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Michael Wehrmann verabschiedet sich aus Kommissariat Prävention in der Polizeiwache Bad Oeynhausen

Hier ist die Polizei der Freund und Helfer

Bad Oeynhausen

Länger kann man fast nicht dabei sein: Seit 45 Jahren ist Michael Wehrmann aus Bergkirchen Polizist. Er hat von 1996 an das Kriminalkommissariat für Prävention und Opferschutz mit aufgebaut.

Andrea Berning

Wenn Michael Wehrmann (Mitte) in den Ruhestand geht, teilen sich seine Kollegen die Zuständigkeiten neu auf: Oliver Thamm ist schwerpunktmäßig für den Seniorenarbeit zuständig, Birgit Thinnes für den Opferschutz. Foto: Andrea Berning

Zuletzt hat er im vergangenen Jahr noch dessen Umzug in seine Heimatstadt Bad Oeynhausen begleitet. Bald beginnt ein neuer Lebensabschnitt, Ende Februar geht der erfahrene Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand. Doch eigentlich ist der 62-Jährige fast schon weg – es sind noch viele Freizeitansprüche abzubauen. Wehrmann ist sich sicher, dass er die Polizei nicht vermissen wird: „Auf diese Zeit habe ich mich lange vorbereitet.“

Die Arbeit, die Michael Wehrmann geleistet hat, wird nahtlos weitergeführt: Birgit Thinnes, seit 1999 im Kommissariat Prävention tätig, übernimmt die Tätigkeit als Opferschutzbeauftragte. Oliver Thamm ist nach elf Jahren in der Leitstelle im vergangenen September in das Kriminalkommissariat gewechselt und schwerpunktmäßig für den Seniorenschutz tätig.

Dass er Thamm noch einarbeiten konnte, darüber freut sich Michael Wehrmann: So konnte viel Erfahrung weitergegeben werden, auch wenn ein Schwerpunkt der Arbeit mit Senioren – das Informieren bei Treffen von Altenclubs und Vereinen – coronabedingt natürlich nicht stattfinden konnte.

Personell wird das Kriminalkommissariat nach der Verabschiedung des Leiters Dirk Finke im Dezember kommissarisch von Birgit Thinnes geleitet. Nach dem Ausscheiden von Michael Wehrmann wird es allerdings nur noch vier Mitarbeiter haben, dabei soll es voraussichtlich auch bleiben.

Auch wenn er – so wie übrigens auch die Wersterin Birgit Thinnes (56) und der gebürtige Bad Oeynhausener Oliver Thamm (55) – seit Mitte 2020 nur einen kurzen Weg zur Arbeit hat: Der Umzug des Kommissariats nach Bad Oeynhausen, dem Raummangel im Mindener Polizeigebäude geschuldet, hat Michael Wehrmann nicht wirklich froh gemacht. Viele Gespräche mit den anderen Kriminalkommissariaten seien in Minden „über den Flur“ möglich gewesen. Und der Weg von Bad Oeynhausen in den Norden des Kreises, beispielsweise nach Stemwede – das sei schon eine lange Anfahrt.

Geliebt hat der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder (bald dreifacher Großvater) dagegen die Kreativität bei der Aufbauarbeit im Kommissariat Prävention. Es waren stets neue Ideen gesucht, etwa wenn es ganz zu Anfang in den 1990er Jahren um die Zusammenarbeit mit Schulen im Hinblick auf Gewaltvermeidung ging: „Schlag auf Schlag“ hieß eines der ersten Projekte dieser Art.

Gut sei auch immer die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus anderen Kreispolizeibehörden und dem Landeskriminalamt gewesen. Besonders gefallen hat Wehrmann auch, wie sehr er als Polizist bei dieser Arbeit als sprichwörtlicher „Freund und Helfer“ wahrgenommen worden sei: „Wir treffen auf sehr dankbare Menschen.“ Diese werden als Opfer einer Straftat, beispielsweise Raub oder Bedrohung mit einer Waffe, von den ermittelnden Kriminalkommissariaten an die Opferschutzbeauftragten verwiesen.

Dann können Michael Wehrmann und seine Kollegen schauen, was an Unterstützung benötigt wird, und stellen bei Bedarf Kontakte her: zu Frauenberatungsstellen, der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“, zum sozialpsychiatrischen Dienst oder zur Trauma-Ambulanz nach Bielefeld. Hier können Opfer einer Straftat schnell psychologische Unterstützung erhalten. Auch bei der Beantragung von Opferentschädigungsgeldern beim Landschaftsverband unterstützt das Kriminalkommissariat.

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