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Europaschule Bad Oeynhausen fördert Umdenken für mehr Klima- und Umweltschutz

Nachhaltigkeit als Unterrichtsfach?

Bad Oeynhausen (WB). Müll sammeln, Müll trennen, Müll vermeiden – das sind drei Dinge, die erheblich die Umwelt beeinflussen können. Die Europaschule Bad Oeynhausen möchte nicht länger nur theoretisch über Nachhaltigkeit und Umweltschutz sprechen. „Wir wollen etwas machen“, sagt Schulleiter Dirk Rahlmeyer.

Louis Ruthe

1100 Schüler haben am Aktionstag wilden Müll im Umfeld der Europaschule gesammelt. Zudem präsentierten Mitarbeiter der Stadtwerke eine Kehrmaschine und ein Müllfahrzeug (Foto). David Kramme (von rechts), Anke Schiermeyer, Dirk Rahlmeyer und Stadtwerkesprecher Rüdiger Ernst begleiteten die Aktion. Fotos: Louis Ruthe (2)

Auftakt ist am Freitag der erste Nachhaltigkeit-Aktionstag gewesen. In Kooperation mit den Stadtwerken Bad Oeynhausen und der Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfalen haben 1100 Schüler das Schulumfeld von Müll befreit, etwas über die Folgen von Einwegflaschen oder achtlos weggeworfenem Plastikmüll gelernt und im Werre-Park mit einem Besenkonzert lauthals für mehr Umweltbewusstsein bei den Bad Oeynhausener Bürgern geworben.

Praktisches Lehrfach statt Frontalunterricht

„Im kommenden Jahr stehen Informatik und Wirtschaft neu in unserem Lehrplan, aber Umwelt oder Nachhaltigkeit nicht“, berichtet Dirk Rahlmeyer. Das will der Schulleiter in Abstimmung mit den zuständigen Gremien ändern.

„Wir planen ab Sommer für die Klassen fünf bis sieben wöchentlich eine Unterrichtsstunde zum Thema Umwelterziehung”, sagt Dirk Rahlmeyer. Von drei verfügbaren Arbeitsstunden könne eine Stunde für die Umwelterziehung genutzt werden, denn die Schule möchte sich zur „Nachhaltigkeitsschule“ entwickeln.

Begleiten soll dies Sport- und Englischlehrer David Kramme. „Er ist sozusagen unsere Prüfinstanz, die jede Entscheidung unter dem Umweltaspekt hinterfragen soll“, sagt Dirk Rahlmeyer.

Bei Plastikmüll setzt die Schule auf Aufklärung. „Trinkwasser muss nicht in Plastikflaschen abgefüllt sein“, sagt David Kramme. Damit künftig trotz angestrebtem Plastikflaschenverbot niemand verdurstet, arbeiten Stadtverwaltung, Stadtwerke und Schule an der Installation von zwei Trinkwasserspendern vor Ort.

Plastikflasche: Upcycling statt Mülltonne

„Viele Kinder wissen gar nicht, wo der Unterschied zwischen einer Mehrwegflasche und einer Einwegflasche in der Kennzeichnung liegt“, berichtet Anke Schiermeyer, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in der Beratungsstelle Minden. Bei den Kindern und Jugendlichen stoße das Thema immer auf reges Interesse.

„Oftmals werden die Informationen, die wir an Schulen durch Vorträge oder Aktionen an die Schüler weitergeben, anschließend Zuhause mit den Eltern oder Freunden diskutiert“, sagt Anke Schiermeyer.

Welchen Schaden zu viel Plastikmüll anrichten kann, und wie Plastik auch anderweitig verwendet werden kann, hat David Kramme mit seiner achten Klassen bereits in Projekttagen erarbeitet. „Die Schüler haben eigene Lehrvideos zum Kreislauf von Plastik in der Umwelt erstellt“, sagt David Kramme. Ebenfalls hätten die Schüler in Eigenregie Plastikflaschen beispielsweise zu Handyhalterungen recycelt.

Klimagipfel und Erasmus-Projekte in der Zukunft

Dass es nicht nur bei dem Aktionstag an der Schule bleibt, zeigt sich mit Blick auf die kommende Woche. Am Dienstag, 28. Januar, ist der Klimagipfel an der Schule. „Neben Skype-Schaltungen nach Australien wird dann im Diskurs erarbeitet, was jeder von uns tun kann, damit Umweltkatastrophen verhindert werden können“, sagt Brigitte Oswald, Didaktische Leitung der Europaschule.

Durch Erasmus-Projekte sollen sich Schüler und Lehrer noch vielseitiger mit dem Thema beschäftigen. „Vergleiche mit Partnerschulen bei der Mülltrennung, der Energieeffizienz oder in puncto Nachhaltigkeit sind Projekte, die zusätzlich den Austausch zwischen den Schulen fördern“, sagt Saskia Hofbauer, Erasmuskoordinatorin der Europaschule.

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