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Tourist Information gibt dringende Warnung heraus – „Den See auch wegen Corona nicht an diesem Wochenende aufsuchen“

Lebensgefahr: Das Dümmer-Eis hält nicht

Hüde/Lembruch/Ste...

In Lembruch, Hüde und Dümmerlohausen sind die Verantwortlichen sehr besorgt.

Dieter Wehbrink

Am Freitag, 12. Februar, am Dümmer: Trotz der Warnungen sind Leute auf dem brüchigen Eis. Das kann Lebensgefahr bedeuten. Foto:

Garantiert spielen viele Eislauf-Fans an diesem Wochenende mit dem Gedanken, den Dümmer aufzusuchen – in dem Glauben, das Eis des Sees werde bestimmt halten. Doch weit gefehlt: Die Tourist-Information Dümmer bei der Samtgemeinde Lemförde sah sich vor diesem Wochenende in der Verantwortung, eine dringende Warnung herauszugeben. Es ist der Appell an alle Bürger, das noch viel zu dünne Eis nicht zu betreten. Zudem solle der Dümmer mit Blick auf Corona – besonders am Wochenende – unbedingt gemieden werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Sorge bei den zuständigen Behörden ist groß, dass es an diesem Samstag und Sonntag zu einem Massenandrang am See kommen könnte – so wie am Wochenende 30. und 31. Januar, als schönes Winterwetter mehrere tausend Menschen auf die Promenaden in Hüde, Lembruch und Dümmerlohausen lockte. Der notwendige Corona-Sicherheitsabstand war nicht einzuhalten, und der Menschenauflauf erzeugte angesichts der Ansteckungsgefahr viel Kritik in den Sozialen Medien.

„Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Homeoffice, Homeschooling und anderes – da kann man gut verstehen, dass es die Menschen bei dem wunderschönen Winterwetter warm eingepackt nach draußen in die weiße Winterwelt zieht“, räumt Tourismusmanagerin Jessica Webling ein. „Wie gern würden wir den Dümmer einmal wieder als riesengroße Eisfläche sehen, auf der Schlittschuhläufer und Eissegler ihre Runden drehen.“

Doch dann wird Webling sehr ernst und warnt eindringlich: „Das Betreten der Eisfläche ist lebensgefährlich. Es trügt der Schein und es wäre zu kurzsichtig gedacht. In großen Teilen überdeckt eine Schneeschicht die Seeoberfläche und man kann nicht sehen, wie es darunter aussieht.“

Der Schnee sei auf die nur minimal angefrorene Wasserfläche gefallen und habe dort eine Art „Crushed-Ice“ gebildet. „Darauf ist wieder eine isolierende Schneedecke gefallen“, sagt Webling. „Auch die Sonneneinstrahlung trägt ihren Teil dazu bei, dass die Bedingungen suboptimal sind. Die Einheimischen haben vorsichtig getestet und mussten schnell feststellen, dass das Eis schon am Rand nicht hält. Auch sie raten dringend vom Betreten des Eises ab.“

Zwar ist der Dümmer ein Flachsee, jedoch ist der Wasserstand durch die hohen Niederschläge in den vergangenen Wochen aktuell vergleichsweise hoch. Auch wenn man vielleicht im Wasser stehen könne, gehe bei diesen Temperaturen die größte Gefahr von einer Unterkühlung und Problemen des Herz-Kreislaufsystems aus, wenn man ins Eis einbrechen würde, warnt die Tourismusmanagerin.

Im Januar 2017 wurde diese Gefahr nachhaltig unter Beweis gestellt, als zwei Männer auf der einsamen Westseite des Dümmers ins Eis einbrachen. Sie konnten zwar stehen, aber es gelang ihnen nicht, sich aus den Einbruchlöchern zu retten. bewegen. Bis die Männer gefunden wurden und die Rettungskräfte durch das unwegsame Ufergelände zu ihnen vordringen konnten, verging viel Zeit. Die Folge: Extrem unterkühlt kamen die Eisläufer nach schwieriger Bergung ins Krankenhaus. Für einen von ihnen bestand sogar längere Zeit Lebensgefahr. Eine Warnung vor zu schwachem Eis wurde auch 2018 ausgesprochen.

Jessica Webling sieht noch ein weiteres großes Problem im Falle eines Massenansturms: „Durch die Schneemengen auf den Straßen, Gehwegen und Freiflächen, ist auch die Parkplatzsituation am Dümmer momentan eingeschränkt. Obwohl die öffentlichen Parkplätze bereits geräumt wurden, können viele private Parkflächen oder Seitenstreifen an Straßen durch die Witterung nicht als Parkraum genutzt werden.“

Die Tourist Info ruft ohnehin aufgrund der aktuell gerade verlängerten Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern dazu auf, auf Tagesausflüge zu touristischen Zielen und auf private Reisen zur Eindämmung des Coronavirus gänzlich zu verzichten: „Der Deichweg rund um den See ist schmal und aktuell durch die Schneeberge an den Rändern noch weiter eingeschränkt. So ist es hier bei erhöhtem Besucheraufkommen schwierig, die Abstandsregeln einzuhalten.“

„In der aktuellen Phase wären wir daher unseren sonst treuen Gästen dankbar, wenn sie den Ausflug an den Dümmer-See auf später verschieben“, betont Jessica Webling. „Bis dahin lieber einen Spaziergang im Stemweder Berg, in den nahe gelegenen Mooren oder in die Ländereien der umliegenden Dörfer verlegen und dort die weiße Pracht genießen.“

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