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Märchenmuseum Bad Oeynhausen: Adventskalender von Gründer Karl Paetow datiert vermutlich auf 1945 zurück

In 24 Türchen zum „Paradies auf Erden“

Bad Oeynhausen

Zum Weihnachtsfest 2020 geht der Blick im Rahmen einer dreiteiligen Miniserie zurück auf die Ereignisse im Winter 1945 – unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Teil 2: Blick in das Märchenmuseum.

Malte Samtenschnieder

Das Foto zeigt einen Adventskalender, wie er Mitte der 1940er Jahre üblich war. Dieses Exemplar stammt vermutlich aus dem Privatbesitz von Karl Paetow, dem Gründer des Bad Oeynhausener Märchemuseums. Auf der Vorderseite wurde handschriftlich die Jahreszahl „1945“ vermerkt. Foto: Malte Samtenschnieder

Wer nach Anhaltspunkten dafür sucht, wie die Bad Oeynhausener vor 75 Jahren Weihnachten gefeiert haben, wird auch im Märchenmuseum Bad Oeynhausen fündig. Stolz verweist Dr. Hanna Dose, Leiterin der städtischen Museen, auf einen Adventskalender.

„Vermutlich stammt das Exemplar aus dem Privatbesitz von Karl Paetow“, erläutert Hanna Dose. Der Gründer des Märchenmuseums habe ein Faible für Weihnachten gehabt. Deshalb umfasse die Museumssammlung nicht nur etliche weihnachtliche Kinderbücher, sondern auch mehrere Adventskalender. Auf einem Exemplar ist auf der Vorderseite handschriftlich die Jahreszahl „1945“ vermerkt. Hanna Dose: „Das spricht dafür, dass er unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war.“

Für Märchenexpertin Hanna Dose ist der Adventskalender aus den 1940er Jahren ein wichtiges Zeitdokument. Es sei interessant, zu beobachten, wie sich die Darstellung von Märchen mit dem wandelnden Zeitgeist verändere. „Dieser Adventskalender aus der direkten Nachkriegszeit zeigt die typischen Motive: Engel in den Wolken, aber auch Kinder, die Spielzeug in den Händen halten oder die sich über Naschzeug freuen.“

Die Aufgabe eines Adventskalenders bestehe darin, die Vorfreude auf Weihnachten zu steigern. Die Motive auf Karl Paetows Adventskalender vermittelten die Botschaft vom „Paradies auf Erden“. „Dieses wurde dann oft an Weihnachten für die Kinder in Form eines ‚süßen Tellers‘ Wirklichkeit“, betont Hanna Dose. Bei dem Exemplar von 1945 gebe es eine Besonderheit: Es sei sonst eher nicht üblich, dass auf jedem Türchen des Kalenders ein Text zu lesen sei.

Die bräunliche Papierfärbung und die erkennbaren Gebrauchsspuren seien hingegen typisch: „Oft wurden die Türchen nach dem Gebrauch wieder geschlossen, sodass der Kalender erneut benutzt werden konnte.“

Teil 1: Blick in die Altstadtgemeinde

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