hängt laut Markus Schramm vom individuellen Verhalten jedes Verbrauchers ab.

Dafür, dass durch Brauchwasser, das bei der Umkehrosmose anfiele und in die Weser geleitet würde, keine Umweltschäden entständen, trügen die Stadtwerke Rechnung. Markus Schramm: »Wir würden selbstverständlich genau darauf achten, dass alle Grenzwerte eingehalten werden.« Auswirkungen auf die Qualität des gelieferten Wassers hätte das nicht. »Wir liefern jetzt geprüftes Frischwasser und würden das auch weiter tun«, sagte der Geschäftsbereichsleiter.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die allgemeine Trinkwassersituation im WBV Am Wiehen seit dem Wassermangel im Frühsommer deutlich entspannt habe, hätte der erhöhte Wasserverbrauch bei der Umkehrosmose aktuell keine gravierenden Auswirkungen. »Derzeit reden wir von einem normalen Niveau«, sagte der Stadtwerkevorstand.

Das Gros der Kunden kann sich am Ratsbürgerentscheid beteiligen

Dass die Kunden in 400 Haushalten vornehmlich in Löhne aber auch in Vlotho und Hille an diesem Sonntag nicht mitabstimmen können, liegt laut Andreas Schwarze in der Natur des Ratsbürgerentscheides, der nur für das Gebiet Bad Oeynhausens gilt. Das Gros der Kunden in insgesamt etwa 13.800 versorgten Haushalten könne aber mitentscheiden.

Startseite