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Bundesärztekammerpräsident sieht Medizinfakultät und Bochumer Modell als Ergänzung

Montgomery: »1000 Studienplätze fehlen«

Bad Oeynhausen (WB/mcs). Für die Schaffung von bundesweit 1000 neuen Studienplätzen im Fach Medizin hat sich Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery am Rande einer Vortragsveranstaltung in Bad Oeynhausen ausgesprochen.

Frank Ulrich Montgomery. Foto: Malte Samtenschnieder

»Der Bedarf an neuen Medizinern steigt schneller, als ausgebildete Ärzte zur Verfügung stehen«, sagte der Präsident der Bundesärztekammer im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Begeisterung junger Menschen, ein Medizinstudium auf sich zu nehmen, sei ungebrochen. »Im vergangenen Jahr hat es 48.000 Bewerbungen auf 10.000 zur Verfügung stehende Medizinstudienplätze gegeben«, sagte Montgomery.

Vor diesem Hintergrund kann der Bundesärztekammerpräsident sowohl den Plänen für die Neugründung einer Medizinfakultät an der Universität Bielefeld zum Wintersemester 2021/2022 als auch dem vor zwei Jahren gestarteten »Bochumer Modell« – eine Kooperation zur Medizinerausbildung zwischen der Ruhr-Uni Bochum und Krankenhäusern in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke – etwas abgewinnen. Es sei nicht erstrebenswert, diese beiden Ansätze gegeneinander auszuspielen.

»Wir brauchen nicht nur Nobelpreisträger«

Sie könnten einander vielmehr sinnvoll ergänzen. Montgomery: »Unter dem Strich sind aus meiner Sicht alle Maßnahmen zu befürworten, die zu mehr Medizinstudienplätzen führen.«

Als Problem sieht der Präsident der Bundesärztekammer, dass Medizinstudienplätze derzeit ausschließlich nach einem Numerus Clausus vergeben werden, der sich nach der Abiturnote des Bewerbers richtet.

Zum einen gebe es immer mehr Einser-Abiturienten, zum anderen seien bei angehenden Ärzten auch soziale und kommunikative Kompetenzen gefragt, die in Assessment-Centern getestet werden könnten. Der wissenschaftliche Aspekt des Medizinstudiums sei ebenfalls wichtig. Montgomery: »Wir brauchen allerdings nicht nur Nobelpreisträger.«

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