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Kreis Minden-Lübbecke: Nach Astrazeneca-Spritze fallen einige Mitarbeiter von Rettungsdienst und Feuerwehr krankheitsbedingt aus

Impf-Aktion mit Nebenwirkungen

Lübbecke/Hille

Was tun, wenn einem kurzfristig Impfstoff gegen das Coronavirus des Herstellers Astrazeneca angeboten wird? An Senioren über 65 Jahre wird dieser im Januar zugelassene Impfstoff in Deutschland nicht verimpft. Der Krisenstab des Kreises entschied sich dafür, am Donnerstag 320 Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste und des Rettungsdienstes impfen zu lassen, da diese auch prioritär zu impfen sind. Danach gab es nun einige Krankmeldungen.

Viola Willmann

Ein Rettungswagen steht vor der Notaufnahme des Krankenhauses in Rahden. In Folge der Impfung am Donnerstag soll es beim Rettungsdienstpersonal im Kreis zu Ausfällen gekommen sein. Foto: Michael Nichau

Erst Ende der vergangenen Woche hatte der Kreis Minden-Lübbecke die Information über zusätzlich zur Verfügung stehende Impfstoff-Dosen bekommen.

Die Astrazeneca-Impfung im Impfzentrum Hille allerdings hatte am Freitag Auswirkungen auf die Besetzung der Rettungswachen im Kreisgebiet. „Einige der geimpften Mitarbeiter haben danach über Nebenwirkungen geklagt, wie sie bei Impfungen gelegentlich auftreten können“, berichtet Kreissprecher Florian Hemann auf Anfrage dieser Zeitung. Eine exakte Zahl wurde nicht genannt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impfstoffes Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie ein Krankheitsgefühl. Der Impfstoff wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind insgesamt zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis soll vier bis zwölf Wochen nach der ersten gegeben werden.

Kreissprecher Florian Hemann

„Auch in Nachbarkreisen nannten Bürger nach der Impfung mit dem Vakzin zuletzt ähnliche Nebenwirkungen. Das ist weder Regel noch Seltenheit und kam so auch schon bei einzelnen Chargen des Vakzins von Biontech/Pfizer vor“, sagt Florian Hemann weiter. Einzelne Mitarbeiter des Rettungsdienstes hätten sich in der Folge der Impfung krankgemeldet. „Der Rettungsdienst war zwischenzeitlich personell nicht optimal aufgestellt, aber jederzeit sichergestellt“, heißt es vom Kreis weiter.

Besonders die Rettungswache in Rahden war betroffen. Den Leiter der Rettungswache Rahden, Marcus Pansing, erwischte diese Zeitung krank zuhause. Er verwies an die Pressestelle des Kreises. Kreissprecher Florian Hemann: „Seit Freitagmittag ist der Rettungsdienst auch wieder komplett im Einsatz.“

Konkret sei ein Rettungswagen in Rahden durch Kräfte aus Lübbecke besetzt worden und in Lübbecke habe das Deutsche Rote Kreuz aktiviert werden können, um einen Rettungswagen und einen Krankentransport-Wagen der Wache Lübbecke zu besetzen. „Dieses Vorgehen, auf Kräfte des DRK zurückzugreifen, ist auch sonst bei krankheitsbedingten Ausfällen oder zu Spitzenzeiten üblich“, sagte die Leiterin des Krisenstabes Cornelia Schöder.

Aus Bad Oeynhausen sind am Donnerstag 20 Mitarbeiter des Rettungsdienstes mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft worden.​ Zwei Mitarbeiter zeigten laut Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich am Freitag Nebenwirkungen. Auswirkungen auf den Dienstplan hatte das nicht. Alle Mitarbeiter für die Impfaktion waren so ausgewählt, dass sie am Freitag nicht im Dienst waren. Insgesamt umfasst die Hauptwache Bad Oeynhausen 104 Mitarbeiter. Laut Müller-Ulrich haben inzwischen 87 die erste Impfdosis erhalten. Bei den restlichen Feuerwehrleuten und Rettungsdienstlern zuvor war es aber der von Biontech/Pfizer.

Im Impfzentrum Hille sind am Donnerstag 320 Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten und vom Rettungsdienst geimpft worden. Hinzu kamen 174 Senioren über 80, die ebenfalls kurzfristig einen Impftermin bekommen hatten Foto: Arndt Hoppe

Neben den Mitarbeitern von Pflegediensten und Rettungsdienst wurden am Donnerstag weitere 174 Senioren über 80 Jahren mit dem Biontech-Impfstoff geimpft, die ebenfalls erst kurzfristig über ihre Hausärzte informiert worden waren. Das soll am Impfzen­trum in Unterlübbe für logistische Probleme gesorgt haben. Dazu der Kreis: „Das Impfzentrum in Unterlübbe ist erst am Montag an den Start gegangen und befindet sich in der Anfangsphase. Wo Probleme entstehen, werden die Abläufe angepasst. Außerdem werden die Kapazitäten sukzessive erweitert, sodass im Idealfall mehr als 1000 Personen pro Tag im Impfzentrum geimpft werden könnten.“

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