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Petra Schmuck ist neue Pfarrerin im pastoralen Dienst im Übergang in Rehme

Hilfe zur Selbsthilfe leisten

Bad Oeynhausen-Rehme (WB). Wo genau sich jeder Lichtschalter in der Laurentiuskirche befindet, weiß Petra Schmuck noch nicht. »Ich muss mich erst noch ein bisschen zurechtfinden«, sagt sie dennoch optimistisch. Übel nimmt ihr das wohl aber niemand. Denn erst vor vier Wochen hat die Engeranerin die Stelle für den pastoralen Dienst im Übergang in der Gemeinde Rehme angetreten.

Freya Schlottmann

Petra Schmuck ist neue Pfarrerin im Übergang in der Gemeinde Rehme, die vor einigen Jahren mit der Gemeinde Babbenhausen-Oberbecksen zusammengelegt worden ist. Die 61-Jährige soll helfen, eine Perspektive für die Gemeinde zu finden. Foto: Freya Schlottmann

Die schwierige Situation, die in der Rehmer Gemeinde herrscht, würde vermutlich jeden anderen neuen Pfarrer bei einem Neustart zunächst irritieren. Denn bereits vor einiger Zeit hatten Unstimmigkeiten und Konflikte innerhalb der Gemeinde dazu geführt, dass zunächst der Großteil des Presbyteriums zurückgetreten war und sich der einstige Pfarrer Ernst Pallmann vom Dienst zurückgezogen hat. Die Folge: Seit ziemlich genau einem Jahr trägt ein Bevollmächtigtenausschuss unter Leitung von Pfarrerin Anke Schröder geschäftsführend die Verantwortung für die Kirchengemeinde Rehme – ohne Presbyter und ohne Gemeindepfarrer. Wie es mit der Gemeindeführung weitergehen wird, soll das kommende Jahr zeigen.

Beratend zur Seite stehen

Und genau dabei ist Pfarrerin Petra Schmuck gefragt. »Als Pfarrerin im pastoralen Dienst im Übergang ist es meine Aufgabe, einerseits die klassischen Pfarraufgaben wie Gottesdienste, Beerdigungen oder Seelsorge zu übernehmen, andererseits aber auch der Gemeinde beratend zur Seite zu stehen, um wieder in eine Perspektive und Zukunft sowie ein Presbyterium zu finden«, sagt die 61-Jährige.

Weil Petra Schmuck bereits 29 Jahre die Gemeinde in Enger geleitet und viel Erfahrung im Bereich der Supervision und Beratung hat, ist sie gezielt von der Westfälischen Landeskirche für diesen Job ausgewählt worden. »Dieser pastorale Dienst im Übergang ist erst seit März eine feste Struktur bei der Landeskirche und orientiert sich an einem amerikanischem Modell«, erklärt die Engeranerin. Derzeit würden sechs Pfarrer im Gebiet der Westfälischen Landeskirche ein solches Amt bekleiden und in Gemeinden, in denen verschiedene Problemsituationen herrschen, unterstützende Arbeit leisten. »Manchmal ist es gut, wenn jemand Neutrales in die Gemeinde kommt und Hilfestellung leistet«, sagt Petra Schmuck zu diesem Konzept.

Neues Presbyterium soll gefunden werden

Maximal zwei Jahre dürfen Übergangspfarrer in einer Gemeinde bleiben. »Innerhalb dieser Zeit soll ein neues Presbyterium und vielleicht auch ein neuer Pfarrer gefunden werden«, erklärt Schmuck. In Rehme sieht die Engeranerin dafür Potential. »Ich bin ganz unbefangen in die Gemeinde gekommen und habe bisher sehr viele aktive und engagierte Menschen getroffen.« Von Streitereien und Konflikten aus der Vergangenheit sei ihr von den etwa 3600 Gemeindemitgliedern bisher noch nichts berichtet worden, erzählt sie. Und das sei auch gut so. »Etwas aufzuarbeiten, ist immer schwierig und manchmal auch nicht sinnvoll. In diesem Fall ist es vielleicht einfach besser, nach vorne zu schauen und zu gucken, wohin man will«, erklärt Petra Schmuck.

Tipps oder konkrete Vorstellungen, was sie in der Gemeinde zunächst im kommenden Jahr umsetzen will, hat die Pfarrerin dementsprechend auch nicht vor Augen. Für 2020 seien in Rehme aber Presbyterwahlen angedacht. 2019 solle dementsprechend zur Orientierung und zur Vorbereitung darauf genutzt werden, sagt Petra Schmuck. Wenn möglich, solle auch die Profilanforderung für einen neuen Pfarrer erarbeitet und eventuell auch eine neue Stelle ausgeschrieben werden. »Ich bin aber der Meinung, dass die Gemeinde den richtigen Weg selber finden muss und ich dabei helfend zur Seite stehe. Ich schaue deshalb was die Gemeinde will und braucht und nicht, was ich will«, sagt die 61-Jährige.

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