1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bad Oeynhausen
  6. >
  7. Wahlhilfe von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst für CDU-Landratskandidat Jörg-Michael Schrader in Bad Oeynhausen: „Er mag Menschen“

  8. >

Auftritt in Bad Oeynhausen vor Landratswahl am 15. Januar

Wahlhilfe von Hendrik Wüst für CDU-Landratskandidat Jörg-Michael Schrader

Bad Oeynhausen

Ja, der Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Mittwochnachmittag in Bad Oeynhausen ist Wahlkampfhilfe für den CDU-Kandidaten Jörg-Michael Schrader im Hinblick auf die Landratswahl am Sonntag, 15. Januar. Der Besuch war aber noch viel mehr.   

Von Malte Samtenschnieder

Bei der Ankunft am Mittwochnachmittag an der Wandelhalle begrüßen CDU-Kreisvorsitzender Oliver Vogt (von links) und Landratskandidat Jörg-Michael Schrader den CDU-Landesvorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst in Bad Oeynhausen und im Mühlenkreis. Foto: Malte Samtenschnieder

Mehr über die Landratswahl in Minden-Lübbecke lesen Sie auf unserer Sonderseite.

Zum einen bewies Hendrik Wüst, dass er sich Bad Oeynhausen und dem Mühlenkreis verbunden fühlt, zum anderen, dass er zu vielen heimischen Christdemokraten– genannt seien neben Jörg-Michael Schrader etwa Oliver Vogt als Kreisvorsitzender und Bad Oeynhausens Bürgermeister Lars Bökenkröger – gerade zu freundschaftliche Kontakte pflegt.

Bis zu einem aufmunternden Klaps von Hendrik Wüst für Jörg-Michael Schrader und der finalen Aussage des Ministerpräsidenten – „Wenn ich hier wohnen würde, würde ich mich hier wohlfühlen und sicher am Sonntag Jörg-Michael Schrader wählen“– hatten die etwa 160 Gäste in der vollbesetzten Wandelhalle bereits mehrere Redebeiträge und eine kurze Diskussionsrunde absolviert.

Freundschaft reicht lange zurück

Dass ihn seit dem NRW-Tag der Jungen Union 2003 im Kurpark Bad Oeynhausen eine Freundschaft mit Hendrik Wüst verbindet, ließ Oliver Vogt die Gäste zu Beginn wissen. Damals sei er Kreisvorsitzender und Hendrik Wüst Landesvorsitzender der Jungen Union gewesen.

Mittlerweile habe sich diese Aufgabenverteilung von der Jugendorganisation der Christdemokraten auf die Hauptpartei übertragen. Oliver Vogt: „Dass der Ministerpräsident heute hier ist, verdanken wir aber Jörg-Michael Schrader. Dieser ist ebenfalls sehr gut vernetzt.“

Warten auf den CDU-Ministerpräsidenten (von links): Kreisvorsitzender Oliver Vogt, Landratskandidat Jörg-Michael Schrader, Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann und die ehemalige Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Kirstin Korte. Foto: Malte Samtenschnieder

CDU-Kandidat will Landratstour einführen

Nachdem Oliver Vogt die Parolen „Er kann Verwaltung“ und „Er kann Minden-Lübbecke“ für den weiteren Nachmittag ausgegeben hatte, trat Jörg-Michael Schrader an das Mikrofon. Der 50-jährige Kreiskämmerer gab sich bürgernah.

„Sagen, was ist, und halten, was man verspricht. Das ist mir wichtig“, sagte der Landratskandidat. Um besser mit den Bürgern in den elf Kommunen im Mühlenkreis ins Gespräch zu kommen, plane er das Einführen einer Landratstour.

Eine Idee, die die CDU-Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann aus Rahden später gerne aufgriff: Es sei richtig, dass die Menschen im Norden und im Süden des Kreises durchaus unterschiedliche Dinge umtrieben: „Durch den regelmäßigen Austausch behält man besser den Überblick.“

Etwa 160 Besucher sind der Einladung in die Wandelhalle gefolgt. Foto: Malte Samtenschnieder

Wer im Ehrenamt aktiv ist, wirft keine Böller

Im Folgenden richtete Jörg-Michael Schrader den Fokus auf das Ehrenamt, wie es auch die Einladung zur Veranstaltung vorsah. Er bezog sich insbesondere auf die fürchterlichen Geschehnisse aus der Silvesternacht.

Seine These: „Wer im Sportverein aktiv ist, im Schützenverein mitwirkt, auf der Theaterbühne steht oder im Orchester spielt, der weiß, was Zusammenhalt bedeutet. Und der wirft keine Böller auf Polizisten.“

Hendrik Wüst und Jörg-Michael Schrader verfolgen die Begrüßungsrede. Foto: Malte Samtenschnieder

Das Ziel: Durchstarten im Jahr 2023

In seiner anschließenden Rede nahm der Vorsitzende der NRW-CDU neben der Wahlkampfunterstützung für Jörg-Michael Schrader die Grundfesten der gegenwärtigen schwarz-grünen Landespolitik in den Blick. 

Zum Start in das Jahr machte Hendrik Wüst seinen Zuhörern Mut: „Wir werden versuchen, 2023 die Pandemie hinter uns zu lassen und wieder durchzustarten.“

Angesichts des seit fast einem Jahr andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine sei die Stimmung in weiten Teilen der Gesellschaft gedrückt. Hendrik Wüst: „Für einen gelungenen Jahresstart, ist es wichtig, dass auch die Wahl an diesem Sonntag gut läuft.“

Bei Hendrik Wüsts Ankunft ist die Stimmung gut. Der NRW-Ministerpräsident war zuletzt Anfang Juli in Bad Oeynhausen – zum Sommerkonzert 2022 der Landesregierung im Kurpark Foto: Malte Samtenschnieder

Von Flüchtlingskrise kann keine Rede sein

Er sei begeistert, wie fürsorglich die Menschen in NRW mit mittlerweile 220.000 Flüchtlingen aus der Ukraine – meist Frauen mit kleinen Kindern – umgingen. Hendrik Wüst: „Das zeigt, dass wir in NRW viele Menschen mit einem großen Herzen haben und Entscheidungsträger, die wissen, worauf es in der aktuellen Situation ankommt.“

Städte und Kreise hätten aus den Ereignissen 2014 ihre Lehren gezogen. „Deshalb kann im Moment von einer Flüchtlingskrise keine Rede sein“, betonte der Ministerpräsident.

Auf dem Podium stellen sich Hendrik Wüst (von rechts) und Jörg-Michael Schrader den Fragen von Bianca Winkelmann. Foto: Malte Samtenschnieder

Allgemeine Aussagen zu Krankenhausplänen

Im Hinblick auf eine Aussage zu den geplanten Klinikneubauten der Mühlenkreiskliniken (MKK) beließ es Hendrik Wüst bei allgemeinen Aussagen. Ein großer Teil der vorhandenen Strukturmittel sei bereits für den Mühlenkreis vorgesehen.

Die Diskussion über mehr, und immer mehr Geld reiße aber nicht ab. Der CDU-Landesvorsitzende: „Wir werden die Krankenhäuser in der Region in einer Weise bedenken, dass sie sicher für die Zukunft planen können.“

Pragmatisches Vorgehen zählt

Im Weiteren tippte Hendrik Wüst unter anderem die Themen Gas- und Strompreisbremse, Transformation des Industrielandes NRW im Hinblick auf Klimaneutralität sowie den Ausbau erneuerbarer Energien an.

Der Ministerpräsident: „Wir müssen im Moment pragmatisch vorgehen. Dass in NRW aktuell vier Kohlekraftwerke laufen, ist notwendig. Um die Klimaziele trotzdem zu erreichen, werden wir den Braunkohleausstieg vorziehen.“

Jörg-Michael Schrader möchte am Sonntag, 15. Januar, Landrat im Kreis Minden-Lübbecke werden. Foto: Malte Samtenschnieder

Anfang der Wertschöpfungskette erhalten

Um den meist unumkehrbaren Erhalt des Anfangs der Wertschöpfungskette in NRW etwa für die Stahlindustrie zu erhalten, sei grüner Wasserstoff nötig. An vielen Stellen solle zur klimaneutralen Energieversorgung auch auf zu errichtende Windparks zugegriffen werden.

Dazu sollten Vorschriften vereinfacht werden. „Warum soll man nicht auf einer ehemaligen Naturschutzfläche klimaneutrale Windenergie erzeugen, nachdem dort der Borkenkäfer sein Unwesen getrieben hat?“, fragte Hendrik Wüst.

Ministerpräsident Hendrik Wüst ist seit Beginn der laufenden Amtszeit im Sommer 2022 bereits zum zweiten Mal in Bad Oeynhausen und im Mühlenkreis. Foto: Malte Samtenschnieder

Fachkräftemangel in allen Branchen

Beim Fachkräftemangel, der sich mittlerweile durch alle Branchen ziehe, habe auch der Kreis Gestaltungsmöglichkeiten. „Etwa durch die Angebote in den Berufsschulen“, sagte Hendrik Wüst. Seiner Meinung nach gehöre Praktikern die Zukunft. Für die Aufgabe als Landrat bringe Jörg-Michael Schrader die wichtigste Eigenschaft mit: „Er mag Menschen.“

Startseite
ANZEIGE