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Zweite Kulturnacht Bad Oeynhausen lockt hunderte Besucher in die Innenstadt

Mehr als 24 Stunden Programm

Bad Oeynhausen (WB). Über mangelnde Resonanz können sich die Organisatoren der zweiten Kulturnacht Bad Oeynhausen nicht beklagen. Einige hundert Besucher pendelten am Freitagabend trotz Regens zwischen den acht Veranstaltungsorten in der Innenstadt hin und her, um möglichst große Teile des facettenreichen Programms mitzubekommen.

Malte Samtenschnieder

Einen humorvollen Einblick in das Innere einer Waschmaschine gewährt der Theaterjugendclub »sockit« bei seinem mit reichlich Beifall belohnten Auftritt in der Auferstehungskirche am Kurpark. Foto:

Musik, Tanz, Theater, Literatur, Film, Bildende Kunst – mit ihren Beiträgen deckten die etwa 260 Mitwirkenden der Kulturnacht ganz unterschiedliche Genres ab. Verteilt auf 33 Gruppen, von denen einige sogar mehrfach auftraten, präsentierten die Akteure zusammengerechnet mehr als 24 Stunden Programm. Hier war für jeden Besucher etwas dabei.

Swing-Musik sorgt bei Besuchern für gute Laune

Mit mitreißenden Big-Band-Arrangements zauberte die Happy Swing Company ein Lächeln auf die Lippen ihrer Zuhörer – auch wenn viele das Konzert im hinteren Teil der Bühne des Theaters im Park stehend verfolgen mussten. »Wir hatten nicht mit einem so großen Andrang gerechnet«, sagte Staatsbad-Geschäftsführer Peter Adler dieser Zeitung.

Schweißperlen hatte in der 15-minütigen Pause zwischen den ersten beiden Programmblöcken Beate von Rüdiger auf der Stirn. Die Leiterin der städtischen Musikschule nutzte die Unterbrechung, um schnellen Schrittes von einem Veranstaltungsort zum nächsten zu gelangen. War sie zunächst mit dem Fagottnachwuchs im Stadtarchiv aufgetreten, folgte das Konzert der Fortgeschrittenen im Foyer der Volkshochschule.

Wenig Zuhörer bei interkulturellem Musikprojekt

Leider nur eine Handvoll Zuhörer erlebte in der Musischule den Auftritt der Teilnehmer des interkulturellen Musikprojektes der Realschule Nord. Voller Inbrunst stimmten die Flüchtlingskinder Lieder aus ihrer Heimat Syrien an. Eine anrührende Performance.

Auf ganz unterschiedliche Art und Weise gelang es den Tänzern der Ballettschule Iris Witte und den Mitgliedern des Theaterjugendclubs »sockit«, das Publikum in den Bann zu ziehen. Während die Tänzer in ihrer Choreografie ein Gedicht über Reisen durch die Fremde verarbeiteten, setzten die Nachwuchsschauspieler auf eine humorvolle Auseinandersetzung mit den Vorgängen im Inneren einer Waschmaschine. Für beide Darbietungen gab es viel Applaus.

Jedes Ensemble überzeugt auf seine eigene Weise

Auch andere Ensembles schafften es, das Publikum auf ihre ganz individuelle Art und Weise von ihren Talenten zu überzeugen. So machte das Querflötentrio der Musikschule Ehlenbröker bereits mit den ersten Takten klar, dass die Flötistinnen zu Recht beim Landeswettbewerb »Jugend musiziert« erfolgreich abgeschnitten hatten.

Und auch der Beitrag des Erzählkreises am Märchenmuseum zündete beim Publikum. Für ihre Interpretation von »Rotkäppchen« erhielten die Akteure von den Gästen im Stadtarchiv nicht nur viel Beifall, sondern provozierten auch so manchen Lacher.

Bereits dieser zugegebenermaßen nur eingeschränkte Überblick über einige Aktivitäten der Kulturnacht zeigt: Das Konzept kommt sehr gut beim Publikum an. Wiederholung in spätestens zwei Jahren unbedingt erwünscht.

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