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Diakonisches Werk zieht an die Hermann-Löns-Straße in Bad Oeynhausen um und bietet eine neue Wohnform an

Im Alter in die Senioren-WG

Bad Oeynhausen

Keine Grundsteinlegung, kein Richtfest – die Pandemie sorgt dafür, dass das große Bauprojekt des Diakonischen Werkes Vlotho fast unbemerkt von der Öffentlichkeit an der Hermann-Löns-Straße in Rehme fortschreitet.

Andrea Berning

Bürgermeister Lars Bökenkröger (links) verschafft sich auf Einladung von Kerstin Hensel (Diakonisches Werk Vlotho) einen Eindruck von der Baustelle. Architekt Michael Fetzko stellt das Projekt vor. Foto: Andrea Berning

Wenigstens Bad Oeynhausens neuer Bürgermeister Lars Bökenkröger konnte sich jetzt auf Einladung der Vorstandsvorsitzenden Kerstin Hensel einen Eindruck vom Baufortschritt verschaffen.

Die Feierlichkeiten für das neun Millionen Euro teure Bauprojekt sind aber nur verschoben: Im Sommer sollen die Gebäude fertig sein, und spätestens im Herbst – so hofft Kerstin Hensel – soll es ein Mitarbeiterfest, eine offizielle Einweihung und einen Tag der offenen Tür geben.

Damit will sie auch für eine Wohnform werben, die für das Diakonische Werk Vlotho an dieser Stelle noch neu ist: das Wohnen in Senioren-WGs. Dieses Angebot ist nicht zu verwechseln mit dem schon bekannten Betreuten Wohnen, sondern ersetzt eher den Umzug in ein Seniorenheim: „Hier werden die zukünftigen Bewohner rund um die Uhr betreut“, betont die Vorsitzende. Die Mieter – es gibt 24 Plätze auf zwei Etagen – bewohnen Einzelzimmer mit eigenem Bad. Die Pflege übernimmt die Diakonie, die auch für die Betreuung und die Angebote sorgt.

Je nach gesundheitlichem Zustand wird gemeinsam eingekauft und gekocht, gegessen werden kann auf einer großen Gemeinschaftsfläche. Es gibt ein Fernsehzimmer, und ein großer Balkon öffnet sich zum Kindergarten des Kirchenkreises, der gerade auf dem Nachbargrundstück entsteht. Beide Senioren-WGs nehmen je 600 Quadratmeter im Obergeschoss des Gebäudes ein, das an den neuen Kindergarten grenzt. Im Erdgeschoss ist Platz für eine Tagespflege, die vom Alten Rehmer Weg umzieht und künftig 18 Personen aufnehmen kann. Außerdem finden sich dort die Büros des Ambulanten Pflegedienstes.

Das 10.000 Quadratmeter große Grundstück ist lang und schmal. Deshalb seien die Gebäude versetzt und hintereinander angeordnet, erklärt Architekt Michael Fetzko vom Mindener Architekturstudio pm dem Bürgermeister beim Blick auf die Baupläne. Das Gebäude direkt an der Straße nimmt neben der Verwaltung die zahlreichen Beratungsstellen des Diakonischen Werkes auf. Im Erdgeschoss gibt es außer den Beratungsräumen, die von allen Beratungsstellen genutzt werden, Platz für Besprechungen in kleinerem und größerem Rahmen: Aus drei Räumen kann einer werden, der dann 140 Quadratmeter Fläche bietet.

Bürgermeister Lars Bökenkröger bewunderte die offene Bauweise für die Verwaltung in der ersten Etage: Teilweise wird auf offener Fläche gearbeitet, teilweise in kleinen Büros. Die Berater haben für ihre Verwaltungsarbeit keine festen Arbeitsplätze mehr, sondern nutzen unterschiedliche Schreibtische. In der Gebäudemitte gibt es einen „Parkplatz für Rollcontainer“ (Kerstin Hensel), hier verwahren Mitarbeiter ihre Unterlagen. „Beim Arbeiten heutzutage ist Flexibilität gefordert“, sagte Lars Bökenkröger: „Sie stellen sich mit dieser Planung hervorragend darauf ein.“

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