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800 Besucher feiern Abschied – Björn Birkefeld dankt für jahrelange Treue

Im Amarillo gehen die Lichter aus

Bad Oeynhausen (WB). Das letzte Bier ist gezapft, die Musik verstummt und die Türen endgültig geschlossen. Hunderte Feierlustige haben in der Nacht auf Sonntag würde- und stimmungsvoll den Abschied vom Amarillo gefeiert.

Anna Pia Möller

Die Stimmung am letzten Abend im Amarillo ist super. Auch Sarah Rack (von links), Stefanie Krietemeier, Denise Werle und Lara Mueller-West haben Spaß. So möchte Inhaber Björn Birkefeld die Abende in seinem Club in Erinnerung behalten. Foto: Anna Pia Möller

»So etwas hat Bad Oeynhausen noch nicht gesehen«, meint Inhaber Björn Birkefeld überwältigt und fast ein bisschen gerührt. Der Einlass beginnt um 22 Uhr. Trotzdem versammeln sich die ersten Gäste in weiser Voraussicht bereits eine halbe Stunde vorher. Diejenigen, die erst um 22 Uhr kommen, stehen teilweise mehr als eine Stunde in der Kälte, bevor sie den Club betreten können. »So viele Gäste hatten wir lange nicht mehr«, sagt Björn Birkefeld.

Fast zehn Jahre gehörte das Amarillo zu den beliebtesten Locations Bad Oeynhausens. »Zum Feiern war das hier die Anlaufstelle Nummer eins. Als ich gehört habe, dass es schließen soll, wollte ich es erst nicht glauben«, sagt Besucher Philip Becker. Das Amarillo soll der Erweiterung des Ärztehauses in dem ehemaligen Kino »Die Leiter« Platz machen. »Als ich die Nachricht vom Vermieter erhalten habe, war das traurig und niederschmetternd und die meisten Teammitglieder mussten weinen«, erzählt Björn Birkefeld, der betont, dass er sehr stolz auf seine Mitarbeiter sei.

Diskothek ist für Gäste wie ein Zuhause

Für die Besucher war vor allem die familiäre Atmosphäre ein Grund, immer wieder zu kommen. »Ich war fast jedes Wochenende hier. Inzwischen fühle ich mich hier sogar ein bisschen zu Hause. Ich weiß gar nicht, was ich jetzt am Wochenende machen soll«, meint Stammgast Nadine Schiebaum. Dem schließt sich auch Alex Schulz an: »Es war immer der Hammer, weil man so viele Leute getroffen hat, die man kannte.« Er gehört ebenso wie Marika Birkefeld zur Familie des Inhabers. »Wir sind natürlich heute dabei«, meint Marika Birkefeld.

René Beißner und Maja Benecke verbinden mit dem Amarillo ganz besondere Erinnerungen. Nachdem sie sich auf einem Online-Portal kennen gelernt hatten, trafen sie sich hier zum ersten Mal und verliebten sich ineinander. Seit sieben Monaten sind sie ein Paar und kommen immer noch gerne gemeinsam in den Club. Für das Jahr 2015 haben der Hannoveraner und die Bad Oeynhausenerin große Pläne. »Wir möchten auf jeden Fall zusammenziehen«, sagt Maja Benecke.

Jeder möchte ein Foto mit Milan Duwic

Die meisten Verehrerinnen hat der wohl älteste Mitarbeiter des Amarillos. Toilettenmann Milan Duwic ist von Anfang an dabei und gehört zu einem Abend im Amarillo einfach dazu. »Milan ist der Beste. Der ist total nett und erkennt einen immer wieder«, sagt Besucherin Saskia Bleeke. Für seine Arbeit putzt er sich immer richtig heraus. Mit Fliege, Hemd und Weste sorgt er dafür, dass die Toiletten sauber sind und sich alle wohlfühlen. Zwischendurch mischt er sich aber auch gerne unter die Gäste, tanzt mit den Frauen und nimmt sie herzlich in den Arm. So gehört ein Abschiedsfoto mit Milan für viele Gäste an diesem Abend zum Pflichtprogramm.

Trotz des traurigen Anlasses ist die Stimmung von Anfang an mitreißend. Als der DJ Frank Timmermann alias Franky Flow um 23.11 Uhr das erste Mal »Atemlos« von Helene Fischer auflegt, wird im ganzen Club getanzt. Gegen halb eins ist der Club voll. Mehr als 550 Besucher dürfen in die Räumlichkeiten nicht rein. »Jetzt kommen die Leute nur noch rein, wenn andere gehen«, erklären die Sicherheitsbeauftragten. Aber die Gäste sind standhaft und warten. 800 zählt Birkefeld am Morgen. »Dieser Abend hat all meine Erwartungen übertroffen«, sagt Björn Birkefeld. Bis 12 Uhr am nächsten Vormittag hätten Besucher und Mitarbeiter gefeiert.

Die Party geht weiter

Zur Zukunft des Amarillos konnte Björn Birkefeld noch keine konkreten Äußerungen machen. Er stellte fest, dass alle Gerüchte, die derzeit im Umlauf sind, nicht der Wahrheit entsprächen. So wolle er weder in die Räume des Go-Parcs, noch des PWs oder des Egos ziehen. »Wir wollen definitiv in Bad Oeynhausen bleiben und sind aktiv auf der Suche nach einem passenden Standort.« Birkefeld wolle sich damit jedoch Zeit lassen. Das Ego entspräche nicht seinen Vorstellungen. »Ich möchte wieder etwas Rustikales«, erklärte er. Das Team würde jedoch mitkommen.

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