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Abiturienten der Europaschule Bad Oeynhausen organisieren mit dem DRK eine Blutspendeaktion

Kleiner Pieks, große Wirkung

Bad Oeynhausen (WB). „Ich habe eigentlich gar nichts gemerkt“, lautet das Fazit von Sven Eickmeier. Der Geschichtslehrer hat am Montag zum ersten Mal Blut gespendet. Seine hartnäckigen Schülerinnen konnten ihn überzeugen, bei der Blutspendeaktion mitzumachen, die die Abiturienten der Europaschule Bad Oeynhausen in Kooperation mit dem Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ausgerichtet haben.

Lydia Böhne

Waldemar Diel vom medizinischen Fachpersonal des DRK (links) überwacht den Blutspendevorgang von Geschichtslehrer Sven Eickmeier (MItte). Über die große Resonanz auf die Blutspendeaktion freuen sich Beratungslehrer Rudolf Bernhard (von links), DRK-Mitarbeiter Stephan Kottmann, Schulleiter Dirk Rahlmeyer sowie die Abiturientinnen Amina Medjedovic und Janne Funk. Foto: Lydia Böhne

Federführend haben sich die Abiturientinnen Amina Medjedovic (18) und Janne Funk (19) um die Organisation gekümmert. Amina Medjedovic spendet seitdem sie volljährig ist Blut und Plasma. „Man tut sich und anderen etwas Gutes“, lautet ihre Begründung. Auf der Internetseite des DRK war die Schülerin darauf aufmerksam geworden, dass die Institution mit Schulen kooperiert.

60 Anmeldungen, davon 45 von Schülern

Kurzerhand war die 18-Jährige mit Stephan Kottmann vom DRK-Blutspendedienst West in Kontakt getreten, um an der Europaschule eine Blutspendeaktion zu initiieren. 60 Anmeldungen, davon 45 von Schülern, konnten im Vorfeld gesammelt werden. „Interessierte können aber auch spontan vorbeikommen und mitmachen, wenn sie die Kriterien erfüllen“, ergänzt Amina Medjedovic.

Ob diese erfüllt sind, wird in mehreren Schritten gecheckt: Bei der Anmeldung wird über Führerschein oder Personalausweis zunächst die Volljährigkeit geprüft. Anschließend wird durch einen Fragenkatalog die gesundheitliche Vorgeschichte und der derzeitige Zustand des Spenders ermittelt. Alle weiteren Fragen werden in einem Arztgespräch, das auch eine kleine Voruntersuchung beinhaltet, geklärt.

„Meine Frau hat mir schon immer gesagt, dass ich das endlich machen soll“

Außerdem wird ein Körpergewicht von 50 Kilogramm benötigt. Die finale Entscheidung, ob abgezapft werden darf, trifft an diesem Tag Gaby Ledig vom medizinischen Fachpersonal. „Bevor es losgeht, ermitteln wir, ob der Eisenwert passt“, sagt sie. Nach einem kurzen Pieks in den Finger erhält Alina Brandt (18) von Gaby Ledig das Okay.

Im Gegensatz zu der erfahrenen Blutspenderin ist Sven Eickmeier zum ersten Mal dabei. „Meine Frau hat mir schon immer gesagt, dass ich das endlich machen soll. Ich bin aber nie dazu gekommen“, berichtet der Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaft. Weil Amina Medjedovic und Janne Funk, die seinen Geschichtsleistungskurs besuchen, hartnäckig geblieben sind, hat er an der Aktion teilgenommen.

Zwischen fünf und sieben Minuten dauert die Blutentnahme

„Mir war ein bisschen bange vor den Formalia, aber ich bin gut angeleitet worden und fühle mich sehr gut betreut“, berichtet er. Fünf hauptamtliche Mitarbeiter des Blutspendezentrums Bad Salzuflen sowie zwei Honorarärzte und acht ehrenamtliche Helfer des DRK Bad Oeynhausen kümmern sich um die Freiwilligen. Zwischen fünf und sieben Minuten dauert es, bis der benötigte halbe Liter abgenommen worden ist. Danach gibt es eine Ruhepause und einen Imbiss.

Stephan Kottmann sieht in der Aktion an der Europaschule die Chance auf junge Spender. „Die, die regelmäßig zu uns kommen, sind in einem hohen Alter. Um einen erfahrenen Spender zu ersetzen, der viermal im Jahr zu uns kommt, brauchen wir fünf neue“, erläutert der Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Sven Eickmeier beispielsweise hat direkt einen Blutspendeausweis beantragt. „Ich möchte künftig regelmäßig spenden gehen“, sagt er.

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