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Jeannine Petersmeyer und Jennifer Horst bieten Origami- und Schmuck-Unikate an

Kreativ durch die Corona-Zeit

Bad Oeynhausen  (WB). Weil Freizeitangebote durch die Corona-Kontaktbeschränkungen stark eingeschränkt waren, haben sich Jeannine Petersmeyer (27) und Jennifer Horst (27) eine andere Beschäftigung gesucht: Die Freundinnen aus Bad Oeynhausen haben sich im Falten von Kranichen und Anfertigen von Armbändern geübt und damit Freunden und Verwandten auch über die Distanz eine Freude machen können.

Lydia Böhne

Weil das Treffen von Freunden durch die Kontaktbeschränkungen nicht möglich war, haben Jennifer Horst (links) und Jeannine Petersmeyer während der Corona-Pandemie mit dem Basteln angefangen. Mittlerweile verkaufen sie ihre Kreationen auch. Foto: Lydia Böhne

Die Idee, Kraniche zu falten, schlummerte schon länger in ihr, berichtet Jeannine Petersmeyer: „Als meine Mama mir letztes Jahr einen Kranich von einem Weihnachtsmarkt aus Münster mitbrachte, fand ich den so niedlich und dachte nur: ‚Es kann doch nicht so schwer sein, selbst welche zu falten.‘“

Als ihre Firma coronabedingt Kurzarbeit angemeldet hatte, nutzte die Betriebswirtin die Zeit, um sich dem Projekt zu widmen. Als Anleitung habe sie sich YouTube-Videos angeschaut, berichtet die Bad Oeynhausenerin. „Bis ich die Schritte aus dem Kopf falten konnte, hat es bestimmt ein bis zwei Nachmittage gedauert“, sagt die 27-Jährige. Mittlerweile brauche sie für das Falten eines kleinen Kranichs etwa anderthalb Minuten.

Kraniche bringen Glück und Gesundheit

Die Kraniche hat Jeannine Petersmeyer an Freunde und Familie verschenkt. In Japan gilt der Kranich als Symbol für ein langes und glückliches Leben. Wenn in Japan ein gefalteter Kranich verschenkt wird, bedeutet es, dass der Schenker dem Beschenkten 1000 Jahre Glück und Gesundheit wünscht. „Kann nicht jeder in der Corona-Zeit ein wenig Glück und vor allem Gesundheit gebrauchen?“, sagt Jeannine Petersmeyer.

Ein Sprichwort besagt außerdem, dass der, der 1000 Kraniche gefaltet hat, einen Wunsch an die Götter frei hat. Bis zum 1000. Kranich kann es laut der Bad Oeynhausenerin nicht mehr lange dauern. Die Resonanz auf ihre Mitbringsel sei so groß gewesen, dass die 27-Jährige sogar schon ein Logo für ihre „Glückskraniche“ entworfen hat. Unter diesem Namen sind die Origami-Kraniche in der Gärtnerei „Kramer“ bei ihrer Tante in Volmerdingsen erhältlich.

Die filigranen Kraniche gibt es in klein, mittel und groß. Bunte, schlichte, gemusterte – die 27-Jährige besitzt inzwischen mehr als 100 verschiedene Papiere. Auf Wunsch fertigt Jeannine Petersmeyer individuelle Kraniche an, die sogar personalisiert werden können. Per E-Mail an die Adresse glueckskranich@gmx.de nimmt die Bad Oeynhausenerin Bestellungen entgegen. „Für größere Mengen, etwa als Gastgeschenk für eine Hochzeit, bräuchte ich etwa ein bis zwei Wochen Vorlaufzeit. Ebenso für eine Lichterkette mit etwa 20 Kranichen“, fügt die Hobbybastlerin hinzu.

Armbänder als gefragte Schmuckstücke

Die Kreativität ihrer Freundin Jeannine war der Anreiz für Jennifer Horst, ihre Idee von selbst gestalteten Armbändern umzusetzen. Kurzerhand habe sie sich ein Set für fünf Armbänder bestellt und einfach losgelegt. Nach und nach habe sie sich weitere Materialien, wie unterschiedliche Perlengrößen und -farben sowie Anhänger in Silber, Gold oder Roségold bestellt. „Es ist überwiegend Modeschmuck, aber ich habe auch Anhänger aus Sterlingsilber“, berichtet die 27-Jährige, die nebenbei im Schmuckgeschäft „Uhren Kaase“ bei ihrer Tante arbeitet.

Die elastischen Bänder können auf Wunsch in unterschiedlichen Größen gefertigt und personalisiert werden. Individuelle Wünsche können per E-Mail an perlenhorst@gmx.de abgestimmt werden. „Es ist eine sehr filigrane Arbeit. Vor allem das Zusammenkonten ist knifflig“, sagt die Sachbearbeiterin, die für ein Armband mit kleinen Perlen etwa 30 Minuten braucht. „Man kann dabei gut abschalten, aber ab und zu brauchen die Hände eine Pause“, fügt Jennifer Horst lachend hinzu.

Etwa 200 Armbänder habe sie bereits für Freunde, Familie und Bekannte angefertigt. „Vielleicht probiere ich mich demnächst an Fußketten sowie Brillen- und Maskenketten. Außerdem möchte ich mich am Karabinerverschluss versuchen“, ergänzt Jennifer Horst, die ihren Schmuck unter dem Namen „Perlenhorst“ anbietet. Das Ziel der Freundinnen ist es, ihre Unikate bei einem Kunsthandwerkermarkt oder einem Mädelsflohmarkt zu präsentieren.

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