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Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho mit Sitz in Bad Oeynhausen besteht seit 20 Jahren, die Fürsorge seit 90 Jahren

Idee zu Helfen feiert Geburtstag

Bad Oeynhausen (WB). Pflege, Beratung, Begleitung – Menschen individuell im Alltag helfen: So könnte man die Idee des gemeinnützigen Vereins Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho beschreiben. Die Unternehmensgruppe feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt am 1. März im GOP-Kaiserpalais und Veranstaltungen.

Rajkumar Mukherjee

Kerstin Hensel, Vorstand des Vereins Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho, und ihr Team feiern das 20-jährige Bestehen. Die Verwaltung befindet sich noch an der Elisabethstraße (Foto), sie soll 2020 an die Hermann-Löns-Straße ziehen. Foto: Rajkumar Mukherjee

Am 1. Januar 1999 gründete sich der Verein Diakonisches Werk. »Der Auslöser dafür war, die diakonische Arbeit neu zu organisieren und zu professionalisieren«, sagt Kerstin Hensel. Sie ist seit dem 1. April 1999 Vereinsvorstand. Zudem ist sie Geschäftsführerin der Unternehmenstöchter »Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho Eduard Kuhlo gGmbH« und »Gemeinnützige Pflege des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Vlotho gGmbH«. Mitglieder des Vereins sind die Gemeinden im Kirchenkreis Vlotho. Das Einzugsgebiet umfasst die Städte Bad Oeynhausen und Vlotho sowie Teile Löhnes und Porta Westfalicas (weitere Informationen siehe Kästen rechts).

Der Beginn der diakonischen Fürsorge im Kirchenkreis geht ins Jahr 1929 zurück. Sie besteht somit seit 90 Jahren. »Viele ältere Menschen kennen diese Arbeit noch: Als Schwester Agnes mit dem Fahrrad oder dem Mofa unterwegs war«, sagt Ker­stin Hensel. Über die Fürsorge habe sich auch die evangelische Kirche, so wie andere Organisationen, in den vergangenen Jahrzehnten gesellschaftlich engagiert. 1975 gab es innerhalb der Kreissynode die ersten Überlegungen, die diakonische Arbeit unter einem gemeinsamen Dach zu bündeln. Im Auftrag des Vorläufers des Diakonischen Werks als Verein waren von 1976 an zwei Sozialarbeiter im Kirchenkreis Vlotho unterwegs.

Doppelhaushälfte als Vergleich

Längst ist unter dem Dach des Diakonischen Werks eine Unternehmensgruppe entstanden, mit zwei Hauptbereichen. »Ich vergleiche dies gerne mit einer Doppelhaushälfte: Auf der einen Seite ist die unternehmerische Diakonie, auf der anderen die anwaltliche oder Armutsdiakonie«, sagt Kerstin Hensel. Zwei Themen seien wichtig: 1. ein gesellschaftlicher Auftrag, also Menschen in ihrer jeweiligen Lebensituation zu helfen und 2. die klassische, anwaltliche Diakonie mit etwa der Sucht- und Flüchtlingsberatung.

Das »Wesen der Diakonie« beschreibt Kerstin Hensel dabei mit einem Bild: »Die Diakonie gibt jenen Menschen eine Stimme, die nicht für sich selbst sprechen können.« Dabei spiele auch die christliche Motivation eine Rolle.

»Jubiläumsempfang«

Anlässlich der Geburtstage gibt es einen »Jubiläumsempfang« am 1. März im GOP-Kaiserpalais. Daran nehmen von 11 Uhr an Vertreter der Gemeinden im Kirchenkreis Vlotho, Kooperationspartner, Bürgermeister, Landräte sowie Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker teil. Grußworte sprechen Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sowie Andreas Huneke, Superintendent und Vorsitzender des Verwaltungsrates des Diakonischen Werks. Neben einem Imbiss gibt es Musik mit dem Ensemble »Vinorosso« (Leitung Florian Stubenvoll).

Veranstaltungen

Zudem sind 2019 mehrere Veranstaltungen vorgesehen:

- 12. Mai (Muttertag): das Theaterstück »Du bist meine Mutter« zum Thema Demenz; Beginn ist um 15.30 Uhr im Gemeindehaus Löhne-Gohfeld.

- 26. Juni (Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch): der frühere Fußballprofi Ulrich »Uli« Borowka liest zum Thema Alkoholsucht aus seinem Buch »Volle Pulle«; Beginn ist von 16 Uhr an in der Rehmer Kirche

Zudem sind eine Veranstaltung zum Thema »Sterbehilfe – Hilfe zum Leben und zum Sterben« in Vlotho und ein Fest am »Welttag des Ehrenamts« geplant. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 05731/252350.

Vielfältiges Angebot

Umfangreich ist das Angebot des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Vlotho e.V. Zu je 100 Prozent gehören der Unternehmensgruppe zwei Töchter an: die »Diakonisches Werk im Kirchenkreises Vlotho Eduard Kuhlo gGmbH« mit der gleichnamigen Senioren-Pflegeeinrichtung in Löhne sowie die »Gemeinnützige Pflege des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Vlotho gGmbH«.

Die Angebote dieser beiden Unternehmenstöchter sind in der Sparte »Stationäre, teilstationäre, ambulante Pflege, ambulante und stationäre Kinder- und Jugendpflege« zusammengefasst: Neben dem Eduard-Kuhlo-Heim sind es das Stift Eidingsen, die Tagespflegeeinrichtungen Rehme und Vlotho, eine Wohngruppe für Jugendliche und die Sozialpädagogische Familienhilfe sowie die Diakoniestationen Bad Oeynhausen, Vlotho, Porta und Löhne, die Hauswirtschaftlichen Hilfen und Betreuungskräfte.

Weitere Sparten sind: Hauswirtschaftliche Hilfe und Serviceleistungen mit Menüdienst, Hausnotruf, Betreutes Wohnen Twellkämpe, Servicewohnen Karl-Späth-Straße, Werfelweg und Alter Postweg; Begleiten in besonderen Lebenslagen mit Hospizdienst und Trauerbegleitung, Bahnhofsmission, Diakonieladen/Tafel, Rechtliche Betreuungen sowie Beratung für Jugend, Familien, Senioren, Sucht und Migration mit den Themen Sucht und ambulante Reha, Ehe- und Lebensberatung, Jugendmi­grationsdienst, Flüchtlingsberatung, Projekt Generation Grenzenlos, Demenzfachdienst und Pflegeberatung.

300 Mitarbeiter

Aus Sicht von Kerstin Hensel habe das Diakonische Werk eine enorme Entwicklung vollzogen: »Das ging nur mit einem sehr motivierten Team.« Mittlerweile sind 300 hauptamtliche, 293 nebenamtliche und 205 ehrenamtliche Mitarbeiter im Diakonischen Werk tätig (Stand Oktober 2018). Zur Statistik gehören zudem 184 stationäre Plätze, 24 teilstationäre Plätze, 1450 ambulante Kunden und 2977 Beratungsklienten.

Die Arbeit der unternehmerischen Diakonie wird über die Kostenträger im Bereich der Seniorenzentren, der ambulanten Pflege sowie der Kinder- und Jugendhilfe refinanziert. In der Armutsdiakonie gibt es Zuschüsse des Kirchenkreises, Mitgliedsbeiträge der Kirchengemeinden sowie Zuschüsse von Bund, Land, den Städten und dem Kreis. Das Land zahlt seit 1977 jährlich 20.000 Euro (nach der Währungsumstellung) pro Vollzeitstelle. Das Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die »Schwarze Null«, etwaige Gewinne müssen im Unternehmen verbleiben.

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